Arabische Halbinsel
Oman > UAE > Saudi-Arabien > Jordanien -> Irak
Kurze Filme der Reiseroute (27.11.25)
Die Reiseroute:
Spotlight Oman
Reisezeit: 03.12.2025 – 27.12.2025
Gefahrene km: 2150 km, Motorrad Jürgen/Marion 0
Nachtplätze: 17, davon 2 x Hotel, sonst frei irgendwo draußen. Im Vergleich zu vielen afrikanischen Staaten ist Oman auch in 2025 noch ein Eldorado für Freisteher.
Internet: Quantität/Qualität 4G gut, Threema überträgt ab und an Textnachrichten, Telefonate, Bilder, Videoschaften sind nicht möglich. Letzteres gilt auch für Telegram, Textübertragung ist jedoch recht verlässlich. WhatsApp unterstützt bis auf Telefonate alles.
Lebenshaltungskosten: moderat, bis auf Käse, Wurst, Bier und Wein problemlos im Erwerb, große Supermärkte bieten, bis auf Alkohol, auch dies zu hohen Preisen. Alkoholerwerb für Nichtmuslime mit Lizenzkarte möglich, nicht für Touristen. Obst, Gemüse relativ günstig, überwiegend Importware von meist guter Qualität.
Kraftstoffpreise: Diesel etwa 55 ct/l., im Land überall gleich.
Verkehrssituation: Rechtsverkehr, geruhsam, Straßen überwiegend gut, Drempler nerven immens; Pisten im Vergleich zu 2016/17 zunehmend asphaltiert, ohne Hilfe von EU/USA/China ….Selten sind Polizeiposten, gehäuft modernste stationäre und mobile Geschwindigkeitskontrollen.
Wetter: wunderbares Klima zum Überwintern!
Tourismus: Unübersehbar, dass zuvor idyllische Orte zu Touristenattraktionen ausgebaut werden und viel von ihrer Ursprünglichkeit verlieren/verloren haben. Die Landschaft ist jedoch vielerorts immer noch grandios und vielfältig: Wüste, Wadis, Oasen und phantastische Berge sowie verschiedenste Küstenformen. Stellplätze für den LKW „mitten drin“ und jottwedeh möglich.
2016/17, nach unserem ersten Besuch im Staat, formulierte ich: Freundlich, interessiert und hilfsbereit sind die Menschen, denen es wichtig zu sein scheint, dass wir uns wohlfühlen; häufig erhalten wir Geschenke und Essen, zweimal werden wir – von Ausländern – eingeladen. 2025: Nichts mehr dergleichen; selten grüßt mann, wenn meist der Asiat. Bei den Omani scheint es, dass je dunkler die Dishdasha (das lange, meist weiße, traditionelle Männergewand), je heller die Seele strahlt.
Fazit: Ein faszinierendes Land mit hohem touristischem Potential, das gegenüber dem Individualisten noch recht offen ist, sich aber eindeutig im Wandel zum „organisierten“ Tourismus befindet.
Oman 03.12. – 27.12.2025
22.12. – 27.12.2025 Al Hamra, 400 Jahre alte Stadt mit den ältesten Wohngebäuden des Oman, überrascht. Die Größe ist beeindruckend, Häuser sind teils gut restauriert, wenn auch verfallene fotogener sind. Das Falajsystem verhilft der Oase zu üppigem Grün. Mit Freude durchstreifen wir den Ort. Und die Menschen, also Männer, grüßen. Die Frauen sind daheim.
Nach ruhiger Nacht und gemütlichem Frühstück machen wir uns auf, den Sonnenberg, den Jabal Shams, zu erklimmen. 3009 m ragt der Gipfel in die Höhe. Besucher kommen nicht ganz so weit, für sie ist bei knapp 2000 m Schluss. 2017 waren wir hier, die 40 km lange Anfahrt war meist Piste und Infrastruktur und Touristen gab es quasi keine. Ein heftiger Sturm wehte, wir fragten uns, kann ein LKW umkippen? Heute ist der Weg bergan weitgehend geteert, ein Kaffeehaus fügt sich harmonisch in die phantastische Landschaft ein, etwas abseits bietet ein großes Ressort auch einen Wohnmobilstellplatz. In Anbetracht der Kosten, 30 EUR fürs Parken pro Nacht und Person, Dusche kostet extra, verzichten wir. Am Café gibt es heiße Duschen für 2 EUR und kostenfreie Stellplätze entlang des Grand Canyon gegenüber, bei entsprechender Bodenfreiheit des Gefährts, zuhauf. Es ist windstill, angenehm warm. Verschwindet die Sonne, wird schnell klar, wir sind im omanischen Winter in den Bergen. Einstellige Nachttemperaturen treiben uns frühzeitig in den LKW. Doch in der Heiligen Nacht harren wir unter dem Sternenzelt aus: sammeln, kaufen Holz … für einen Abend wird es reichen. Während ich mich dem Menü widme, deckt Jürgen den Tisch, richtet die Feuerstelle ein. Weihnachtsmusik, ein Glas Sekt, das Feuer lodert, selten kommen Besucher vorbei, angelockt von Stimmung und Gerüchen aus der Küche:
– Winterlich warmer Rotkohlsalat mit Orangen, Granatapfel u. Macadamianüssen
– Meeresfrüchtesuppe mit Kokosmilch und frischem Dill
– Hähnchenroulade, Linsengemüse mit Mus vom Zimtapfel und Couscous
– Trifle aus Datteln, Yoghurt-Labné, Pistazienhalva.
Dank Mantel bleibt der Rotwein wohl temperiert, zum Espresso einen Zigarillo (für mich) und arabische Süßsnacks; besinnliche Weihnachten und auf ein friedvolles 2026.
Wenig friedvoll weckt uns am ersten Weihnachtstag morgens um 07:00 Uhr das Hämmern eines Felsmeißels aus dem Schlaf. Gegenüber vom teuren Ressort, ca. ein Kilometer entfernt, entsteht eine Aussichtsplattform, die den freien Blick in den Canyon erlauben soll. Zudem benötigen die zahlreichen Besucher Parkplätze für ihre KFZ. Ok, ja! Doch muss das Getöse am 1. Weihnachtstag früh morgens sein? Wie war das mit der Akzeptanz anderer Kulturen und dem respektvollen Umgang mit dem ´Fremden´? Wenn die Christen aus dem Nahen Osten verschwinden, verliert die Welt einen Teil ihrer Seele. So meint Joseph I. Absi, geboren 1946 in Damaskus, Syrien, melkitisch-griechisch-katholischer Patriarch von Antiochien. Nun denn, nach einem ausgiebigen Brunch verschwinden wir vom Jabal Shams, nach Plan, nur halt zeitiger.
In Bahla findet sich an der alten Stadtmauer ein Parkplatz in Sichtweite der gigantischen Festungsanlage, die 1987 als erste Stätte des Omans unter UNESCO Schutz gelistet wurde. Überhaupt besitzt das Städtchen Flair, der alte Suq, teils restauriert, Reste der alten Siedlungsgebäude, die grüne Oase. Ein Besuch lohnt.
Entlang sowie abseits der Hauptroute geht es weiter nordwärts Richtung Al Ain, Silvester in Dubai ist der Plan. Doch zuvor erzählt uns die Landschaft noch uralte Geschichten. Geologiekundige wissen, dass der Oman das weltgrößte Geologiemuseum darstellt, welches insbesondere im Bereich des nahen Jabal Akhdar das Weltwunder sämtlicher geologischer Alter über einen Zeitraum von ca. 1.000 Millionen Jahren präsentiert. Zweimal lag die Arabische Halbinsel am Südpol, einmal völlig unter Wasser und auch ein gemäßigtes Klima, in dem Wälder wuchsen, die bei Sur Kohleschichten bildeten, kamen im Entwicklungsprogramm vor. Derzeit dominieren Wüsten aus Sand, Geröll, Felsen sowie Gebirge das Staatsgebiet, zwischendurch lockern grüne Oasen das karge Bild auf. Unsere letzte Nacht bei Hamad im Morgenland, der Heimat von Weihrauch und Myhrre!
22.12.2025 Wenn die Sonne der Erkenntnis niedrig steht, werfen auch Zwerge große Schatten.
Friedrich Nietzsche. So freuen wir uns, dass die Tage wieder länger werden, dass Licht in die Welt kommt, Erkenntnis neu erleuchtet und Frieden für die 1Welt bringt.
Wir sind dem Licht entgegen gefahren, zum Jabal Shams, dem Sonnenberg, Omans höchster Erhebung. (Foto: Spanien, Aquadulce 2023)
16.12. – 21.12.2025 Wir verlassen das Wadi Bani Khalid nicht ohne vorher noch einen Spaziergang steil hinauf auf die Höhen von Muqal zu unternehmen und die grandiose Aussicht in die Bergwelt zu bestaunen.
Weiter nördlich an der Küste liegt Sur, Kleinstadt mit wechselvoller Geschichte. Bereits im 6. Jahrhundert bedeutendes Zentrum für den Handel mit Ostafrika, im 17. Jahrhundert von der portugiesischen Herrschaft befreit, erlebt die Stadt einen neuen Aufschwung als Handelszentrum mit Indien und Ostafrika, dem ein erneuter Niedergang folgt, als Großbritannien Mitte des 19. Jhdts. das Verbot des Sklavenhandels durchsetzt. 1865 zerstören die Wahhabiten, eine puristisch, traditionalistische Islamgruppierung, die Stadt, die mit der Eröffnung des Suezkanals vier Jahre später endgültig in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Die drei Leuchttürme, das kleine Castle Al Ayjah, die Hängebrücke Khor al Batar, die Dhow Werft sowie das restaurierte museale Schiff liegen verteilt um die Lagune und sind, ebenso wie der Fischerhafen etwas abseits, durchaus lohnenswert für einen kurzen Besuch. Cappuccini und Torten im Café Luca, am Dhow Museum ansprechend gelegen und bestückt, sind jede Kaloriensünde wert.
Gut 30 km weiter lockt mit der Ancient City of Qalhat ein UNESCO Welterbe, das den Besucher eher enttäuscht. Das Schicksal Qalhats ist dem von Sur gleich. War die Stadt einst von Bedeutung, muss die Anlage, derzeit weitgehend unzugänglich, erst noch zu einer wertig restaurierten Darbietung finden. Der nahe Kiesstrand bietet neben Stellplätzen zu Hauf Aussicht auf zahlreiche Tankschiffe, die das LNG-Terminal Qalhat anlaufen bzw. verlassen. Haupthandelspartner sind Japan und Korea. Für Freunde der Verkabelung sei erwähnt, dass sich vor Ort ein Landepunkt des internationalen Seekabels SEA-ME-WE 5 befindet, das Europa mit Asien verbindet.
Quarayyat, Stop over am Strand für eine Nacht, mehr lohnt nicht. Der Himmel ist grau und voller Wolken. Es ist windig, Dunst und Staub liegen in der Luft. Gott sei Dank bleibt es beim Flug des kleinen Badfensters in den Sand, das der Wind aus der Verankerung rappelt. Jürgen gelingt die Instandsetzung.
Durchs Wadi al Maih führt ein gut ausgebauter Weg Richtung Yiti Beach. Ein traumhafter Platz, einer der schönsten Strände, die wir je besuchten. Wie gut, dass wir über diese Erinnerungen von 2017 verfügen. Heute ist bereits viele Kilometer zuvor die Weiterfahrt versperrt. Ressorts bzw. Baustellen verbieten den Zugang und breite Teerstraßen führen die Auserwählten dorthin. Das Gros der Einwohner gehört nicht dazu, die müssen, genau wie wir, auf ihre Strände verzichten, neben Yiti, al Jissa, Qantab auch auf den Bustan Beach. In einer Bucht nahe Bustan erlaubt eine kleine Ecke den Zugang für Jedermann. Die Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen, Lagerfeuer, grillen und Picknick am Strand, sind verboten. Alle parken kreuz und quer, hocken dicht gedrängt auf dem Pflaster, grillen, machen Musik. Ein schauerlicher Höllenlärm, Freizeit auf engstem Raum, wo Jahre zuvor 30 km Strand-Platz vorhanden war. Interesse am Fremden, am Touristen? Gehört in die Kategorie Märchen aus 1000 und 1 Nacht. Muscat 2.0 als Alternative? Nein Danke!
Wir versuchen es mal mit Nizwa. Damals besuchten wir dort den traditionellen Viehmarkt und sahen kaum etwas von den Besonderheiten der Stadt. Bereits der erste Eindruck zeigt, wie sehr sie sich verändert hat. Vieles ist restauriert, große Areale sind gepflastert bzw. geteert, die Ablagen in den Lebensmittelmarkthallen gefliest. Wir schlendern durch die renovierten westlichen Teile der Marktareale, die traditionelle Silberschmiedeprodukte, Gold und Süßwaren sowie klassische Gewürze bieten. Etwas abseits der Touristenströme befindet sich der östliche Teil, noch im ursprünglicheren Zustand mit Schneiderhandwerk, Haushalts- und Alltagsbedarf. Wir kaufen Gewürze, Rosenblüten, Kaffee, Datteln, Weihrauch, Myrrhe und mehr. Von wunderschönen Kaffeehausterrassen schweifen unsere Blicke weit über die Altstadt, dankbar dafür, die traditionelle Lebens- und Handelsweise vor Jahren erlebt zu haben.
Der Plan: das Bahla Fort, eines der größten im Oman, anschauen. Da entdecke ich, dass unterwegs ein Kleinod des alten Oman (noch) zu bestaunen ist. Al Hamra heißt der ca. 400 Jahre alte Ort, südlich des Jabal Shams gelegen, der die ältesten Häuser des Staates aufweist. Aus Lehm, vermischt mit Stroh, und Material von Palmen entstanden mehrstöckige Wohngebäude. Demnächst mehr.
09.12. – 15.12.2025 Von Ash Shuwaymiyyah führt die Straße steil hinauf auf die Hochebene und gut 100 km später wieder hinab an den Ozean bei al Kahil zu den pinken Lagunen. Doch die sind leider nahezu ausgetrocknet. Plastikflaschen nebst ihrer bunten Kapseln und Banderolen bringen Farbe ins Bild. Eine Nacht, und weiter.
Nahe Khalouf klingen die schneeweißen Zuckerdünen nach Wüste, Zuckerwatte, Weihnachtsbäckerei, kurzum verlockend. Wahrhaft ein Traum in Weiß am blauen Ozean. Das ´ja aber´ will ich nicht verschweigen! Obgleich entfernt von Siedlungen, sehen wir auch hier immer wieder Müll, meist Flaschen. Der Ozean spült zahlreich Quallen an den Strand. Auch das leuchtende Grün der Meeresschaumkronen lädt nicht zum schwimmen ein. Da baden wir lieber im weißen Sandmeer und wandern.
Die Fahrt ins Wadi Bani Khalid führt über Al Qabil und in Sinaw in den LuLu Supermarkt. Mit 20T Einwohnern ist Sinaw eher ein größeres Dorf, doch im Supermarkt und vorgelagerten Geschäften, die eine Art Mall entstehen lassen, ist das Angebot erstaunlich üppig, sieht man insbesondere von Wurstwaren und Alkohol ab. Dafür gibt es süße orientalische Genüsse, Gewürze sowie deren Pasten und Soßen, Importware an Obst, Gemüse, Nüssen, Oliven und Weißkäse in Hülle und Fülle sowie guter Qualität. Auch die Non Food Abteilung lässt sich nicht lumpen, u. a. Düfte in allen Kreationen stehen hoch im Kurs. Ach ja, getankt haben wir Diesel für ca. 0,60 ct./l.
Die Fahrt ins Wadi Bani Khalid mit seinen Pools bei Muqal führt die letzten Kilometer durch schöne Berglandschaft. In Kehren den Pass hinauf und abwärts auf 1700 m. Als erstes fallen die alten wie neuen Wasserkanäle, Falaj genannt, auf, die nach uralter Tradition Siedlungen mit dem Wasser aus dem Wadi versorgen. Der Wasserfluss, mit über 150 Kilometern ist es das größte Flusssystem Omans, wird ganzjährig von drei Quellen aus dem Hadschar Gebirge gespeist. Bei unserem Besuch ist der erste Pool des Wadis, umschlossen von hohen Bergen und gesäumt von Palmen, nicht nur ein Touristenmagnet, sondern auch Großbaustelle. Straße, Hotelanlage, Restaurant und Ausbau der Naturpools, deren besondere Attraktion eine Höhle ist, sollen nicht nur Besucher anlocken, sondern auch deren Geld fließen lassen. Lässt man die ersten Pools hinter sich und folgt dem Flussbett bergan, so zeigt sich die Landschaft zunehmend unberührter. Ein lohnenswerter Besuch.
03.12. – 09.12.2025 Der Reiseverlauf von Kenia in den Oman erscheint perfekt. Verschiffung, Flüge von Mombasa über Nairobi nach Muscat bestens, wenn nicht … ja, was geschieht? Die Einreise in den Oman ist von geringer Freundlichkeit, nahezu Unhöflichkeit, geprägt. Abhaken, Jürgen scheint den besseren Grenzer erwischt zu haben. Da zwischen der Ankunft in Muscat und dem Inlandsflug nach Salalah mehr als 10 Stunden liegen, befördert Salamair das Gepäck nicht Transit und wir müssen uns selbst kümmern. So steht es in der Flugbestätigung, also nach Buchung. Ergo zum Gepäckband und dann ins Airport Hotel. Das bleibt uns somit aber (prinzipiell) verwehrt, denn es liegt im Abflugbereich und das Gepäck können wir frühestens drei bis vier Stunden vor Abflug erneut aufgeben, für uns bedeutet das zwischen 03:00 und 04:00 Uhr. Die für den Zugang zum Hotel gültige Bordkarte gibt es auch dann erst. Getreu dem Motto, dass kann nicht wahr sein, schauen wir, wie weit wir kommen: beim check in erhalten wir die Bordkarten, an der Sicherheitskontrolle geht das Handgepäck durch, wir scheitern beim Aufgabegepäck wegen meinesTaschenmessers, no go! Eine Möglichkeit zur Gepäckaufbewahrung gibts nirgends. Gebuchte Hotelnacht gegen Taschenmesser? Nach langer Diskussion gebe ich meinen geliebten Werkzeugbegleiter in die Obhut der Grenzpolizei, in der Hoffnung auf Freigabe morgen früh. Es ist inzwischen 22:30 Uhr. Beim Hotel fühlt man sich für meine Beschwerde nicht zuständig, alles nur online! Liest man die Informationen der Bleibe, so wird mit dem Wissen von heute klar: Die Herberge ist ausnahmslos für Transitreisende mit entsprechender Leistung seitens der Airline bzw. für Handgepäckreisende nutzbar. Wir ziehen ein, dann gehe ich zurück zum Flughafen- sowie zum Salamairservice. Info: Wir hätten den Transitbereich zum Hotel ohne unser Gepäck nehmen müssen. ??? Der Hinweis, das auf der Flugbestätigung NACH der Buchung ausgewiesen sei, dass der Inlandflug keinen Transit unterstützt, da mehr als 10 Stunden zwischen den Flügen liegen und man sich selbst ums Gepäck bemühen müsse, kümmert weder das Airportpersonal noch das von Salamair. Ich nerve weiter, vom Service bringt man mich zum Kontrollpunkt. Ergebnis: Wir dürften gar nicht im Besitz einer Bordkarte sein und uns entsprechend nicht im Abflugbereich aufhalten! Der Servicemitarbeiter nimmt mich zur Seite, rät, ein wenig zu schlafen und meint, das Aufgabegepäck (mit den Flüssigkeiten!) wird wohl nicht mehr gecheckt, wir seien ja bereits durch die Hauptkontrolle. Mein Messer werde ich nicht zurückbekommen, die Polizei gibt nichts heraus, was sie einmal eingezogen hat. Auf die Frage, was mit dem überzähligen Gepäckstück ist, das nun das erlaubte Handgepäck überschreitet, zuckt er mit den Achseln. Es ist zwischenzeitlich 0:30 Uhr, morgen um 06:00 Uhr werden wir es wissen, dann öffnet das Gate. Schlafen? Ich bin aufgewühlt, stinksauer und einiges mehr. Hätte ich die Rezessionen zum Hotel vor der Buchung gelesen, wären mir Erfahrungen dieser Art zuhauf aufgefallen. Mancher unterstellt gar Absicht. Meist haben Reisende mehr ´Verbotenes´ im Gepäck bzw. deutlich mehr Gepäckstücke und verzichten folglich auf die gebuchte Hotelnacht. Zimmer bezahlt, Stornierungskosten entsprechend hoch, Nutzung bleibt aus, ergo entfällt die Reinigung!
Wir mogeln uns mit dem überzähligen Handgepäck durch eine weitere Kontrolle, das angesichts des recht leeren Fliegers niemanden stört. Der Start verzögert sich um eine halbe Stunde, was den Clearing Agent in Salalah bereits mit den Hufen scharren lässt, sind wir doch im Besitz des CdP, das er für den Zoll braucht. Seine Versuche, Jürgen zu erreichen, führen ins Leere, denn noch sind wir nicht im Besitz einer omanischen Telefonkarte. Tatsächlich holen wir Ive am selben Abend ab, unversehrt und ordnungsgemäß eingereist. Dass abends aus den angekündigten 40 Minuten Wartezeit fast drei Stunden werden, Schwamm drüber. Allein unsinnig erscheint die Erklärung: Der LKW war zu gut verzurrt, so viele Befestigungen, das brauche Zeit. Als Jürgen Ive endlich vor dem Hotel parkt ist es 22:00 Uhr. Todmüde schlafen wir im Hotel, haben keinen Nerv für den Umzug! Schade, es hätte alles perfekt sein können.
Am Strand bei Mirbat, zwischen Sand und bizarren Felsen, verbringen wir das Wochenende. Wohltuend ist die vergleichsweise trockene Wärme, die leichte Brise des Ozeans, noch ist die Monsunzeit fern. Interesse am Fremden, grüßen, Fehlanzeige. Blieb mit der Feuchtigkeit des tropischen Afrikas auch die Freundlichkeit auf der Strecke? Die Erfahrungen von 2016/2017 meinen ganz klar nein! Doch bislang fühle ich mich eher von Avataren als von Menschen umgeben. Ich frage das allwissende Netz mal nach der Bedeutung: Das Wort leitet sich aus dem Sanskrit ab. Dort bedeutet Avatāra´Abstieg´, was sich auf das Herabsteigen einer Gottheit in irdische Sphären bezieht. Treffer!?
Auf der Küstenstraße nordwärts finden wir schnell die vor Jahren bestaunte Schönheit wieder. Farbige, schroffe Berge, bizarre Felsformationen, grüne Wadis mit schillerndem Wasser, oftmals bleibt der Straße kaum Raum zwischen Anhöhen und Ozean. Doch immer wieder führen Pisten hinab in kleine Buchten mit kristallklarem Nass. Und wie damals übernachtet man auch heute noch wo es gefällt, wie derzeit zwischen der Burg von Ash Shuwaymiyyah und dem kleinen Hafen.
Oman, eine kurze Übersicht: Südöstlicher Staat auf der Arabischen Halbinsel, geografisch Vorderasien, geologisch zur afrikanischen Platte gehörend. Knapp 5 Mio. Einwohner, Fläche geringfügig kleiner als D, die Hälfte Omani, ansonsten Pakistani, Inder, Ostafrikaner aus den ehemaligen Kolonien; Zugang zu relevanten Positionen über strenge Quoten geregelt, Stichwort Omanisierung. Absolute Monarchie/Sultanat mit autoritärer Staatsführung, Islam als Staatsreligion, (95 % der Omani), moderater Freiheitsindex. Kostenfreier Schulbesuch, keine Schulpflicht, höchste Alphabetisierungsrate der arabischen Welt. Lebenserwartung ca. 77 Jahre, Geburtenrate 2,7/Frau, Säuglings- und Kindersterblichkeit 1 % (D ca. 0,35, weltweit ca. 3,7 %), moderat wohlhabend, Ausgaben für Gesundheitswesen, Bildung wie Militär je rund 5 % des BIP.
Wüstenstaat mit langer Küstenlinie. Im Süden, dem Dhofar, ermöglicht der Monsuneinfluss Landwirtschaft, hier liegt der omanische Teil von Felix Arabia, das Land von Weihrauch und Myrrhe.
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