Arabische Halbinsel (mehr s. auch ´Vergangene Reisen Vorderasien/Arabien´)
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Kurze Filme der Reiseroute (11.12.25)
Die Reiseroute:
Königreich Saudi Arabien (KSA) 10.01. – xx.xx.2026
10.01. – 15.01.2026 Viereinhalb Stunden Grenzprocedere für raus und rein. Unkompliziert und schnell, im Minutenbereich, verläuft die Personeneinreise, für den LKW dauert es länger. Kurzer Kabinencheck, dann anstehen an der Röntgenapparatur. Die erhobenen Daten wollen ausgewertet sein, braucht Zeit. Warten. Ok Germany, go! tönt es aus der Anlage, das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Schnell erreichen wir den berüchtigten Abschnitt des Highway 10, der den persischen Golf mit dem Roten Meer verbindet. Hinter Al Batha biegen wir müde und hungrig von der Straße ab ins Gelände. Abendbrot im Abendlicht, bevor Kälte uns ins warme Auto treibt. Die Nachttemperaturen sinken bis an den Gefrierpunkt, tagsüber müht sich das Thermometer, die 20° C zu übersteigen.
Königreich Saudi Arabien, KSA, ein Überblick:
Größter Staat der Halbinsel, Küsten am Roten Meer wie am Persischen Golf. Die riesige Wüste Rub al Khali, das sog. leere Viertel, erstreckt sich über den Süden. Nordwärts schließen sich im Westen die mit über 3000 m höchsten Berge an. Hauptstadt Riad > 4 Mio. Menschen, zweitgrößte Stadt Dschidda, ca. 3,7 Mio. Einwohner. Weitere Millionenstädte und heilige Stätten des Islam sind Mekka und Medina. Die Auslegung des Islam ist konservativ, gestrenge Scharia ist Rechtsordnung mit Todesstrafe, Amputationen, Folter. Bei einer Volksbefragung bezeichneten sich 19 % als nicht religiös und 5 % als Atheisten. Seit 2022 Kronprinz Mohammed bin Salman die Regentschaft inne hat, öffnet sich der Staat gegenüber der Welt, aktualisiert zunehmend Menschen- und Frauenrechte. Aus dieser Öffnung resultiert u. a. zunehmender Tourismus. Für den weltgrößten Ölexporteur mit enormem Reichtum könnte künftig ökonomische Vielfalt existentiell sein. Derzeit ist KSA die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum, mit fester Wechselkursbindung des Saudi-Riyal zum US-Dollar.
Ca. 37 Mio. Einwohner. Wie in Oman und UAE ist der Anteil vor allem asiatischer Gastarbeiter mit ca. 11 Millionen hoch. 85 % leben in Städten, wenige nomadisch. Lebenserwartung knapp 78 Jahre, Geburtenrate 2,4, Kindersterblichkeit 0,64 %, Gesundheitsausgaben 6,0 % des BIP, Hauptgesundheitsproblem Übergewicht/Adipositas mit weltweit höchsten Raten.
Amtssprache Arabisch, Lehr- und Handelssprache Englisch. Alphabetisierungsrate mit fast 95 % weltweit überdurchschnittlich, neunjährige Schulpflicht, kostenfrei von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss, Unterricht mit Geschlechtertrennung. Zur Förderung wissenschaftlichen Austauschs ließ der Staat eine Eliteuniversität errichten, Kosten 12,5 Milliarden US-Dollar. 2000 Studenten und 600 Fakultätsmitglieder aus aller Welt sollen mit bester technologischer Ausrüstung ausgestattet sein und international vernetzt Spitzenforschung betreiben, Männer wie Frauen.
Rund die Hälfte des Trinkwassers stammt aus Meerwasserentsalzung, 40 % aus sich verbrauchenden fossilen Vorräten, der Rest ist Gebirgswasser. Dem extrem niedrigen Wildtierbestand sollen Auswilderungsprogramme entgegen wirken und Antilopen, Gepard, Leopard, Strauß wieder heimisch werden. Besondere Sehenswürdigkeiten, Landschaft und Kultur betreffend werden wir an Ort und Stelle erwähnen.
Über frühe Besiedlung, Ordnung der Stämme durch den Stamm der Saud und resultierend Entstehung des Staates, Islamisierung und so einiges mehr, vielleicht später einmal mehr.
Und kurz zum Highway10: Wir fuhren bereits deutlich langweiligere Strecken, z. B. im Oman, Westsahara. Nicht nur an der Wüstenlandschaft können sich Auge und Geist immer mal wieder erfreuen, auch Verkehrsteilnehmer wie Regelwerk sorgen für Abwechslung.
Auf den ersten Blick wird sichtbar, dass verglichen mit Oman und UAE im KSA weniger in die Infrastruktur investiert wird. Verkehrswege, Gebäude, Internet, Müllentsorgung, Beschilderung – insbesondere zu touristischen Zielen – erscheinen optimierbar. Offensichtlich ist die Verkehrsmoral schlecht. Gehäuft weisen Fahrzeuge teils gravierende Blechschäden auf, mehrfach sehen wir Unfälle. Dabei sind Polizei und Geschwindigkeitskontrollen häufig.
Verglichen mit UAE und Oman kommt das KSA mit einem Hauch von Afrika daher. Am Nachtplatz im Südwesten Riads lässt der Wind mancherlei durch die Luft flattern. Plastikflaschen zuhauf, festgefahren im Sand, scheinen aus dem Boden zu wachsen. Nun denn, in unserer Überlebenskapsel sehen wir nichts davon, genießen zum Abendessen Fisch aus dem Roten Meer mit frischem Koriander, Gemüse aus Zwiebeln, Zucchini und Bittergurke, kräftig gewürzt sowie Reis.
Und tags drauf fahren wir an den Rand der Welt, Edge of the world, auch Jebel Fihrayn genannt, nordwestlich von Riad. Das Felsspektakel ist Teil der wunderschönen Tuwaiq-Berge. Lässt der Name vermuten, dass der blaue Planet doch eine Scheibe ist und der Weg spannend? Nein, tief unten im Tal gehts weiter, und mit Ives Bodenfreiheit ist der Weg überwiegend nur nervig! Dafür belohnt spektakuläre Landschaft mannigfach. Kälte, Wind, der sie scheinbar verstärkt, lässt uns nach zwei Nächten die Berge verlassen.
Tipps für Nacherfahrer: Von Sudus (24.99167°N, 46.20750°E) führen eine nördliche und eine südliche Piste zum Rand der Welt, beide wenig ausgeschildert. Die nördliche ist ca. 26 km lang, etwa im letzten Drittel ist an wenigen Stellen Bodenfreiheit nötig, für einen kurzen Streckenabschnitt sollte das KFZ nicht viel breiter als 2,4 m sein. Die südliche Strecke ist mit 20 km kürzer, einfacher und lässt bei guter Sicht schöne Bergwelt mit zahllosen Schluchten erkennen – wir hatten Nebel.
Entgegen anders lautender Informationen gibt es nirgends ein Tor, weder Sandpassagen noch tiefen Schotter. 4×4 braucht es nicht, etwas Fahrkönnen schon.
Info zur Kommunikation: Trotz vorhandenem Netz ist es für uns stundenweise nicht verfügbar. WhatsApp geht nicht, Threema und Telegram funktionieren ok. In Riad versuchen wir ein Telefonpaket zu erwerben, um mit meinem Vater per Festnetz telefonieren zu können, geht leider nicht. Spezialpakete gibt es nur für den arabischen Raum, Auslandsdienste wie in die EU sind nur mit Verträgen von Anbietern für Residents zu erwerben. Es bleibt bei Telefonaten per Internet mit schlechterer Verbindungsqualität.
Wir verlassen Riad zu den Red Sand Dunes bei Mazari. Groß und Klein spielen hier im Sandkasten, die roten Dünen sind schön, leider verschandelt mangelhafte Mülldisziplin hier und da den Blick. Ab und an machen wir es uns zu eigen, unsere „Parzelle“ beim Einzug von den Hinterlassenschaften zu befreien.

UAE
27.12.2025 bis 10.01.2026

Oman
03.12.2025 bis 27.12.2025
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Wow, was für tolle Wüstenfotos. Und was es bei euch immer Leckeres zu essen gibt…
Liebe Grüße aus Patagonien
Ja, Wüsten gibt es hier reichlich, dann und wann kann man dort auch stehen. Und Marion ist unter allen Bedingungen eine begnadete Köchin.
Ebenfalls liebe Grüße aus Saudi-Arabien
Übrigens: Berlin ist gelöscht, EU ein Höllenloch?? Wir sind lieber, wenn es donnert, in D als in USA und größeres Vertrauen in die Justiz haben wir immer noch mehr in D (und soweit noch in USA) als in UAE, Saudi-Arabien, die meisten afrikanischen Staaten etc. Sei’s drum. Habt eine gute Zeit, Freude beim Reisen und immer die Vorräte lecker gefüllt!
„Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste“ Ein lesenswertes Buch von Henno Martin und Hermann Korn. Zwei junge deutsche Geologen entfliehen 1940 dem Krieg und leben 2,5 Jahre in der Wüste um den Kuiseb Canyon, Namibia. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt! Die „Wüstenfüchse“ 😉
Hallo, ihr alten Wüstenfüchse,
Unsere Erinnerungen an den Jumeirah Beach, ein Feuerwerk um das Burj al Arab sind noch sehr schön. Jetzt wollten wir wohl nicht mehr dorthin.. Die Wüste mit Minouk, euer Bild.. Melancholie breitet sich aus. Und dann wieder diese Begegnungen und Freundlichkeiten, die alles wieder wettmachen. So großartig!
Weiter geht’s! Wir freuen uns auf weitere Berichte und ebenso tolle Bilder!
Liebe Grüße aus dem schneeweißen frostkalten kleinen Wöschele
Christiane + Alex + Namkha
Euch ein gutes, neues Reisejahr mit vielen netten und interessanten Begegnungen, Gesundheit und allzeit gute Fahrt!
Wir waren vor ca. 10 Jahren im Oman, damals noch werktätig und ohne Womo unterwegs. Eigentlich wollten wir immer nochmal dort hin – schauen wir mal, jetzt freuen wir uns erst mal auf Patagonien und Feuerland.
Liebe Grüße aus Buenos Aires
Rita und Ronald