Arabische Halbinsel (mehr s. auch ´Vergangene Reisen Vorderasien/Arabien´)
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Kurze Filme der Reiseroute (11.12.25)
Die Reiseroute:
Jordanien 08.03. – 12.03.2026
08.03. – 12.03.2026 Rasen, nicht reisen. Der Weg ist nicht mehr das Ziel. Der Grenzwechsel KSA – Jordanien ist unspektakulär, ruhig, freundlich. Ist es sicher, Petra zu besuchen, frage ich die Grenzer? Ein Angesprochener checkt das Internet und sagt: Ja, es ist sicher, es wird dort nicht frieren und die Sonne scheint. ??? Krieg? In Jordanien ist kein Krieg. Wir entscheiden uns, das UNESCO Welterbe Petra nicht links liegen zu lassen. Zudem brauchen wir stabiles, gutes Internet, zur Beantragung der Irak-Visa. Und so biegen wir rund 20 km von der Hauptstraße ab, die mehr als 2000 Jahre alte Stadt der Nabatäer, in wunderbarer roter Sandsteinlandschaft gelegen, zu besuchen. Die Handelsroute zwischen Mesopotamien und Ägypten ließ sie erblühen, Weihrauch, Myhrre, Gewürze waren die Güter. Wir haben das beeindruckende Petra fast für uns allein. Geschichte zieht an uns vorbei. Ebenso Menschen, die mangels Tourismus erneut kaum Einkommen haben. Der Spazierweg tut gut, nach der kürzesten fünf km langen Route nehmen wir den Shuttlebus zurück zum Eingang.
Je mehr man versucht, äußere Ereignisse zu kontrollieren, desto weniger Kontrolle hat man über sein eigenes Leben. Epiktet, griechischer Philosoph. Heute ist es uns gelungen, wieder ein Stück Kontrolle über unser Leben zurückzugewinnen.
Wir wählen die kleine Landstraße 35 nordwärts, die zwischen den beiden großen Highways durch die Berge verläuft. Faszinierende Landschaft, Dörfer und kleine Städte entlang des Weges, Menschen winken, grüßen. Am Straßenrand reihen sich Obst- und Gemüsestände, Werkstätten aneinander, ein lebendiger Streckenabschnitt. Grüne Felder. Bäume und Blumen blühen. Der Frühling hält Einzug. Gäbe es keine Nachrichten, wir kämen niemals auf die Idee, dass Menschen im Krieg sind. Auf dem bewachten Strandparkplatz am Toten Meer beim Wadi al Sheqeiq sind wir zur Nacht willkommen. Das Navigationssystem weist -370 m aus, wir blicken auf den am tiefsten gelegenen See der Welt! Das Tote Meer, eigentlich ein abflussloser See, wird maßgeblich vom Jordan gespeist, ist extrem salzhaltig und befindet sich am Nordende des großen afrikanischen Grabenbruchs.
Umgeben von biblischen Geschichten, Jericho, Jerusalem, Jordan, Sodom, See Genezareth sind nah, wenn auch durch Grenzen getrennt, verlieren wir erstmals die Orientierung. Die GPS-Signale auf Tablet und Garmin sind gestört. Am Grenzfluss Jordan auf jordanischer Seite liegt der Ort, wo Johannes Jesus taufte, seit 2015 UNESCO Welterbe. Am Besucherzentrum entscheiden wir uns aus verschiedenen Gründen gegen einen Besuch, blicken lediglich ins Museum und ziehen weiter.
Eine kleine Landstraße schraubt sich in atemberaubender Steilheit hinauf auf den Mt. Nebo und gemächlicher hinab nach Madaba, südlich von Amman, wo wir in der Kirche St. Georg Kerzen anzünden, für die Toten und die Lebenden, eine unserer Reisetraditionen.
In Al Azraq al Shamali übernachten wir am Rande des Dorfes, noch 230 km bis Irak. Hören wir da erstmals den Krieg? Nachts schrecke ich auf von einem Donnerknall. Ein Einschlag, ein Abschuss? Von der nahen Air Base, 6 km Luftlinie entfernt? Ruhe, im Dorf und auf der Straße. Nur in der Luft Flugzeuge und ab und an Sirenen, auf die niemand reagiert. Es ist 05:30 Uhr, wir legen uns nochmals aufs Ohr. Tanken morgens Diesel und Wasser, erreichen die Grenze, leider endet 24/7 heute bereits um 15:30 Uhr. Machen wir so enttäuschte Gesichter? Man winkt uns durch und eine Stunde später sind wir ausgereist. Nun zu den Irakis, doch dazu demnächst. In Tarbil muss gebetet und das Fasten gebrochen werden.
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