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Arabische Halbinsel  (mehr s. auch ´Vergangene Reisen Vorderasien/Arabien´)
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Kurze Filme der Reiseroute (11.12.25)

Die Reiseroute:

Vereinigte Arabische Emirate (UAE) 27.12.2025 – 10.01.2026
Spotlight UAE
Reisezeit: 27.12.2025 – 10.01.2026
Gefahrene km: 1132 km, Motorrad Jürgen/Marion 0
Nachtplätze: 9, 1 Stellplatz (kostenfrei), 8 x frei im Irgendwo
Internet: Quantität/Qualität 5G flächendeckend, anfangs WhatsApp-Probleme
Lebenshaltungskosten: Alles was das Herz begehrt und mehr, teils herausragende Qualität, allerdings fast ausnahmslos Importware! Alkohol gibt es zu recht moderaten Preisen in Spezialgeschäften auch für Touristen.
Kraftstoffpreise: Diesel etwa 60 ct/l., im Land überall gleich.
Verkehrssituation: geruhsam; auch in den Großstädten sittsam, übersichtlich. Drempler nerven. Selten sind Polizeiposten und mobile Geschwindigkeitskontrollen, gehäuft modernste stationäre!
Wetter: wunderbares Klima zum Überwintern!
Tourismus: Insbesondere Strände werden zu Privatbesitz bzw. temporären Touristenattraktionen ausgebaut und verlieren viel von ihrer Ursprünglichkeit. Übernachten im LKW ´irgendwo´ in den Städten schwer legal möglich.
Gastfreundlich, interessiert und hilfsbereit sind die Menschen, je weiter draußen, um so mehr.
Fazit: Eine Union mit hohem touristischem Potential, das genutzt wird; Dubai-Stadt verzeichnet weltweit die höchste Anzahl an Touristen. Insbesondere abseits der Großstädte ist man dem Individualreisenden gegenüber noch recht offen.

09.01. – 10.01.2026 Der Weg in die äußerste westliche Ecke der UAE nahe des Kleinstaates Qatar/Doha führt durch wunderschöne Sandwüste. Diesel tanken sowie einkaufen sind einfach zu bewerkstelligen, Wasser tanken im Wüstenstaat, wo das Nass mittels Tankwagen verteilt wird, ist schon aufwendiger. Mehrere Anläufe braucht es, ehe Jürgen bei Al Dhannah nahe einer Meerwasserentsalzungsanlage ein Wasserfahrzeug mit geeignetem Anschluss und hilfsbereitem Fahrer findet. Die obligate Dusche ist für beide inbegriffen! Und dann sind vor dem Grenzübertritt noch alle äthanolhaltigen Vorräte zu entsorgen, was mit einer Auswahl an französischem Käse Freude bereitet. Anders als Oman und UAE sind die Saudis was Alkohol betrifft noch strikt, wegen der Religion, aber auch, seit ein Prinz einen britischen Diplomaten 1951 auf einer Party erschoss. 1952 erging durch den König das totale Verbot! Nun denn, wenn wir in Al Batha in das Königreich Saudi Arabien einreisen dauert unser trockener Januar halt bis März.
Die Fahrt Richtung Grenze führt durch eintönige Landschaft, großindustrielle Anlagen, Gas, Kernkraft und Meerwasserentsalzung, prägen das Bild. Die meist gerade Straße gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns hinter der Grenze erwartet. Wir sind sehr gespannt, freuen uns auf das uns unbekannte Land, wenn es auch mit der längsten geraden Straße der Welt beginnt. 240 km schnurgerade, ohne Kurve, kein auf oder ab, eine mentale Herausforderung. Wir werden es meistern und berichten.

03.01. – 08.01.2026 Nein, nicht erneut Abu Dhabi besuchen. Neblig graues Wetter ließe uns auch diesmal die Große Moschee mit ihrem weißen Marmor und den goldenen Kuppeln vor stahlblauem Himmel nicht bestaunen. Doch was lenkt uns Richtung Stadt? Die deutsche Bäckerei? Die deutsche Tierärztin, die Minouk 2017 impfte? Das Schicksal will es, dass uns die Niederländerin Jaleesa, mit ihren Kindern im Auto unterwegs, den Fußweg zur Bäckerei versperrt. Ist das euer Auto dort hinten? Wow, ich bin begeistert drum herum gefahren, deutsches Nummernschild. Woher, wohin, wie lange? Braucht ihr was? Kann ich irgendwie helfen? Ja, wir wüssten gerne, wo in der Stadt ein Selbstservice-Waschsalon ist. Bereits seit geraumer Zeit fahren wir Schmutzwäsche spazieren, ohne dass der Haufen kleiner wird. Just eben kommen wir frustriert aus dem Salon, wo man pro Wäscheteil 1,20 EUR verlangt, das heißt auch für jede einzelne Socke. Na gut, fürs Betttuch ebenso, aber wir haben viel Kleinkram und nur ein Spannbetttuch. Jaleesa bestätigt unsere Recherche, nirgends Selfservice, nur Dienstleistung. Aber sie hat eine Waschmaschine, trocknet auf dem Balkon bzw. im Trockner, wenn die Sonne nicht reicht. Der Leidensdruck ist hoch, die junge Frau scheint es ernst zu meinen und so sortieren wir im LKW das Nötigste für die Ladung einer Haushaltsmaschine aus und treffen sie wartend am Hauseingang wieder. Ich rufe euch an, wenn alles fertig ist. Sie zieht mit ihren Kleinkindern und der Schmutzwäsche völlig Fremder von dannen und wir in die Cafe´-Bäckerei. Später wandern wir entlang der Waterfront, räumen Ive ein wenig auf, denn Jaleesa bringt die Wäsche und ihre Kinder Zuhi und Arav, die aufgeregt unser Heim erkunden. Nein, Geld will sie keinesfalls, auch nicht für die Kinder. Wir sollen versprechen, dass wir ihr unsere Schmutzwäsche bringen, sollten wir nochmals in der Gegend sein. Was gibt es doch für wunderbare Menschen, was für tolle Begegnungen! Immer noch! Danke Jaleesa für die Begegnung, die Erfahrung mit dir und deinen Kindern.
Unterwegs zu den Liwa Oasen nahe der großen Wüste Rub al Khali liegt auf dem Gelände von Shams Power Plant, dem Solarkraftwerk in Zayed, das seit 2013 Strom erzeugt, auch das Innovationszentrum, eröffnet 2018. Das schauen wir an. Es herrscht weder Besuchs- noch Fotoverbot. Einzig für uns werden Tür und Tor geöffnet, die Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit kommt, erklärt, angenehm ist die Kommunikation mit ihr. Zwischen Baubeginn und Inbetriebnahme vergingen weniger als zwei Jahre. Im Sommer, wenn die Temperaturen für das eingesetzte Medium Öl zu hoch werden, wird die Anlage nicht genutzt. Gespeichert wird quasi nicht. Bei Minderleistung helfen Generatoren aus, z. B. nachts. Sie bejaht meine Einschätzung, dass auch hier Green Energy ohne Atomkraft nicht funktioniert und Shams, wie Windkraft und Recycling, nur einen geringen Beitrag im Vergleich zu Kernkraft und Öl liefern, Shams z. B.21.000 Haushalte versorgt, grün sst sich halt gut vermarkten. Shams 2 und 3 wurden 2013 angekündigt, liegen aber auf Eis. Die aktuelle Anlage, Shams 1, ist auf 25 Jahre konzipiert, dann muss eine neue her. Halbzeit! Aber man baut ja fix in den UAE.
Wir erfahren von der erfolgreichen Bindung der Mitarbeiter an die Firma, vom kulturellen Prinzip der Erschaffung eines Klimas von Arbeitsfreude und Verantwortung. Das Innovationszentrum soll den Kindern der Angestellten die Arbeit der Eltern spielerisch nahe bringen, Schüler sensibilisieren fürs Thema Energie, Wandlung und Verbrauch sowie Studenten die Technologie nebst ihrer Problematik erläutern. Touristen verirren sich kaum hierher.
Wie verschwenderisch mit Energie bzw. Ressourcen verschiedenster Art umgegangen wird, erleben wir an der nahen Moreeb Düne. Mit ca. 50° ist sie die steilste, und mit fast 300 m eine der höchsten Dünen der Welt. Das zieht seit je her die Wüstensöhne mit ihren PS-Boliden an, aber heute ist das einstige meist stille Wüstental am Rande der Rub al Khali durchzogen von dreispurigen Straßen, zahlreichen Kreisverkehren, Installationen und mehr. Wegen des alljährlich zum Jahresende stattfindenden Liwa-Festivals häufen sich Reste vom Großereignis mannigfach, Müll, Schutt, Schrott. Temporär errichtete Gebäude wie Supermärkte, Klinik, Wäscheservice, Restaurants werden abgebaut, Sanitärinstallationen von den Ver- wie Entsorgungsleitungen gekappt und alles auf zahllose LKW verladen. Wir sind weder Motorsportgegner noch Klimapaniker, doch bei diesem Anblick von Zerstörung kommt Trauer auf, sicherlich auch geschürt durch die derzeitig komplexe Gemengelage: das Erlebnis der wunderbaren Gegend 2017, im Geiste rast Minouk voller Freude die Dünen hinab, erklimmt sie voller Kraft. Daheim schwächelt mein alter Vater körperlich, geistig auf der Höhe doch müde, möchte er das Weltgeschehen und die Auswirkungen auf die Urenkel ausblenden, Berlin brennt, die EU wird offensichtlich zunehmend zum Höllenloch. Liegt hier Trump mal richtig?
Wir verlassen Moreeb, finden weiter Richtung Saudi Arabien nahe einer Kamelfarm bei Western Mahadir einen Wüstenplatz nach unseren Wünschen. Es dauert nicht lange und der Besitzer kommt, grüßt, lädt zwei Pakete Holz und 1,5 l frische, warme Kamelmilch aus dem Auto. Es wird kalt abends meint er, enjoy, und fährt von dannen. Schicksal? Auf und ab; das Leben! Wir bleiben, ruhen aus. Jürgen schmiert Ive ab. Ich reinige die Wohnkabine ein wenig, bereite Grießpudding mit Kamelmilch. Danach ein langer Spaziergang durch die Wüste. Auf dem Rückweg entlang der Farm wandern erneut 1,5 l warme Milch in unsere Taschen. Wir bleiben, noch eine Nacht, länger sollte Gastfreundschaft nicht beansprucht werden.
Im Besitz der Visa für das Königreich
Saudi Arabien genießen wir entspannt die Zeit in Mahadir, für Samstag stehen Grenzerfahrungen an.

27.12.2025 – 02.01.2026 Im Grenzraum zu den UAE bei Hamad geht netztechnisch leider gar nichts und weitere Recherchen bzw. Kontaktaufnehmen sind nicht mehr möglich. Der im Bau befindliche Grenzübergang zwischen Zarub und Khatm Al Shiklah ist gigantisch und unübersichtlich. Insbesondere Trucker nutzen ihn, Touristen sind eher unüblich. Doch jedermann ist freundlich, zuvorkommend bemüht, uns Orientierung zu geben. Insbesondere in den UAE fehlt jede Spur von Arroganz. Stempel sausen kostenfrei auf die Ausweise: You are most welcome! Do you have any questions? Enjoy your stay! Willkommenskultur, theoretisch für die nächsten 90 Tage.
In Al Ain im High Spirit Store erwerben wir Bier und Wein zu moderten Preisen, seit einigen Jahren für nicht muslimische Touristen auch ohne Lizenz möglich.
An der Kontaktaufnahme mit dem weltweiten Netz scheitern wir, fast. Jürgens CAT ist zu alt für die 5G-SIM-Karten von du. Das Google Phone rettet uns, und so trudeln später schöne Bilder und Videos der letzten Familienfeiertage ein, zeigen uns, was wir alles verpassten. Älteres Material ist leider verloren. Schwer ist diese Zeit, die im Familien- und Freundeskreis neben Weihnachten auch noch mit zahlreichen Geburtstagen gespickt ist. Und der Nachtplatz an einer Al Ain Farm ist kaum geeignet, Ausgleich zu schaffen.
In Dubai erfahren wir erneut, dass es für schöne Erinnerungen kein Update gibt, sondern man sie im Schatzkästchen hüten sollte. Die Stadt ist eine gewaltige Baustelle. Allenthalben wachsen Kräne in den Himmel, Absperrungen führen zu Umleitungen für KFZ und Füße, versperren mancherorts den Blick. Freiflächen entlang der einst zahlreichen öffentlichen Strände wie dem Sunset Beach, angeblich ehemals schönster der Stadt, sind Großbaustellen. Jumeirah 2+3 sowie der Public Beach am Umm Suqeim Park sind frei zugänglich, tagsüber, für PKW. Ein städtischer Mitarbeiter versucht zu helfen, keine Chance. Einzig legal ist Camping an The Palm Jebel Ali, der südlichen ins Meer gebauten Palme. Da Jürgen zwischenzeitlich mehrfach durch Dubai kurvt, der Frust steigt und die Sonne sinkt, fahren wir schließlich den Platz 40 km außerhalb von Dubai City an. Vor Ort zeigt sich, dass er, ebenso wie die zahllosen Siedlungen der Fremdarbeiter, im Industriegebiet liegt, die Palme noch immer Großbaustelle ist, die seit Jahrzehnten die Landschaft zerstört, man nur drei Tage ohne Permit campen darf und die Anbindung an ein ÖPNV-System, sieht man von der Einflugschneise des Flughafens ab, nur theoretisch vorhanden ist. Es hebt keinesfalls die Stimmung, dass ich, im Zwielicht auf Stellflächensuche, unsanft im schmierseifigen Matsch lande. Overlander? Keine, nur Inlander bzw. einige Deutsche auf Suche nach Asyl in den UAE.
Uns ist klar, Silvester in Dubai erleben geht von hier aus nicht. Also recherchieren, planen, wieder rein in die Stadt, abseits vom Golf nach Stellplätzen schauen, und finden. Dubai Internetcity hat Freiflächen, einen Metroanschluss und bis zum Burj Khalifa sind es nur sechs Stationen. Unser Test am 30.12. verläuft erfolgreich. Wir schlendern durch die Mall, bestaunen das Licht- und Wasserspiel an der Dubai Fountain am Abend: Kreativität, Kunst, Technik, Können bieten eine erstaunliche, gigantische Show für die Menschen auf der Sonnenseite des Lebens. Ein besonderes Erlebnis.
Beim Spaziergang am Silvestermorgen erfährt Jürgen zufällig von einem Einheimischen einiges über den Ablauf der Silvesterereignisse um und am Burj Khalifa. Schnell ist uns klar: Keine Chance, sie heute zu erleben, wenn wir nicht 24 Std. auf den Beinen bleiben wollen. Planung wäre zwingend notwendig gewesen. Nun, Alternativen gibt es mehrere, wir entscheiden uns für die Partymeile an der Palm Jumeirah. Bepackt mit Picknickdecke, Wein, Finger food ziehen wir an die Strände der Palme. Der Stadtteil erstrahlt im Lichterglanz. Die Stimmung ist gespickt von Feierlichkeiten in Privathäusern, Restaurants, auf Booten. Doch vergleichsweise ruhig geht es von statten, hier und da Musik, Disco, Kinder spielen am Strand. Punkt Mitternacht startet das Spektakel am ca. 10 km entfernten Burj Khalifa. Beeindruckend? Ja. Spektakulär? Nein. Zu weit ist die Entfernung, die Laseranimation am höchsten Haus der Welt geht an uns vorbei. Und so sitzen wir bereits um 01:30 Uhr wieder draußen an unserem Wohnmobil. Peter und Marion im Iveco unterwegs hatten sich zu uns in die Internetcity gesellt und den Versuch unternommen, mit Quad an den Burj Khalifa zu kommen. Keine Chance, noch vor uns wieder daheim schlafen sie bereits und so stoßen wir zu zweit verspätet mit Sekt auf das neue Jahr an und wünschen uns und den Menschen auf der Welt, dass es ein gutes wird.
Neujahrstelefonate, schwatzen rund herum, bummeln durch die Marina Mall, den Deira Gold Suq besuchen und am 02. Januar geht es weiter.

Oman
03.12.2025 bis 27.12.2025

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12 Gedanken zu „2023 Start->GoSouth 2.0 Arabische Halbinsel

  1. Übrigens: Berlin ist gelöscht, EU ein Höllenloch?? Wir sind lieber, wenn es donnert, in D als in USA und größeres Vertrauen in die Justiz haben wir immer noch mehr in D (und soweit noch in USA) als in UAE, Saudi-Arabien, die meisten afrikanischen Staaten etc. Sei’s drum. Habt eine gute Zeit, Freude beim Reisen und immer die Vorräte lecker gefüllt!

    1. „Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste“ Ein lesenswertes Buch von Henno Martin und Hermann Korn. Zwei junge deutsche Geologen entfliehen 1940 dem Krieg und leben 2,5 Jahre in der Wüste um den Kuiseb Canyon, Namibia. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt! Die „Wüstenfüchse“ 😉

  2. Hallo, ihr alten Wüstenfüchse,
    Unsere Erinnerungen an den Jumeirah Beach, ein Feuerwerk um das Burj al Arab sind noch sehr schön. Jetzt wollten wir wohl nicht mehr dorthin.. Die Wüste mit Minouk, euer Bild.. Melancholie breitet sich aus. Und dann wieder diese Begegnungen und Freundlichkeiten, die alles wieder wettmachen. So großartig!
    Weiter geht’s! Wir freuen uns auf weitere Berichte und ebenso tolle Bilder!
    Liebe Grüße aus dem schneeweißen frostkalten kleinen Wöschele
    Christiane + Alex + Namkha

  3. Euch ein gutes, neues Reisejahr mit vielen netten und interessanten Begegnungen, Gesundheit und allzeit gute Fahrt!
    Wir waren vor ca. 10 Jahren im Oman, damals noch werktätig und ohne Womo unterwegs. Eigentlich wollten wir immer nochmal dort hin – schauen wir mal, jetzt freuen wir uns erst mal auf Patagonien und Feuerland.
    Liebe Grüße aus Buenos Aires
    Rita und Ronald

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