2019>GoSouth_West_Afrika

Und wieder einige kurze Filme von unserer Reise;  Update 28.03.20 (klick hier):

Westafrika: Senegal >

Senegal
26.03. – 30.03.2020 Salat. Zubereitet als Blattsalat, Spinat, Pesto! Rettich, Zwiebellauch. Gedünstet mit Erdnussöl, an Kohlrabi erinnerndDank an unsere spendablen Gastgeber Vincent und Stefanie! Frischer Ziegenkäse, Hartkäse von der KuhGekauft bei Moussa nebenanNatur, aromatisiert, leicht erwärmt… Genuss pur. Morgens frisches BaguetteBringt Amadou für 50 Ct. incl. Service! Er kommt aus dem Ort, schaut auf dem Gelände nach dem Rechten. Pflanzen gießen, Palmen schneiden, Grünschnitt verbrennen, Brötchendienst… es geht uns gut. Jedoch beobachten wir wachsam die Stimmung im Dorf. Aus der Heimat gehen vereinzelt Infos zu Ausschreitungen Mensch gegen Mensch ein.
Absatz für Hundebesitzer: Minouk wird zur animal farmWas ist geschehenDie zu den Schmeißfliegen gehörendMango- oder auch Tumbufliege legt ihre Eier, aus denen sich Maden entwickeln, in den Sand. Wälzt sich Tier oder Mensch im Sand, dringen sie in die Haut, ernähren sich vom Wirt, wachsen zu großen Drittlarven heran. Wie wird man sie wieder los? Nichts tun. Dann verlassen die Drittlarven nach 8– 12 Tagen den Wirt, hinterlassen aber recht große Löcher. Ausdrücken. Made für Made… Auf die furunkelartigen Pusteln geschmiertVaseline oder Öl verstopft die Atemlöcher der Parasiten, sie schauen notgedrungen aus der Haut hervor, Chance sie auszudrücken. Leider funktioniert der Trick bei Minouk schlechtDie meisten Maden kommen nicht unter Atemnot leidend an die Oberfläche, scheinen abgestorben. Die Hundehaut ist dick. Minouk hält meist still, ahnt, dass wir ihm Gutes tun. Bislang erntewir 20 Maden. Der kleine Rudi von Anja und Jörg hatte mehr als 60 Plagegeister. Die umfassende Ektoparasitenprophylaxe, die Minouk erhält, hilft kaum gegen den Befall. „Wurmkuren“ sind nicht dienlich, da es sich nicht um Würmer, sondern um Fliegenlarven handelt. Ich beschäftige Christiane mit dem Problem – herzlichen Dank für deinen Beistandmeine LiebeSie ergänzt und bestätigt meine Recherchen sowie die Info von Vincent, selber Hundebesitzer: Das ist nicht so schlimm, nur die Dinger sollten möglichst lebend und komplett raus, die Löcher sich nicht entzünden. Na toll! Ich/drücke, quetsche, schmiere nach mehr oder weniger erfolgreicher Entfernung Jod- bzw. Zinksalbe in die WundlöcherInfektionen machen uns Sorgen. Wir laufen mit Minouk ins Meer, was er nicht ganz freiwillig tut… Nein, ihr Lieben, es ist keine reine Tropenkrankheit, die Fliege kommt auch in Europa vor!
Zum Abschluss ein Lesetipp: https://multipolar-magazin.de/artikel/coronavirus-irrefuhrung-fallzahlen

22.03. – 25.03.2020 Nein, wir sind keine klassischeSupermarkteinkäufer. Aber französischeKäse und Charcuterie sind einfach ein Genuss. Beides gibt es bislang in Afrika eben nur bei den großen Supermarktketten. Offen für Neues verleiht Hibiskus-, Ingwer- oder Baobabsirup Obstsalaten aus Mango, Papaya, Sapoti und bekannten Früchten exotisches Aroma. Auch deren Marmeladen sowie die von Kokosnuss und Corossol (Stachelannone, oder Sauersack), Erdnusscrunchys, wunderbar! Kerne vollreifer Papayas (die unreifer Früchte sind gesundheitsschädlich, Nachahmer bitte zuvor informieren) geben unseren Speisen ein fruchtig-pfeffriges Aroma… Gerne schlendern wir überlokale Märkte, bedienen uns am dörflichen Angebot, manchmal direkt vom FeldÜberraschend viel Kohl, Rettich und Zwiebel werden angebaut, der längeren Haltbarkeit im Vergleich zu Tomaten, Paprika, Gurken geschuldet? Ich/M bin zwar kein Fan ersterer Gemüse, aber sie sind schmackhafter als heimische Varianten.
Verkettung unglücklicher Umstände führen dazu, dass Jörgs Magirus noch immer eine Immobilie istEs mag widersinnig klingen, aber ebendiese Sesshaftigkeit lässt den Rhythmus des Reisens wieder aufkommen. Nicht sammeln touristischer und landschaftlicher Hotspots, ausrichten von Reiserouten an Hand verschiedenster Termin- und Klimakalender, sondern das Sein im hier und jetzt bestimmt den Alltag. So soll es sein. Die Gedanken an den geplanten Heimflug im Juli legen wir weiter hinten im Hirn ab. Wiedervorlage in vier Wochen.
Verzeiht, dass Corona uns nicht loslässt. Ein paar Gedankenpuzzleteile. In Italien sterben im langfristigen Durchschnitt pro Tag 1500 – 1600 Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 83,4 Jahre (Stand 2018, Eurostat). Das derzeit aktuellDurchschnittsalter der Verstorbenen in den Monaten Februar/ März 2020 beträgt 81 Jahre https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Italien).Vergleichbare Zahlen aus diesen Monaten der Vorjahre wären interessant! Jeder Tote, der Corona infiziert war, aber an Vorerkrankungen litt, die zum Tod führten, tritt in der Corona-Statistik auf; ebenso Corona-Infizierte, die durch Krankenhauskeime starben. Marodes Gesundheitssystem, hohe Industrialisierung und Luftverschmutzung im Norden, regelmäßigBetreuung symptomfreier Kinder durch die „Risikogruppe“ Großeltern…
Wir ziehen um. Vincent Isambourg und seine Frau bieten uns ihr wunderschönes Gelände am See als Stellplatz an https://www.espritdafrique-senegal.com/bonaba-cafe. So parken wir Ive neben dem zunächst für vier Wochen geschlossenen Restaurant. Lohnfortzahlung? Unüblich! Rund elf Familien hängen am Betrieb. Unser neuer Nachbar macht Käse aus Ziegenmilch. Er verkauft. Welches Glück, hier gestrandet zu sein und nicht im Europa-Chaos. EU, zerrieben zwischen Ost und West, Abschottung und Grenzziehung statt Einigkeit in grenzüberschreitender Krise. Politversagen auf breiter Front. Wie es weitergeht? Wir werden sehen! Seit Dienstag früh patrouillieren Gendarmerie und Militär. Kontrollieren die Einhaltung der von der Regierung seit Mitternacht geltenden Einschränkungen und Verbote. In nicht einmal vier Wochen ist es nahezu weltweit gelungen, menschliche Grundrechte weitgehend außer Kraft zu setzten. Milliarden sind kaserniert, zum fragwürdigen Wohle weniger Tausend. In den Medien tauchen vereinzelt Berichte über Kollateralschäden auf: Der Virologe Alexander Kekulé mahnte …. „Wegen einer … Minderheit 95 Prozent der Bevölkerung einzusperren, da ist der Kollateralschaden viel zu hoch.” https://www.nordkurier.de/nachrichten/ticker/aerztepraesident-warnt-vor-ueberforderung-2038786803.html In die Alpenrepublik geschaut, wo sich der Staat sauber versucht aus der Verantwortung zu stehlen: https://computerwelt.at/news/kommentar/wirtschafts-crash-als-kollateralschaden-der-virusbekaempfung/
Nebenaspekte sind die ganz persönlichen Dramen, die sich still im häuslichen Umfeld abspielen.
Dem Wachstumsgötzen steht wirtschaftlicher Stillstand gegenüber, dem Miteinander soziale Deprivation! Finden Politik und Gesellschaft so zu einem Mittelweg?
Der Lac Rose wird rosa! Die entsprechende Brille habe ich wohl gerade verlegt!

17.03. – 21.03.2020 Senegal macht dicht! Schulen, Moscheen, Klöster, Campments…. bedingt auch die Grenzen zu den NachbarMauretanien, Gambia und GuineaVeranstaltungen zum Nationalfeiertag am 04. April sind abgesagt. Was kommt dann? Wie geht man mit den Touristen umRückholaktionismus des AA; für uns ist die Lage noch ruhigMan kennt und grüßt uns. Die Polizei fragt nach unserem Befinden… bloß nicht husten oder niesen 😉 Weltweit werden in großem Stil lang erkämpfte Grundrechte massiv außer Kraft gesetzt! Mit unfassbarem Erfolg manipulieren Rattenfänger die Massen. Wurde der Hebel getestet und für gut befunden, die Welt aus den Angeln zu heben?
Das Paket mit den Ersatzteilen ist zwischenzeitlich in Senegal – das heißt nicht, am Bestimmungsort. Und so üben wir uns weiter in Geduld. Telefonieren, recherchieren auf unserer Quarantäneinsel.
Schokoladenpudding, cremig nussig, kalorienarm, auf Bäumen wachsend – die Vorstufe zum Paradies. Nein, wir halluzinieren nicht, können auch nicht mit einer neuen Corona-Symptomatik aufwarten. La ToubabLac Rose artiste Myriam, die Weiße vom Rosa See, entführt uns dorthin, in dem sie uns mit der Sapoti-Frucht https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Sapote bekannt macht, die, als schwarze Sapote, den beschriebenen Geschmack aufweist. Auch die anderen Varianten sind schmackhaft, erinnern an eine Mischung aus Birne und Kiwi.
Salat! Vincent bringt gleich eine große Tüte voll. Ein Geschenk. Der Franzose aus Lille lebt seit 16 Jahren hier. Ist Chef der Bonaba-Tourismuseinrichtung https://www.espritdafrique-senegal.com/bonaba-cafe. Eigentlich ist er Künstler. Maler http://palette.senegal.over-blog.com Da er sein Restaurant schließen muss – Corona! – verschenkt er den für die Gäste angebauten Salat.
Unsere Vorräte an Wasser und teils auch an Lebensmitteln gehen zu Neige. Man weiss ja nie, was kommt, also verlassen wir vorübergehend den Stellplatz am See
zum bunkern. Wasser gibt es bei Myriam nebenan am Dorfbrunnen, Lebensmittel im rund 15 Kilometer entfernten großen Supermarkt in Keur Massar. Vor dem Betreten heißt es, einen Security, ausgerüstet mit Desinfektionslösung, zu passieren. Dann geht die Schlacht los: Zwischen Scharen von Einkäufern, die aus den Regalen entnehmen was noch da ist, längere Haltbarkeit aufweist und brauchbar erscheint, versuchen Bedienstete leere Kisten wegzuräumen, Neues einzulagern. Mehl, Brot, Zitronen sind aus… Schweinekoteletts, Bleu d´AuvergnePaté de Campagne, Croissants sind im Angebot… ergo wir auf der Gewinnerseite! Etwa jeder Dritte trägt Mundschutz. Nicht immer vor dem Mund. Locker um den Hals, auf der Stirn, am Handgelenk. Erinnert an das Tragen von Helmen italienischer Vespafahrer.
Der Afrikaner bedient sich fast ausnahmslos vom Markt und Tante Emma Laden. Supermärkte sind viel zu teuer. Entsprechend lässt sich das alltägliche Leben in Afrika kaum so lahmlegen wie in der EU. Gewohnt wuselig geht es auf den Straßen zu. Bei uns kommen leichte Erkältungssymptome auf. Haben zu viel über Corona gelesen. 

13.03. – 16.03.2020 Freitag der 13., angetan, abergläubisch zu werden? Fassungslos beobachten wir, was in der Welt geschieht. Was ist richtig? Was falsch? Tatsachen und Fakten sollten Basis für Entscheidungen sein, nicht Angstmache, blinder Aktionismus und Polemik; Hebel, die Welt aus den Angeln zu heben! Die Welt im Krieg!? Erlaubt mir auf ein Spiegel-Interview mit Alfons Labisch hinzuweisen https://www.spiegel.de/gesundheit/coronavirus-medizinhistoriker-ueber-parallelen-der-corona-epidemie-zu-frueheren-seuchen-a-3bab7496-ff0b-4a4d-a8d5-43ed4beb7aa8 und zwei Zitate daraus anzuführen: Der berühmte Hygieniker Max von Pettenkofer hat als Reaktion auf die Cholera-Epidemie der 1850er-Jahre sinngemäß gesagt: Keine Epidemie kann so schlimm sein, dass man den bürgerlichen Verkehr unterbrechen darf. Das heißt, die Grundvoraussetzung eines gesellschaftlichen Lebens ist unter allen Umständen zu bewahren, die Gesundheitsmaßnahmen dürfen nicht die Kommunikation von Menschen, den Austausch von Gütern und Dienstleistungen unterbinden. ……. Über das alltägliche Elend redet niemand, über das Sensationelle jeder: Es ist die Angst vor dem Unbekannten. Wann hatten wir zuletzt so eine Situation? Vielleicht bei …. der Schweinegrippe H1N1. … Bei H1N1 hatten wir allein in Deutschland circa 230.000 Fälle und 250 nachgewiesene Todesfälle. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher gewesen sein. Wir haben damals in Deutschland ….in Sachen Containment wenig unternommen. Die H1N1-Epidemie kam aus den USA. Niemand hat die USA an den Pranger gestellt….
Interessant auch folgende Aussage zur Panikdemie: https://www.cash.ch/news/top-news/corona-krise-der-test-von-roche-ist-ein-gamechanger-im-kampf-gegen-das-corona-virus-1500080 Zudem wird es möglich werden, genauer zu erfahren, wie gefährlich diese Pandemie wirklich ist. Die Angaben, wie tödlich Sars-CoV-2 ist, variieren noch immer stark. Man weiss zwar, wie gross der Zähler ist, also die Zahl der Toten – zur Zeit sind es bereits mehr als 5’000; aber der Nenner, also die Zahl der Infizierten, liess sich bis nicht wirklich beziffern. Nun denn, Roche wird wohl auf der Gewinnerseite stehen!
Wie wäre es, mal wieder eine neue, wohl vergessene Sau durchs Dorf zu treiben? Mit Tihange und Doel hätten wir da Vorschläge!
Zurück zu unserem alltäglichen Leben. In Afrika. Nicht abseits des Geschehens, doch aus der Distanz betrachtend. Jörgs Paket mit den Ersatzteilen ist noch immer unterwegs. In Quarantäne?
Das Etappenziel Herzogenrath – Dakar krönen wir mit einer Zweiradtour um den
Lac Rose, über dem u. a. die Legende des Belgiers Rahier schwebt: https://de.wikipedia.org/wiki/Gaston_Rahier. Mit verklärtem Blick redet man von den alten Zeiten. Rühmt sich, beim Eintreffen der Piloten dabei gewesen zu sein. Die ´Dakar´ ist überall Thema, nicht nur bei denen, die Ralley-T-Shirts verkaufen. Terrordrohungen, Angst und Politik bereiteten dem Event und Existenzen ein Ende.
Bei der Tour um den See lernen wir neben der Sonnenseite des Sees auch die der Armut, des Mülls und der wirtschaftlichen Nutzung unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen kennen. Bei unserer Rückkehr ist Minouks Freude leider so groß, dass er beim Sprung von der Sitzgruppe über den Tisch selbigen zertrümmert – ein Ridgeback ist nunmal kein Schoßhund. Statt Bier trinken heißt es für Jürgen: Tisch ausbauen, in gefühlte Tausend Einzelteile zerlegen, Defekt suchen, Dämpfer gebrochen! Statt Feder Holzbein! Entsprechend herrscht ein wenig Chaos in unserer Überlebenskapsel. Morgen ist auch noch ein Tag. Wir essen draußen. Lassen Ruhe einkehren. Genießen den lauen Sommerabend, darauf hoffend, dass die Welt nur taumelt, sich wieder fängt und weiter dreht.
Wir lernen Myriam, in Belgien geborene Italienerin und seit sieben Jahren am See lebend, kennen. Im Restaurant-Café verwöhnt sie mit der senegalesischen Köchin Binta die Gäste. Kleines Geld für großes Essen, wunderbar aromatischer Kaffee-Touba, herzliche Gastfreundschaft.
Und demnächst gibt es wieder weniger Text 😉

08.03. – 12.03.2020 Afrikas westlichstePunkt, UNESCO Welterbe sowie französische Supermärkte vor der Haustür! Da schreckt uns die Fahrt in die senegalesische Hauptstadt Dakar nicht ab. Am Sonntag und über die Autobahn gelangen wir entspannt in die MetropoleKein must seejedoch mit einigeschöneEcken. APointe des Almadies, westlichstePunkt des Kontinentsresidiert die US-Botschaft. Zufall? Ansonsten herrscht nettes touristisches AmbienteUngünstig ist das Verhältnis von Angeboten und TouristenWir genießen Thunfischsandwich und Crepes mit Kokosnuss. Füllen Lebensmittelvorräte auf: Käse, Rillettes, Fleisch, Rotwein… Lassen es uns mit Blick auf Bahnhof und Hafen munden. Seit dem Großeinkauf zeigt auch Minouk wieder Interesse an unseren Malzeiten, hat er diese zuvor doch eher mit Verachtung gestraft!
Mit geradezu deutscher Pünktlichkeit und gemessener Temperatur bringt uns das Boot zur Sklaveninsel Île de Gorée https://de.wikipedia.org/wiki/Gorée Senegals ersteUNESCO-Welterbe unweit der Küste. Das kleine Eiland ist Gedenkstätte für eine der dunkleSeiteder Menschheitsgeschichte. Auch wenn die Angaben zu den von hier aus in die USA deportierten Menschen sehr unterschiedlich sind, einer wäre einer zu viel! Für die Inselrestaurants werden Meeresfrüchte auf traditionelle Art und Weise gefischtMannigfaltig wird wunderbares Kunsthandwerk dargeboten. Gerne würden wir hier und da kaufen, nur wohin mit den schönen Dingen? Also bleibt es bei collect memories – not thingsFast. Ein afrikanisch buntes Sommerkleid für knapp acht EUR bereichert meinen Kleiderschrank.
Es wäre sicherlich von besonderem Reiz, eine Nacht auf der Insel zu verbringen. Doch wir wollen Ive trotz bewachtem Parkplatz nicht allein im Hafen stehenlassen. Und so sagen wir Insel und Stadt ade, aber nicht, ohne vorher noch eine lange Polizeikontrolle über uns ergehen zu lassen. Unfreundlich bis arrogant, letztlich aber ohne zu zahlen. Wie steht´im Reise Know-How Führer, Auflage 2019: …. staatliche Gängelung der Tourismusbranche durch teils absurde VerordnungenAuch am Lac RoseErholungsort für betuchte Senegalesen, präsentieren sich touristische Angebote eher verschlafen. Das Ausbleiben der Paris – Dakar“ seit 2008 hat sicherlich dem Einen oder Anderen die Existenz geraubt. Da helfen auch zwei Touris aus Herzogenrath mit ihrepersönlicheTouretappensieg nichtFragil ist die Tourismusbranche, Salzgewinnung ein eher stabiler Wirtschaftsfaktor.

03.03. – 07.03.2020 Bei Interesse folgt uns auf eineExkurs zum BaobabAnsonsten einfach weiterblättern, bis es mit deersten Erfahrung zur Korruption und einer Neuauflage zur Flugbox weitergeht. Baobab – Afrikanischer Affenbrotbaum, Afrikamystischer Baum schlechthin, zur Familie der Malvengewächse gehörendGeschichten und Sagen ranken sicuihn: Hohle Baumstämme fungieren als Grabstätten für Griots, Gaukler und Straßenmusikanten. Geistern dient er als Wohnstätte. Die Sage weissdass der Teufel den Baum verkehrt herum pflanzteEin Blick auf die unbelaubtAstkrone scheint´s zu belegen. Extrem dicke Stämme, oftmals geziert mit tiefen Kerben und Rillen. Umfänge von zehn Metern und mehr sind nicht seltenNahezu biblisches Alter können Baobabs erreichen, aktuell lebende Methusalems sind um die 2000 Jahre alt. Die ersten Blüten, mit fünf bzw. zwölf Zentimetern stattlich groß, trägt der Baum ab ca. zehn Jahren. Blattwerk bildet sich kurz vor der Regenzeit aus, zuerst elliptisch einfach, dann, an eine Hand erinnerndmehrteilige Laubblätter. Bis zu 140.000 Liter Wasser saugt er während der Regenzeit auf, Speicher für die Trockenzeit, den Mensch und Tier oftmals anzapfenGroße Früchte an langen Stielen hängend, Fruchtfleisch wie Samen sind essbar, der Sirup verleiht Obstsalaten oder Getränken exotisches Aroma. Blätter werden geerntet, als Gemüse oder Salat zubereitet. Der Baobab ist ferner Basis für Medizin, Farb-, Kleb- und Baustoffe, Matten, Schmuck, Kleidung…. ergo: Es gibt quasi nichts, was man aus einem Baobab nicht machen könnte.
Weiter in Kurzfassung: Wir verlassen die Zebrabar, fahren Jürgens Reisepass und Carnet entgegen. Beim Abschied meint Martin, es sei nicht gut, ohne komplette Papiere in Senegal unterwegs zu sein, das könnte Ärger geben. Also bewegen wir uns vorwiegend auf Nebenstraßen und schönen Pisten Richtung Dakar. Es kommt wie es kommen muss, ein Ordnungshüter an einer Dorfkreuzung hat eine Finanzspritze nötig, 50 EUR für zu dichtes Auffahren. Mächtig viel Geld, ca. 10% seines Monatsgehalts! Saublöde Situation. Keine Originalpapiere, Korruption in dem Maße ist uns aber auch widerwärtig. Jürgen sieht, dass der Polizist KTM-Handschuhe trägund von Crosser zu Crosser steigt die Freundlichkeit, der Preis sinkt. 15 EUR, Zähne zusammen beißen, zahlenhoffentlich bleibt es dabei. Na ja, fast. Nahe dem Fischerort Kayar suchen wir die Hipponauten, verlieren iniedrigen Astwerk die Flugboxen. Also zurück. Suchen. Paket finden. Von der kleinen Box ist ein Teil und von der großen ein anderes zertrümmert. Die kleine steht jetzt irgendwo an einer Piste im Senegal, die große wieder auf dem Dach, noch zu retten? Wir werden sehen. Flache Landschaft. Gartenbau im Sand. Wasser beschert gute, schnelle Ernten. Rinder- und Ziegenherden ziehen vorbei. Menschen grüßen, winken, ansonsten kümmert man sich wenig um uns. Sengende, lähmende Hitze über Tag. Leichter Wind, laue Sommerabende. Sonnenuntergänge hinter Akazien, so trügt der Blick .Vom Dorf tönt Musik herüber. Fremde Rhythmen mischen sich mit dem Geschrei nachtaktiver Vögel.
Last but not leastCorona in Afrika. Bei der Einreise nach Senegal hat man bei uns Fieber gemessen! Die neue Virusvariante kommt auf dem schwarzen Kontinent in Nigeria, Senegal und Südafrika vor – so schreibt man! Aber wer geht hier schon wegen Erkältungssymptomatik zum Arzt, wenn es denn einen gibt und man ihn bezahlen kann? Mehr als 6000 Menschen starben bislang in der Dem. Rep. Kongo im Verlauf der aktuellen Masernepidemie und jedes Jahr erliegen in Afrika 250.000 Kinder der Malaria https://www.spiegel.de/politik/ausland/covid-19-in-afrika-wie-sich-die-laender-auf-einen-coronavirus-ausbruch-vorbereiten-a-3034d2ea-3a8a-44ea-9ef4-4c553ed976ec oder: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6 Ein Vergleich: in D sind pro Jahr ca. 3500 Verkehrstote zu beklagen.


27.02. – 02.03.2020 Senegal in Kurzfassung: Saharaausläufer im Norden, tropischer Feuchtwald im Süden, Atlantik im Westen, Sahel im Osten. 1Mio. Einwohner. Hauptethnie Wolof mit gleichnamigeSprache. 64 bzw. 68 Jahre durchschnittliche Lebenserwartung, vergleichsweise hoch für AfrikaDakar, Millionen- und Hauptstadt, westlichster Punkt des Kontinents, Ziel der legendären Rallye Paris – Dakar“ https://de.wikipedia.org/wiki/Rallye_Dakar. Wenig Exportgüter, Erdnüsse, Phosphat und Fisch. 1960 Ende der Kolonialzeit, verblasster Glanz, neuer lässt auf sich warten. Religionsfreiheit, Islam mit 90% vorherrschend, ferner Animismus mit dem Motto Alles hat eine Seele, Christentum. Gambisches Staatsgebiet, Afrikas kleinsteStaat, bildet einen 300 Kilometer tiefeEinschnitt, trennt die südlichen Landesteile Senegals, die Casamance, Region häufiger Aufstände zwecks Unabhängigkeit. Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Senegal,.
In St. Louis parken wir am Straßenrand gegenüber vom Supermarkt. Nach Mauretanien geht der Tante Emma Laden fast als solcher durch, wir hatten mehr erwartet. Bier und Wein gibt es nicht, man bringt uns zum Shop, es fehlt uns noch der Kennerblick. Leider auch für Park- bzw. Halteverbotsschilder und so ziert Ive ein Felgeneisen. Wir handeln. Die Hälfte, rund sieben EUR. Ok, aber wie sehen die Schilder aus, wie sind sie zu verstehen? Kann uns der Politesser auch nicht verständlich erklären. Also neuen Platz suchen, Altstadt schauen, emsiges Treiben, Marktstände mit gutem Warenangebot. Straßencafés Fehlanzeige, von eisgekühlter Kokosnuss träume ich/Marion, vergebens. Ein Monat ohne Alkohol. Geht. Muss aber nicht sein. Jahrtausende alte Biotechnologie generiert wunderbare BioprodukteIn der Zebrabar https://www.zebrabar.net  hat man süffiges, eiskaltes heimisches Bier im Angebot! Leider entpuppt sich der Aufenthalt als Arbeitslager und Jürgen wird Opfer eines Raubüberfalls. Jedoch der Reihe nach. Arbeitslager: Die Jungs rekonstruieren die Ursache, die zum Ausfall des Magirus führte. Teile aus D müssen her. Der Kontakt zu Frank Flick http://www.bat-trade.de zeichnet sich aus, gute Ratschläge und schneller Versandt. Anja und Jörg nehmen unser Carnet mit nach Dakar zum stempeln, herzlichen Dank. So kann Jürgen sich dem Strommanagement widmen, denn unser Solarpaneel deckt den Bedarf nicht mehr ausreichend. Stunde um Stunde laufender Kühlschrank, Wasserkocher, leistungsfähigere Rechner und Drohne benötigen zunehmend Ampères, ein weiteres Paneel muss aufs Dach – Jürgen arbeitet bei knapp 40° CDer erste Versuch schlägt fehl – Zelle kaputt, also wieder abbauen, neue besorgen, leider ist Wochenende! Reibungsloser Umtausch am Montag. Martin von der Zebrabar leistet Support und Montag früh sogar Taxidienst, seine Kids müssen zur Schule – unser Vorteil, retour mit dem Taxi. Die Montage erfordert sinnieren, probieren, recherchieren … dann endlich klappt´s! So ganz untätig bin ich derweil auch nichtWäscheservice ist leider gerade nicht im Angebot und so kommt die Waschtonne zum Einsatz. Sechs Mal! Ja, richtig, sechs Tonnen per Hand! Zudem muss der Staub der letzten Unwetterepisode aus Schränken, Polstern, Ritzen entfernt werden. Vorteil der Hitze: Wäsche trocknet ratz fatz, das Putzwasser, was ich versehentlich in Ive auskippe, ebenso. Auch Einheimische klagen über den wärmsten, sturmreichsten Winter seit Jahren. Aber die Nächte sind angenehm kühl, erlauben erholsamen Schlaf. Raubüberfall: Nichts Böses ahnend gönnt sich Jürgen eine Apfelpause. Da wird er plötzlich von hinten angesprungen, bekommt einen Kinnhaken versetzt, der Apfel wird ihm aus der Hand geschlagen und unter lautem Siegesgezeter ziehen Affe und Apfel von dannen. Ach ja, Minouk findet den Platz auch ganz toll. Großes Gelände, er läuft frei rum, unterhöhlt Bäume und Sträucherverweist Hunderambos in ihre Schranken und vor der Küche steht immer ein Napf mit Wasser. Fast ein Hundeparadies. Das ändert sich schlagartig, als eine Ridgebackdame auftaucht. Eigentlich wäre das Paradies nun vollkommen, würden nicht die jeweiligen Besitzer Leinenzwang verordnen, um Körperkontakt zu unterbinden. Die Niederländer wollen ohne Welpen daheim ankommen. Wie kleinkariert! Beide Hund heulen um die Wette – Minouk gewinnt!

 

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12 Gedanken zu „2019>GoSouth_West_Afrika

  1. Hallo Ihr zwei Lieben,
    es ist wirklich sehr schön zu hören, dass es Euch so gut geht. Eure Gedanken zu Corona lassen mich selber auch mal wieder drüber nachdenken, aber mit einer Familie, die zu zwei Drittel, einschließlich mir selber, aus Risikopatienten besteht und dem Wohnort im Kriesenzentrum schlechthin, Kreis Heinsberg, ist es echt schwer die Ruhe zu bewahren.
    Im Moment leben wir beide mit gelben Scheinen hier oben auf unserem kleinen Berg im Exil und damit geht es uns grade ganz gut…aber irgendwann muss es ja wieder weiter gehen….
    Um so schöner von Euch zu lesen, aus einer anderen Welt, genießt die Zeit. Bis bald.

    Rainer und Karola

    1. Lieber Rainer & natürlich auch Karola,
      ja, es ist ein enormer Unterschied, einerseits die Situation des Einzelnen, der mit seinen Risiken, Empfindungen und Ängsten konfrontiert ist und andererseits die reine Statistik, anonyme Zahlen. Unsere Gedanken zu Corona sind ein Versuch, die Risiken durch das Virus gegen die Risiken durch die Sanktionen abzuschätzen. Reaktionen und Sanktionen von Politik machen mir mehr Angst als die Virusattacke, da ich letztere für berechenbarer halte. Wir leben von Tag zu Tag, beobachten genau die Stimmung im Land; hören aus D, dass sich Menschen hier und da gegeneinander wenden – Beginn bürgerkriegsähnlicher Zustände und hoffen, hier nicht auch zwischen derartige Fronten zu geraten – wir sind vorsichtig optimistisch – bleibt es daheim auch, bleibt gesund und macht das Beste draus. Last but not least: Danke für euren Besuch!

  2. Liebe Marion, ich habe gerade meinen Kommentar zu deinem Corona-kommentar gelöscht. Zuviel! Wann erreich ich dich mal am Hörer?? Wieder ein sehr guter Bericht! Liebe Grüße von zu Hause, Christiane

  3. Froh, Euch wohlauf zu wissen!
    Dankbar, von Euch zu erfahren, wie es außerhalb Europas aussieht.
    Erleichtert, sagen zu können, dass es uns in den diversen home office noch gut geht.
    Ratlos, wie das alles wirklich einzuordnen ist.
    Mit dem mulmigen Gefüghl, dass irgendwas gewaltig nicht stimmt.
    Abgelenkt von Euren schönen Bildern .
    Mit der Hoffnung, dass für alle von uns das ganze irgendwie gut ausgeht.
    Eure Cordula

    1. Meine Liebe,
      wie treffend, deine Zusammenfassung. Hin und her gerissen zwischen Gefühlen der Ohnmacht, Wut, Verzweiflung…. Hoffnung. Sie stirbt zuletzt – hoffen wir, dass sie überlebt! Möge wieder Freiheit einziehen in unser Leben, so wie wir es noch vier Wochen zuvor kannten und als Selbstverständnis annahmen.
      Eure Reiseberichterstatter mit ihrem eingeschränkten Blick auf die große Welt!

  4. Jetzt habt ihr eure Rallye Herzogenrath-Dakar hinter euch! Wir sind gespannt auf die nächsten Etappen.
    Wenn ihr im Juli nach Hause kommt, könnt ihr gerne mal mit Willi reden. Der kann euch gute Tipps geben wo man hinfahren kann und wo man sich besser fern hält.

    Wir haben jetzt eine Hochzeitslokation für 2021 und die ringe sind auch fertig. Es geht also langsam voran.

    Liebe Grüße,
    Sabine und Simon

    1. Hallo ihr Zwei, …..

      wir auch! Aber jetzt lassen wir es langsam angehen – im Juli heißt es ja Etappe in die Heimat… das wollen wir von Westafrika aus machen. Ihr seid ja dabei, eure Etappensiege ganz anderer Art (Location, Ringe ….) zu erringen 😉 wir sind gespannt!

      Ein Gespräch mit Willi, er ist Kongolese, richtig?, wäre bestimmt sehr interessant. Ist er denn in D, wenn wir ins Basislager kommen?

      Liebe Grüße,
      majuemin

  5. Hallo meine Lieben,
    eure Worte – Labsal für Blogger! Ja, Mauretanien ist anders als Marokko, meist Lohn der Mühen, oft aber auch Erschöpfung bringend, es fordert! Marokko ist uns gut bekannt, ein Land erfahren im Umgang mit Tourismus und Touristen – mit allen Vor- und Nachteilen.
    Fahrt gen Süden – ihr erlebt es live ;-). Demnächst aus dem Senegal…
    majuemin

  6. An die drei Wüstenfüchse/-fänger!
    Wir folgen euren Berichten begierig mit so viel Freude, während wir durchs so europäisch wirkende Marokko schaukeln! Die kleinsten Pisten werden schon geteert. Das grenzt bald an Langeweile, während ihr euch 12km pro Tag durch den Sand schaufelt, Saharakrokodilen (fast) ins Auge schaut und – was mich (C) zutiefst beeindruckt – durch uralte Schriften blättern dürft! Soviel Neues haben wir gelesen über Regionen, die für uns nur weiß waren! Deine Zusammenfassung ist wieder klasse, Marion! Was ihr erlebt habt, einfach nur beeindruckend! Das ist fast wie selber mitfahren. Bleibt alle gesund, inkl. Autos, erlebt Aufregendes und schreibt tüchtig! Wir warten gespannt!
    Herzlichst
    CuAuN aus der Minna

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