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Und wieder einige kurze Filme von unserer Reise;  Update 21.05.20 (klick hier):

Westafrika: Senegal >

Senegal
17.05. – 21.05.2020 Seit geraumer Zeit erwacht der Landcruiser der Isambourgs nur unwillig zum Leben. Die Batterie, sagt man. Neue kaufen, einbauen lassen, Unwilligkeit bleibt. Nächste These, der Anlasser. In die Werkstatt, Unwilligkeit bleibt. Ich meine zu Stephanie: Soll Jürgen mal schauen? Ja, meint sie, sehr gerne, nur Vincent sei das unangenehm. Zum Einen würde Jürgen schon so oft gefragt und zum Anderen … ja, warum eigentlich nicht? Sie fährt den Cruiser kurzerhand auf unser Grundstück und bittet Jürgen um einen fachmännischen Blick.
Ich/J, Besitzer des fachmännischen Blickes, brauche nicht lange, um den Grund der Unwilligkeit zu findenZwar sieht der Landcruiser wie ein großer PKW aus, aber an sich ist er ein kleiner LKW. Dafür hat er den passenden Dieselmotor mit 6 Zylindern und über 4 L Hubraum. Den in Schwung zu bringen müht sich der 12 V Anlasser redlich ab, was ihm nicht immer gelingt. In Europa wird der Wagen demzufolge mit Batterien vertrieben, bei der in Afrika verkauften Version verzichtet man darauf. Amadou besorgt eine zweite Batterie nebst Batteriehalterung und Leitungen. Während wir gemeinsam werkeln versuche ich/J den Weg der Mitte zwischen völlig überzogenem deutschen Sicherheitsanspruch und dem afrikanischen Tanz auf dem Seil ohne jedwede Schutzvorrichtung zu finden. Amadou lernt schnell. Ich flexe eine Schraube ab. Er fragt: Und die Brille? Erwischt! Schlussendlich ist die Unwilligkeit des Toyota Vergangenheit, der Anlasser schaltet in den Turbo, der Diesel erwacht problemlos zum Leben. Todmüde wandert Amadou nach Hause, seit 04:00 Uhr ist er auf den Beinen, noch ist Ramadan. Wir wandern zur Terrasse des Bonaba-Cafés, eingeladen, mit den Isambourgs und ihren Freunden ein Glas zu trinken. Also eigentlich müsste ich schreiben: fahren, denn ich lasse es mir nicht nehmen, die 50 m mit dem schnurrenden Cruiser zurückzulegen. Ein unterhaltsamer Nachmittag, an dem wir in den Genuss von Vincents Kochkünsten und Stephanie´s Tarte au Chocolat kommen! Und der Cognac 1er Cru grande Champagne… Wenn doch Europa nur eine gemeinsame Sprache hätte. Einiges haben wir in den letzten Wochen gelernt. Aber wenn acht Franzosen, ok, ein Italiener, untereinander, miteinander, mit uns parlieren, raucht der Kopf! Ob wir die Schuld auf den Cognac schieben können?
Bekanntermaßen kontaktierte ich/M mehrmals die deutsche Botschaft in Dakar sowie das AA. Ohne verwertbare Informationen. Die senegalesischen Behörden melden sich gar nicht. Der Zufall kommt zu Hilfe. Ein Botschaftsmitarbeiter sieht den Hippo am Parkplatz des Bonaba-Café stehen, noch immer! Gibt es Probleme, erkundigt er sich? Anja und Jörg berichten von unserer Situation. Ich soll die Mail nochmal schicken, man wird sich kümmern. Tatsächlich kommt am nächsten Tag die elektronische Antwort. Die Police des Frontières (Grenzpolizei) lasse wissen, 
dass mit Grenzöffnung wir diese ohne Probleme passieren könnten. In den Reisepässen wäre das Einreisedatum 
im Stempel zu sehen und jeder könnte erkennen, dass wir wegen Coronashutdown das Land nicht verlassen konnten. Ok, hoffentlich wird man das an der Grenze so handhaben. Leider heißt das auch, dass wir bei Grenzöffnung den Senegal möglichst zügig verlassen müssen. Aber kein Stress, bis zum 02. Juni ist noch shutdown. Doch es wird lebendiger um uns herum. Man munkelt von Öffnungen. Ende nächster Woche. Restaurants, Moscheen, Kirchen. Mit Auflagen. Wie die aussehen? Wie überall in der Welt, wie es sich für eine gute Pandemie gehört…. Sonntag endeWoche 11 am Lac Rose.

13.05. – 16.05.2020 Ich/M lese. Bereits länger nicht mehr über das Westafrika vor der Haustür. Begleite deFranzosen Caillié Anfang des 19. Jhdts. auf seiner abenteuerlichen, von Mühen geplagten Reise nach Timbuktu. Fliehe zu Beginn des 21. Jhdts. mit dem 12jährigen Afghanen Gulwali Passarlay nach Nordeuropa, für ihn gibt es Am Himmel kein Licht. Tauche mit Navid Kermani ab in den Ausnahmezustand – Reise(n) in eine beunruhigte Welt  im zentralen und vorderen Asien des 21. Jhdts. Ich lerne. Nichts ist ganz Wahrheit, nichts völlig falsch. Nicht mal die Dogmen der Naturwissenschaften. Ich verliere mich. Im Dschungel von Darstellungen, Meinungen und Gefühlen, ob der zahllosen Facetten. Halte mich fest. An den Strukturen, die wir dem Alltag geben. Kleine heile Welt, umtost von Konflikten, wie im Auge des Orkans. Ich freue mich. Über die Anwohner, freundlich, grüßend, verlässlich, interessiert – nicht nur an Jürgens Reparaturkünsten und unserer Brieftasche. Ich fotografiere. Paradiesische Gärten. Dünenlandschaft, auf Wunsch von Alex T. Wir hoffen. Bislang vergeblich auf Informationen von der deutschen Botschaft in Dakar; auf die Ankunft der Einspritzpumpe vom Hippo. Wir vertrauen. Auf die Zukunft!

07.05. – 12.05.2020 Alles nervt. Von der Fliege an der Wand bis hin zur gefühlten Perspektivlosigkeit. Christiane bekommt bei ihrem Anruf meinen ganzen Frust ab! Dank dir/euch fürs Zuhören!
Auch Stephanie und Vincent sind mal wieder ganz Ohr. Aufenthalts- und Heimreiseproblematik, zur Neige gehende Medikamente für Mensch und Tier… sie stehen immer wieder mit Rat und Tat zur Seite, obgleich ihre Situation von vergleichsweise ernsterer Natur ist.
Unsere Anfragen an die Deutsche Botschaft in Dakar um Benennung der zuständigen Stelle zwecks Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung (Ende de90 Tage am 25.05., offizielle Büros sind wegen Corona geschlossen), werden nach einer Woche dahingehend beantwortet, dass man auch keine Informationen habe. Man werde sich kümmern und uns informieren. Wir kontaktieren parallel das Ministère de L´Intérieur bzw. diDirection de la Surveillance du Territoire (DST). Mal sehen, welche Dienstleistung die Senegalesen bieten.
Unsere Dauermedikamente sind nach einigen Recherchen in der Apotheke in Niaga erhältlich. Bezahlen müssen wir aus eigener Tasche. Weder die TK noch der ADAC fühlen sich zuständig. Nun denn, die Deutschen zahlen. Alles. Immer. Darüber macht sich die Welt lustig, so hören wir immer wieder. Der ADAC bietet zumindest eine Lösung zur Verlängerung der Auslands-KV-Langzeit an. Zwei Baustelleweniger.
Der ortsansässige Schneider näht einen neuen Bezug für Minouks Ruhekissen. Nicht preiswert, aber ausgesprochen gute Arbeit. Ich/M denke, einer Frau im Dorf mit dem Waschen eines Teils unserer Wäsche zu einem kleinen Einkommen zu verhelfen. Amadou bittet seine Frau um diesen Dienst, für 1,50 EUR. Wir seien ja schließlich Freunde, wie Familie. Vieles können wir von Afrika und seinen Menschen lernen – dank Corona! Ein Kontinent, auf dem Infektions- und Todesratedrei Monate „nach Virus-Einreise“ weit unterhalb Bill Gates Schätzungen von bis zu 10 Millionen Toten liegen (66319/2344 seit Beginn der Zählung im Februar https://afrika.info/corona/). Also ihr daheim: Macht euch keine Sorgen, alles ist gut bislang. Zudem sind wir systemrelevant! Stephanies Rosenschere funktioniert wieder. Amadou bringt den nächsten Patienten. Die Honda vom Bruder. Doch diesmal kann Jürgen nur bedingt helfen. Eine Autoauspuffendtüte am Motorrad, kein vernünftiger Übergang zum Krümmer. Da hilft selbst magic touch nur wenig.
Wir werfen mal wieder die Solardusche an. Stehen, gekleidet wie Adam und Eva, also nackt, unter dem Duschbaum am See, als deutsche Sprachfetzen zu uns herüber schallen. Zwei Menschen nähern sich, schwarz und weiß! Minouk bellt heftig: „Leute, geschlossene Veranstaltung! Meine Herrschaft duscht.“ Aus einem tief schwarzen Gesicht, umrahmt von Dreadlocks, erklingen die Worte: „Ne Öcher Ridgeback“! So lernen wir Birgit und Marcel kennen, deutsch-senegalesisches Ehepaar aus unserer Heimatstadt Herzogenrath. Ive kennen sie bereits aus der Mühlenstraße.
10. Woche am Lac RoseSalat. Mit Bananen, ordentlich Knoblauch, Curry, ein wenig Kurkuma. Es entsteht ein Chutney ähnliches Gemisch. Wunderbar zu gegrillteGeflügel, Fisch oder Feta.

28.04. – 06.05.2020 Lac RoseNoch immer. Der zweite Kühlschrank ist repariert. Diesmal einer von Moussa. Als Gegenleistung gibt es den Käse günstigerStrandspaziergang. Wir testen eine neue Sportart. SUV-schieben. Macht keinen Spaß. Nehmen wir nicht in die Sportroutine auf.
´Zerstreut euch, droste es was es wolle´, obgleich dieses Motto aktuell gesellschaftliches Beisammensein reguliert, stoßen wir zu sechst auf meinen Geburtstag an. HerrlicheSonnenschein, unter schattigen Bäumen am See ein kleines SektfrühstückDeutsche und Franzosen im Senegal, fern der Heimat zu Hause. Allen, die ihr euch auf so vielfältige Art und Weise gemeldet habtein herzliches Danke! Foie gras de canard, mi cuit, merci beaucoup Vincent!
Wir wandern mal wieder um den See. Merklich ist der Wasserstand die letzten Wochen gesunken. Auch der floating pool bietet kaum noch eine Hand breit Wasser unterm Po. Aber rasten bringt Fett auf die Hüften und so schwebe zumindest ich/M noch oben. Salzkrustezieren zunehmend weite Flächen. Tausend kleineSpiegelscherben gleich glitzern Kristalle in braun und rosa, meist jedoch instrahlendem Weiß im Sonnenlicht. Trampelpfade entstehen. Fahrspuren zeugen ab und an davon, dass das Befahren nicht immer von Erfolg gekrönt war. Tiefschwarze Schlammlöcher lassen auf Versinken bis zur Achse schließen. Wie blöd kann man nur sein, denke ich. Genieße es, auf dem weichen Boden besser als jede Tartanbahn, unterwegs zu sein. Bis… mein rechtes Bein plötzlich tief und tiefer sinkt. Fast bis zum Knie stecke ich im Schlamm. Versuche das Bein herauszuziehen. Die Gewichtsverlagerung macht sofort deutlich, dass dadurch auch mein linkes Bein absinkt – keine gute Idee. Ergo: Status quo erhalten, nachdenken. Jürgen versucht, sich zu mir vorzuarbeiten. Bringt gar nichts. Er ist schwerer, versinkt noch eher. Nun ja, ich stehe ja gut. Sinke kaum weiter ein wenn ich ruhig verharre. Die Hundeleine? Überbrückt die Distanz zwischen uns nicht. Holzbretter? Sandbleche? Flip-Flops! Wegen einesich entwickelnden Blase am Fuß bin ich barfuß unterwegs, trage die Latschen in den Händen. Also Schuhwerk über selbige ziehen, vorsichtig in den Vierfüßlerstand gehen, rechtes Bein aus dem Schlamm ziehen. Es klappt ohne mit dem anderen Bein zu versinken. Ich krabbel Richtung Jürgen, der die Kamera zückt und wenig fotogene Fotos schießt.
Flugzeuge am Himmel! Vorerst nur für Fracht, wie z.B. das Ersatzteil für den Hippo? Kehrt ein Stück Alltag zurück?
Jürgen ist zum zweiten Mal Pate geworden. Ein Mädchen in Ruanda, Divine, wird nun die weiterführende Schule besuchen könnenFür die Tagelöhnerfamilie ist diese Bildung ihreKinder nicht möglichNur die ersten sechs Schuljahre sind frei von Schulgeld, sieht man von den Kosten für Schulmaterial und – kleidung ab. Bereits dies können Eltern oft nicht aufbringen. Ruanda, ein kleines Land, etwa so groß wie Hessen, ca. 10 Mio. Einwohner, 1899 bis 1919 deutsche Kolonie zu Deutsch-Ostafrika gehörend. Immer grün, angenehmeKlima (meist zwischen 15° und 30°Csüdlich des Äquators. Quellgebiet des Nils. Wird es uns vergönnt sein, die Heimat von Patrick und Divine zu besuchen?

19.04. – 27.04.2020 Senegal macht Sport. Joggenselten allein, meist in mehr oder weniger großen Gruppen, scheinbar schwerelos durch deSandDünensteigen: sandgefüllte Kanister, mittels Seil um die Körpermitte gebunden, Düne aufwärts hinter sich herziehendStrandspiele: Zirkeltraining, Fußball, manchmal hoch zu Ross. Sandfahren: Quads, Motorräder und mehr oder weniger geeignete SUVs insbesondere am Wochenende zum sportlichen Spaß nutzendThis is a man’s world… Mädchen oder junge Frauen sehen wir in unserer dörflicheUmgebung selten bei sportlicher Betätigung, but it wouldn’t be nothing without a woman or a girl… schließlich gibt es ja im Haus genügend zu tun.
Der Reiseblog wird zum Wohnblog. Woche acht am Lac Rose beginnt. Noch 28 Tage visumfreier Aufenthalt. Danke, die ihr trotzdem neugierig seid, zu erfahren, wie es (sich) bei uns so stehtGut. Wenn auch das Reiseverbot zunehmend auf unsere Gemüter drücktDie Schönheiten Senegals in unmittelbarer Nachbarschaft zu wissen und auf das Erleben für unbestimmte Zeit verzichten zu müssen enttäuschtAnsonsten ist unser Alltag seit dem Aufbruch ins Nomadenleben in 2016 von Entschleunigung, Geduld, Konsumeinschränkungen und dergleichen geprägt. Befriedigung elementarer Bedürfnisse; bei sich sein; Fremder unter Fremden, die manchmal zu Freunden werden, ist gelebte Normalität. Kontakte zu Familie und Freunden von unterwegs nur mittels technischer Medien möglich. Die wunderbare und immer mal gern genossene Kultur der Cafés und Restaurants am Straßenrand ist in den meisten der bereisten Länder unbekanntAll you can have vermissen wir ab und anerfreuen uns dieseAnnehmlichkeiten, wenn sie sich mal bieten. Schalten um auf UrlaubsmodusErgo: Wir (er)leben eine Alltagsroutine, der das Reisen fehlt!
Nachdem Jürgen die Motortragspritze repariert hat, fällt Vincent der defekte Kühlschrank ein. Anschauen, diagnostizieren, reparieren. Amadou merkt an, der Motor seines Quads liefe unrund. Könnte „mann“ da auch mal nach schauen? Klar! Zum Dank putzt er die Betas. Auch meine, was ich ihm besonders danke, denn ich habe gar nichts zur Reparatur beigetragen. ´Das ist doch selbstverständlich in der Familie´ entgegnet er. Eine Erfahrung, die wir ohne Reisebeschränkung nicht gemacht hätten.
So haben wir alle unsere Jobs: Jürgen repariert Technik, Jörg macht in Holz, insbesondere Türen und Verschläge sind seine Spezialität, Anja malt, verziert mit Myriam Bintas Restaurant, ich/M produziere Pesto und warte an der Piste auf Cordula…. 😉 wenn ich nicht MoussaKäseherstellung beobachte, dokumentiere und konsumiere. Vom Ziegen melken zum Käse, ein Arbeitstag mit vielen Pausen.
23.04
.2020, laut astronomischer Berechnung fängt für Muslime in D der Monat Ramadan an. Dieser Fastenmonat endet nach vier WochenDie islamische Zeitrechnung richtet sich nach dem Mond, nicht nach der Sonne. Wird nach dem Neumond die Sichel des neuen Mondes sichtbar beginnt ein neueMonat, so auch der Ramadan. Geographische Lagen bedingen Abweichungen von bis zu zwei Tagen, so ist der Beginn des Fastenmonats in Senegal später. UnserRoutinen beeinflusst er nicht. Toleranz gegenüber Andersgläubigen ist verbreitete Tugend.
Beiersten Besuch der Isambourgs fanden wir Gefallen an VincentBildernDiSeele Afrikas, ihre Gegensätzlichkeiten und Widersprüche werden in seinen Portraits lebendig, Gesichter sprechen BändeKaufen? Eher nein. Die heimische Rentnerinsel hat kaum noch freie Wandfläche. Mit und mit gelangen wir zur Einsicht, dass Herausforderungen da sind, gemeistert zu werden. Nun sind wir stolze Besitzer echter Vincents https://www.youtube.com/watch?v=UJyNFINk-oUBei Bier und Rotwein parlieren wir über das Leben, Senegal, unsere Reisen, gestrandet sein. Auch die Beiden kommen nicht nach Hause. Sie wohnen südlich von Dakar am Saloum. Andere Region, ergo Reiseverbot. Das Domizil mit großem Nutzgarten am Lac Rose ist ihr Refugium während der Arbeitszeit. EiGarten Eden im Sand: Sapoti und Corrosol kennen wir jetzt nicht nur als Frucht vom Markt, sondern auch als Strauch. Mango, Papaya, Kokosnüsse, Zitrusfrüchte, Rettich, Zucchini, Tomaten, Zwiebel, Koriander … und – unscheinbar in gebückter Haltung am Boden: Salat!

14.04. – 18.04.2020 Ostermontag-Nachmittag. Ich/Jürgen sitze auf dem Nachmittagsfreisitz und lese ein spannendes Buch. Man muss wissen, wir haben hier drei Terrassen, eine für´s Frühstück unter einem Busch, eine für den Nachmittag unter einem Baum und eine für den Abend neben dem Auto. Leider haben wir nicht genügend Möbel, so tragen wir drei Mal am Tag Tisch und Stühlherum. Sei‘s drum, ich sitze also dort, vertieft in spannende Lektüre. Plötzlich blicke ich auf, warum weiss ich nicht, und sehe etwa drei Meter vomir eine Schlange, sich in meine Richtung bewegendLeuchtend Grün, dick wie ein dicker Daumen, knapp zwei Meter lang. Mir bleibt das Herz stehen, trotzdem springe ich auf, der Schlange geht es wohl ähnlich. Ob ihr Herz stehen bleibentzieht sich zwar meiner Kenntnis, aber auch sie springt aufich schätze mal über einen Meter hoch und zum Glück in die entgegengesetzte Richtung. Anschließend entfernt sie sich, wie auch ich, schnellstens. Nachdem sich bei mir Puls und Atmung wieder normalisieren bin ich zum Auto in‘s Internet zu Dr. Google. Es war mit ziemlicher Sicherheit eine grüne Mamba. Soll es hier geben bestätigt Stefanie, Besitzerin des Terrains. Wir sollen auf Minouk aufpassen, mit dem Schlangenwesen sei nicht zu spaßen. Und wer passt auf uns auf?
Da machen wir doch lieber mal eine Tour in den Großstadtdschungel von Dakar. Auch Urlaubsmodus und Mangowürmer legen den Tripp nahe. Rund 40 EUR kostet die Taxifahrt. 90 Km und vier Stunden später haben wir für mehrere Monate Prophylaxe für Minouk, neues Datenguthaben und Ives Stauräume voller Vorräte, die es iDorleider nicht gibt.
Shit happens, also nix geschieht, so lasst euch mitnehmen in AlltagsepisodenWäsche waschen. Einmal die Woche gehe ich/M mit blaueTonne und Schmutzwäsche zunächstgelegenen Dorfbrunnen. Aus ca. fünf MeterTiefe ziehe ich wassergefüllte Eimer in die Höheetwa zwölf pro Waschtagflute Tonne und WäscheWalken, schrubben, reiben… als Detergenz dient Soda, Essig von Zeit zu Zeit als Weichspüler. Nun ja, jedenfalls Training für die Oberarmmuskeln. Ähnliche Therapie gönnt sich Jürgen. Eimer- bzw. kanisterweise holt er Wasser aus dem Brunnen, schleppt sie rund 200m zu unserem Heim, flutet Ives Tanks.
Wir stehen weiterhin kostenfrei auf dem Gelände der Isambourgs, auch wenn sich ihre Finanzsituation zuspitzt. Restaurant geschlossen, mindestens bis Juni, und der Staat hat die Idee, dass Arbeitgeber den Angestellten 70 % des letzten Gehaltes zahlen müssen. Das halten die beiden nur noch wenige Monate durch, da sie ein Großteil ihrer Leute bereits seit März über Wasser halten.
Jürgen bietet Vincent Hilfe an falls er etwas zu reparieren hätte. Na klar. Die defekte Motortragspritze. Die nutzt ein Verwandter Amadous, unseres Brotlieferanten, im Garten der Isambourgs. Gebracht, geschaut, in Gang gesetzt!
Vincent bringt mehr Salat als wir essen können – uns wachsen schon Hasenohren – und so verarbeite ich einen Teil zu Pesto. Varianten mit verschiedenen Ölen, Nüssen, frischem Koriander, Ingwersirup, Gewürzvariationen oder deren Mischungen, fast immer mit Knoblauch, ab und an begleiten Avocado oder Auberginen die MixturSoll ich mal mit dunklem Schokomus experimentieren? Ich denk´ drüber nach. Das eine oder andere Glas erhält Vincent als Dank für seine Carepakete aus dem Garten. Und wie dankt er´mir? Bringt noch mehr Salat! Ach übrigens, wir sind am Lac Rose. Seit sechs Wochen. Ich denke über die Gründung einer Ich-AG nach, hat doch meine BioPesto-Produktion halbindustrielle Maßstäbe erreicht. Dann setze ich mich mit der Ware an die Piste, harre der Dinge, die kommen, oder auch nicht! Heute Abend gibt es zum gegrillten Kotelett zur Abwechslung mal Okragemüse. Die schlechtesten Schoten, die ich je gegessen habe. Äh, gegessen? Ein Großteil wandert auf den Kompost. Holzig. Morgen gibt es wieder Salat!

09.04. – 13.04.2020 In der Region Dakar begegnet einem unweigerlich der Name Thierry Sabine (13.06.1949 –14.01.1986). Sabine war französischer Automobil- und Motorradrennfahrer, Ideengeber des Rennenin Le Touquet Paris Plage sowie Gründer der Rallye Paris – Dakar, die erstmals am 26.12.1978 starteteSabine engagierte sich auch sozial in den Ländern, durch die die Rallye führte. In Dakar gründete er z. B. ein Krankenhaus. Bei einem Helikopterabsturz verunglückte er während eines Rennens in Mali tödlich. Ihm zu Ehren steht am Lac Rose eine Gedenktafel.
Unser Alltag ist ausgefüllt mit Routinen, wir versuchen ihm Struktur zu geben. Entschleunigung pur. Sozialkontakte sind möglich und vorhanden. Schnell kommt man sich nah, erzählt von Sorgen, Ängsten und Nöten. Eine Erfahrung, die wir unterwegs des Öfteren machten. Zuhause bei Isambourgs schauen wir Vincents Gemälde an. Die meisten sind leider in Dakar, sollten im Mai bei der Art Dakar ausgestellt werden. Fällt aus, wie so vieles! Beeindruckend auch die Ergebnisse seines Hilfsprojektes mit Straßenkindern aus der Hauptstadt. „Beim malen wurden die Kinder wieder zu Kindern“, so Vincent. Vorübergehend. Talent macht nicht satt. DiNot des Alltagholt sie ein, zurück in die harte Normalität.
Das Wetter ändert sich. Wird tropischer. Temperaturen und Feuchtigkeit steigen. Bislang gibt es hier noch keinen Regen. Klimatisch liegt der Senegal im Übergang von den Tropen zu den Subtropen. DeNorden prägt Wüstenklima. Südsenegal gehört zu den feucht-heißen Tropen. Jahreszeiten fehlen. Man unterscheidet lediglich Regen- und Trockenzeit. Regenzeit im Norden ist von Juli bis Oktober im Süden von April bis November. Wir sind irgendwo mittendrin. It´s time of my life, wir tanzen unter dem Sternenhimmel, die Füße im Sand!

05.04. – 08.04.2020 Aus reisen wurde rasten. 31 Tage am Lac Rose. Wir umrunden ihn. Rechts herum, links herum. Drin waren wir noch nicht. Das muss sich ändern! Auf geht’s. Zaghaft die Füße ins Wasser. Es ist warm. Jedoch malträtieren Salzkristalle die Fußsohlen, tausend Nadeln gleich. Wenige Schritte weiter. Die Füße sinken durch die harte Salzkruste in weichen Schlamm. Schier endlos tief erscheinend. Schwarz wie die Nacht. In den Vierfüßlerstand verfallen – wenig fotogen. Irgendwie auf deRücken legen – völlig schwerelos… Wunderbar, genialAlles Gewicht, erworben durch den Urlaubsmodus, in den wir hier verfallen sind, schwindet – vorübergehend. Totale Entspannung. Schweben. Wie Musik klingen die Wellen des Atlantik aus der Ferne herüber. Sonne im Gesicht. Gleißende Helligkeit, trotz geschlossener Augen. Jürgen mahnt: ´Du musst raus. Länger als zehn Minuten sollen wir nicht bleiben!´ ´Ich bin doch gerade erst ins Wasser gestiegen.´ ´Nein, es sind schon 15 Minuten!´ Um mich herum geriet die Welt in VergessenheitNach dem Bad im See, mit fast 400g Salz pro Liter salzhaltiger als das Tote Meer, ist duschen Pflicht. Das erledigen wir draußen, unweit von Ive ist die Solardusche installiertEntspannt und frisch geduscht genießen wir Tomatensuppe mit Koriander, Datteln und ´Papayapfeffer´. Salatpesto mit warmem Röstbrot. Rotwein. Wunderbar! Für kurze Zeit sind alle Unbill vergessen: VirenWürmer, Reisebeschränkungen, die zunehmendEntwicklung des Reiseblog zur Polittribüne. In der Hoffnung, bald wieder durch Afrika reisen, sowie zu Besuch nach Hause zu dürfen, senden wir Ostergrüße in die Heimat und die Welt. Danke, dass ihr bei uns seid!

31.03. – 04.04.2020 Wenig können wir derzeit berichten aus deSenegal. Seit vier Wochen verweilen wir am Lac Rose. Immobil. Aufgrund eineMischung aus Reisebeschränkungen und defektem Hippo. Hin und wieder Beta fahren innerhalb der Region Dakar. Wandern, lesen, Gespräche mit EinheimischenAussiedlern, selten mit Touristen z.B. den Transalpnomaden https://transalpnomads.com sowie dem niederländischen Paar, per Fahrrad unterwegs von NL nach Kapstadt, hier gestrandet, auf den Rückflug nach Paris wartend – ohne Fahrräder. Französische Vokabeln lernen, wie couvre-feuNeinNicht ´Feuer abdecken´, sondern ´Ausgangssperre´. Die gilt landesweit von 20:00 Uhr bis 06:00 Uhr. Um die Zeit wird es dämmrig, kühl, manchmal feucht. Zeit, sich ins Innere von Ive zurückzuziehen. Wir müssen nicht! Auf Privatgelände genießen wir Immunität. Die hilft bestimmt auch gegen? Was auch immer! Uns Zweien stehen knapp 10qm zur Verfügung. Minouk zählen wir jetzt mal nicht. Deutlich mehr Platz, als ihviele Familien haben, die sich zu Zehnund mehr einen kaum doppelt so großen Raum teilen müssen. In Dakar haben sich die Obdachlosen bis 20:00 Uhr in wenigen begrenzten Arealen einzufinden. Kuscheln in Zeiten von Corona. Kontrolle heißt die weltweit neue Zauberformel. Leidet darunter auch die Pressefreiheit? Fragt Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr https://www.reporter-ohne-grenzen.de/themen/pressefreiheit-in-der-corona-krise/ueberblick/ Den Rechtsstaat in Gefahr sehen u. a. ehemalige Politprominenz sowie Hans-Jürgen Papier, dereinst Präsident des Bundesverfassungsgerichts: https://www.onvista.de/news/virus-leutheusser-schnarrenberger-sieht-gefahren-fuer-rechtsstaat-34433955 Wer mag, googelt das Lied ´Freiheit´ von M.M. Westernhagen oder das Corona-Lied von Frei.Wild … Hoffen wir, dass Corona in naher Zukunft wieder einfach nur eine Biermarke ist.
Last but not least: Amadou bringt zur Feier des Tages, 04.04. ist Nationalfeiertag, Milchbrötchen als Geschenk, Vincent garniert die Salatpräsente mit frischem Koriander und Minouks Madenbefall ist rückläufig!
Und im Senegal ist Corona lebensbedrohlich, auch ohne Infektion:
https://www.nzz.ch/international/coronavirus-in-senegal-auch-ohne-infektion-lebensbedrohlich-ld.1548835/

26.03. – 30.03.2020 Salat. Zubereitet als Blattsalat, Spinat, Pesto! Rettich, Zwiebellauch. Gedünstet mit Erdnussöl, an Kohlrabi erinnerndDank an unsere spendablen Gastgeber Vincent und Stephanie! Frischer Ziegenkäse, Hartkäse von der KuhGekauft bei Moussa nebenanNatur, aromatisiert, leicht erwärmt… Genuss pur. Morgens frisches BaguetteBringt Amadou für 50 Ct. incl. Service! Er kommt aus dem Ort, schaut auf dem Gelände nach dem Rechten. Pflanzen gießen, Palmen schneiden, Grünschnitt verbrennen, Brötchendienst… es geht uns gut. Jedoch beobachten wir wachsam die Stimmung im Dorf. Aus der Heimat gehen vereinzelt Infos zu Ausschreitungen Mensch gegen Mensch ein.
Absatz für Hundebesitzer: Minouk wird zur animal farmWas ist geschehenDie zu den Schmeißfliegen gehörendMango- oder auch Tumbufliege legt ihre Eier, aus denen sich Maden entwickeln, in den Sand. Wälzt sich Tier oder Mensch im Sand, dringen sie in die Haut, ernähren sich vom Wirt, wachsen zu großen Drittlarven heran. Wie wird man sie wieder los? Nichts tun. Dann verlassen die Drittlarven nach 8– 12 Tagen den Wirt, hinterlassen aber recht große Löcher. Ausdrücken. Made für Made… Auf die furunkelartigen Pusteln geschmiertVaseline oder Öl verstopft die Atemlöcher der Parasiten, sie schauen notgedrungen aus der Haut hervor, Chance sie auszudrücken. Leider funktioniert der Trick bei Minouk schlechtDie meisten Maden kommen nicht unter Atemnot leidend an die Oberfläche, scheinen abgestorben. Die Hundehaut ist dick. Minouk hält meist still, ahnt, dass wir ihm Gutes tun. Bislang erntewir 20 Maden. Der kleine Rudi von Anja und Jörg hatte mehr als 60 Plagegeister. Die umfassende Ektoparasitenprophylaxe, die Minouk erhält, hilft kaum gegen den Befall. „Wurmkuren“ sind nicht dienlich, da es sich nicht um Würmer, sondern um Fliegenlarven handelt. Ich beschäftige Christiane mit dem Problem – herzlichen Dank für deinen Beistandmeine LiebeSie ergänzt und bestätigt meine Recherchen sowie die Info von Vincent, selber Hundebesitzer: Das ist nicht so schlimm, nur die Dinger sollten möglichst lebend und komplett raus, die Löcher sich nicht entzünden. Na toll! Ich/drücke, quetsche, schmiere nach mehr oder weniger erfolgreicher Entfernung Jod- bzw. Zinksalbe in die WundlöcherInfektionen machen uns Sorgen. Wir laufen mit Minouk ins Meer, was er nicht ganz freiwillig tut… Nein, ihr Lieben, es ist keine reine Tropenkrankheit, die Fliege kommt auch in Europa vor!
Zum Abschluss ein Lesetipp: https://multipolar-magazin.de/artikel/coronavirus-irrefuhrung-fallzahlen

22.03. – 25.03.2020 Nein, wir sind keine klassischeSupermarkteinkäufer. Aber französischeKäse und Charcuterie sind einfach ein Genuss. Beides gibt es bislang in Afrika eben nur bei den großen Supermarktketten. Offen für Neues verleiht Hibiskus-, Ingwer- oder Baobabsirup Obstsalaten aus Mango, Papaya, Sapoti und bekannten Früchten exotisches Aroma. Auch deren Marmeladen sowie die von Kokosnuss und Corossol (Stachelannone, oder Sauersack), Erdnusscrunchys, wunderbar! Kerne vollreifer Papayas (die unreifer Früchte sind gesundheitsschädlich, Nachahmer bitte zuvor informieren) geben unseren Speisen ein fruchtig-pfeffriges Aroma… Gerne schlendern wir überlokale Märkte, bedienen uns am dörflichen Angebot, manchmal direkt vom FeldÜberraschend viel Kohl, Rettich und Zwiebel werden angebaut, der längeren Haltbarkeit im Vergleich zu Tomaten, Paprika, Gurken geschuldet? Ich/M bin zwar kein Fan ersterer Gemüse, aber sie sind schmackhafter als heimische Varianten.
Verkettung unglücklicher Umstände führen dazu, dass Jörgs Magirus noch immer eine Immobilie istEs mag widersinnig klingen, aber ebendiese Sesshaftigkeit lässt den Rhythmus des Reisens wieder aufkommen. Nicht sammeln touristischer und landschaftlicher Hotspots, ausrichten von Reiserouten an Hand verschiedenster Termin- und Klimakalender, sondern das Sein im hier und jetzt bestimmt den Alltag. So soll es sein. Die Gedanken an den geplanten Heimflug im Juli legen wir weiter hinten im Hirn ab. Wiedervorlage in vier Wochen.
Verzeiht, dass Corona uns nicht loslässt. Ein paar Gedankenpuzzleteile. In Italien sterben im langfristigen Durchschnitt pro Tag 1500 – 1600 Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 83,4 Jahre (Stand 2018, Eurostat). Das derzeit aktuellDurchschnittsalter der Verstorbenen in den Monaten Februar/ März 2020 beträgt 81 Jahre https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Italien).Vergleichbare Zahlen aus diesen Monaten der Vorjahre wären interessant! Jeder Tote, der Corona infiziert war, aber an Vorerkrankungen litt, die zum Tod führten, tritt in der Corona-Statistik auf; ebenso Corona-Infizierte, die durch Krankenhauskeime starben. Marodes Gesundheitssystem, hohe Industrialisierung und Luftverschmutzung im Norden, regelmäßigBetreuung symptomfreier Kinder durch die „Risikogruppe“ Großeltern…
Wir ziehen um. Vincent Isambourg und seine Frau bieten uns ihr wunderschönes Gelände am See als Stellplatz an https://www.espritdafrique-senegal.com/bonaba-cafe. So parken wir Ive neben dem zunächst für vier Wochen geschlossenen Restaurant. Lohnfortzahlung? Unüblich! Rund elf Familien hängen am Betrieb. Unser neuer Nachbar macht Käse aus Ziegenmilch. Er verkauft. Welches Glück, hier gestrandet zu sein und nicht im Europa-Chaos. EU, zerrieben zwischen Ost und West, Abschottung und Grenzziehung statt Einigkeit in grenzüberschreitender Krise. Politversagen auf breiter Front. Wie es weitergeht? Wir werden sehen! Seit Dienstag früh patrouillieren Gendarmerie und Militär. Kontrollieren die Einhaltung der von der Regierung seit Mitternacht geltenden Einschränkungen und Verbote. In nicht einmal vier Wochen ist es nahezu weltweit gelungen, menschliche Grundrechte weitgehend außer Kraft zu setzten. Milliarden sind kaserniert, zum fragwürdigen Wohle weniger Tausend. In den Medien tauchen vereinzelt Berichte über Kollateralschäden auf: Der Virologe Alexander Kekulé mahnte …. „Wegen einer … Minderheit 95 Prozent der Bevölkerung einzusperren, da ist der Kollateralschaden viel zu hoch.” https://www.nordkurier.de/nachrichten/ticker/aerztepraesident-warnt-vor-ueberforderung-2038786803.html In die Alpenrepublik geschaut, wo sich der Staat sauber versucht aus der Verantwortung zu stehlen: https://computerwelt.at/news/kommentar/wirtschafts-crash-als-kollateralschaden-der-virusbekaempfung/
Nebenaspekte sind die ganz persönlichen Dramen, die sich still im häuslichen Umfeld abspielen.
Dem Wachstumsgötzen steht wirtschaftlicher Stillstand gegenüber, dem Miteinander soziale Deprivation! Finden Politik und Gesellschaft so zu einem Mittelweg?
Der Lac Rose wird rosa! Die entsprechende Brille habe ich wohl gerade verlegt!

17.03. – 21.03.2020 Senegal macht dicht! Schulen, Moscheen, Klöster, Campments…. bedingt auch die Grenzen zu den NachbarMauretanien, Gambia und GuineaVeranstaltungen zum Nationalfeiertag am 04. April sind abgesagt. Was kommt dann? Wie geht man mit den Touristen umRückholaktionismus des AA; für uns ist die Lage noch ruhigMan kennt und grüßt uns. Die Polizei fragt nach unserem Befinden… bloß nicht husten oder niesen 😉 Weltweit werden in großem Stil lang erkämpfte Grundrechte massiv außer Kraft gesetzt! Mit unfassbarem Erfolg manipulieren Rattenfänger die Massen. Wurde der Hebel getestet und für gut befunden, die Welt aus den Angeln zu heben?
Das Paket mit den Ersatzteilen ist zwischenzeitlich in Senegal – das heißt nicht, am Bestimmungsort. Und so üben wir uns weiter in Geduld. Telefonieren, recherchieren auf unserer Quarantäneinsel.
Schokoladenpudding, cremig nussig, kalorienarm, auf Bäumen wachsend – die Vorstufe zum Paradies. Nein, wir halluzinieren nicht, können auch nicht mit einer neuen Corona-Symptomatik aufwarten. La ToubabLac Rose artiste Myriam, die Weiße vom Rosa See, entführt uns dorthin, in dem sie uns mit der Sapoti-Frucht https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Sapote bekannt macht, die, als schwarze Sapote, den beschriebenen Geschmack aufweist. Auch die anderen Varianten sind schmackhaft, erinnern an eine Mischung aus Birne und Kiwi.
Salat! Vincent bringt gleich eine große Tüte voll. Ein Geschenk. Der Franzose aus Lille lebt seit 16 Jahren hier. Ist Chef der Bonaba-Tourismuseinrichtung https://www.espritdafrique-senegal.com/bonaba-cafe. Eigentlich ist er Künstler. Maler http://palette.senegal.over-blog.com Da er sein Restaurant schließen muss – Corona! – verschenkt er den für die Gäste angebauten Salat.
Unsere Vorräte an Wasser und teils auch an Lebensmitteln gehen zu Neige. Man weiss ja nie, was kommt, also verlassen wir vorübergehend den Stellplatz am See
zum bunkern. Wasser gibt es bei Myriam nebenan am Dorfbrunnen, Lebensmittel im rund 15 Kilometer entfernten großen Supermarkt in Keur Massar. Vor dem Betreten heißt es, einen Security, ausgerüstet mit Desinfektionslösung, zu passieren. Dann geht die Schlacht los: Zwischen Scharen von Einkäufern, die aus den Regalen entnehmen was noch da ist, längere Haltbarkeit aufweist und brauchbar erscheint, versuchen Bedienstete leere Kisten wegzuräumen, Neues einzulagern. Mehl, Brot, Zitronen sind aus… Schweinekoteletts, Bleu d´AuvergnePaté de Campagne, Croissants sind im Angebot… ergo wir auf der Gewinnerseite! Etwa jeder Dritte trägt Mundschutz. Nicht immer vor dem Mund. Locker um den Hals, auf der Stirn, am Handgelenk. Erinnert an das Tragen von Helmen italienischer Vespafahrer.
Der Afrikaner bedient sich fast ausnahmslos vom Markt und Tante Emma Laden. Supermärkte sind viel zu teuer. Entsprechend lässt sich das alltägliche Leben in Afrika kaum so lahmlegen wie in der EU. Gewohnt wuselig geht es auf den Straßen zu. Bei uns kommen leichte Erkältungssymptome auf. Haben zu viel über Corona gelesen. 

13.03. – 16.03.2020 Freitag der 13., angetan, abergläubisch zu werden? Fassungslos beobachten wir, was in der Welt geschieht. Was ist richtig? Was falsch? Tatsachen und Fakten sollten Basis für Entscheidungen sein, nicht Angstmache, blinder Aktionismus und Polemik; Hebel, die Welt aus den Angeln zu heben! Die Welt im Krieg!? Erlaubt mir auf ein Spiegel-Interview mit Alfons Labisch hinzuweisen https://www.spiegel.de/gesundheit/coronavirus-medizinhistoriker-ueber-parallelen-der-corona-epidemie-zu-frueheren-seuchen-a-3bab7496-ff0b-4a4d-a8d5-43ed4beb7aa8 und zwei Zitate daraus anzuführen: Der berühmte Hygieniker Max von Pettenkofer hat als Reaktion auf die Cholera-Epidemie der 1850er-Jahre sinngemäß gesagt: Keine Epidemie kann so schlimm sein, dass man den bürgerlichen Verkehr unterbrechen darf. Das heißt, die Grundvoraussetzung eines gesellschaftlichen Lebens ist unter allen Umständen zu bewahren, die Gesundheitsmaßnahmen dürfen nicht die Kommunikation von Menschen, den Austausch von Gütern und Dienstleistungen unterbinden. ……. Über das alltägliche Elend redet niemand, über das Sensationelle jeder: Es ist die Angst vor dem Unbekannten. Wann hatten wir zuletzt so eine Situation? Vielleicht bei …. der Schweinegrippe H1N1. … Bei H1N1 hatten wir allein in Deutschland circa 230.000 Fälle und 250 nachgewiesene Todesfälle. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher gewesen sein. Wir haben damals in Deutschland ….in Sachen Containment wenig unternommen. Die H1N1-Epidemie kam aus den USA. Niemand hat die USA an den Pranger gestellt….
Interessant auch folgende Aussage zur Panikdemie: https://www.cash.ch/news/top-news/corona-krise-der-test-von-roche-ist-ein-gamechanger-im-kampf-gegen-das-corona-virus-1500080 Zudem wird es möglich werden, genauer zu erfahren, wie gefährlich diese Pandemie wirklich ist. Die Angaben, wie tödlich Sars-CoV-2 ist, variieren noch immer stark. Man weiss zwar, wie gross der Zähler ist, also die Zahl der Toten – zur Zeit sind es bereits mehr als 5’000; aber der Nenner, also die Zahl der Infizierten, liess sich bis nicht wirklich beziffern. Nun denn, Roche wird wohl auf der Gewinnerseite stehen!
Wie wäre es, mal wieder eine neue, wohl vergessene Sau durchs Dorf zu treiben? Mit Tihange und Doel hätten wir da Vorschläge!
Zurück zu unserem alltäglichen Leben. In Afrika. Nicht abseits des Geschehens, doch aus der Distanz betrachtend. Jörgs Paket mit den Ersatzteilen ist noch immer unterwegs. In Quarantäne?
Das Etappenziel Herzogenrath – Dakar krönen wir mit einer Zweiradtour um den
Lac Rose, über dem u. a. die Legende des Belgiers Rahier schwebt: https://de.wikipedia.org/wiki/Gaston_Rahier. Mit verklärtem Blick redet man von den alten Zeiten. Rühmt sich, beim Eintreffen der Piloten dabei gewesen zu sein. Die ´Dakar´ ist überall Thema, nicht nur bei denen, die Ralley-T-Shirts verkaufen. Terrordrohungen, Angst und Politik bereiteten dem Event und Existenzen ein Ende.
Bei der Tour um den See lernen wir neben der Sonnenseite des Sees auch die der Armut, des Mülls und der wirtschaftlichen Nutzung unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen kennen. Bei unserer Rückkehr ist Minouks Freude leider so groß, dass er beim Sprung von der Sitzgruppe über den Tisch selbigen zertrümmert – ein Ridgeback ist nunmal kein Schoßhund. Statt Bier trinken heißt es für Jürgen: Tisch ausbauen, in gefühlte Tausend Einzelteile zerlegen, Defekt suchen, Dämpfer gebrochen! Statt Feder Holzbein! Entsprechend herrscht ein wenig Chaos in unserer Überlebenskapsel. Morgen ist auch noch ein Tag. Wir essen draußen. Lassen Ruhe einkehren. Genießen den lauen Sommerabend, darauf hoffend, dass die Welt nur taumelt, sich wieder fängt und weiter dreht.
Wir lernen Myriam, in Belgien geborene Italienerin und seit sieben Jahren am See lebend, kennen. Im Restaurant-Café verwöhnt sie mit der senegalesischen Köchin Binta die Gäste. Kleines Geld für großes Essen, wunderbar aromatischer Kaffee-Touba, herzliche Gastfreundschaft.
Und demnächst gibt es wieder weniger Text 😉

08.03. – 12.03.2020 Afrikas westlichstePunkt, UNESCO Welterbe sowie französische Supermärkte vor der Haustür! Da schreckt uns die Fahrt in die senegalesische Hauptstadt Dakar nicht ab. Am Sonntag und über die Autobahn gelangen wir entspannt in die MetropoleKein must seejedoch mit einigeschöneEcken. APointe des Almadies, westlichstePunkt des Kontinentsresidiert die US-Botschaft. Zufall? Ansonsten herrscht nettes touristisches AmbienteUngünstig ist das Verhältnis von Angeboten und TouristenWir genießen Thunfischsandwich und Crepes mit Kokosnuss. Füllen Lebensmittelvorräte auf: Käse, Rillettes, Fleisch, Rotwein… Lassen es uns mit Blick auf Bahnhof und Hafen munden. Seit dem Großeinkauf zeigt auch Minouk wieder Interesse an unseren Malzeiten, hat er diese zuvor doch eher mit Verachtung gestraft!
Mit geradezu deutscher Pünktlichkeit und gemessener Temperatur bringt uns das Boot zur Sklaveninsel Île de Gorée https://de.wikipedia.org/wiki/Gorée Senegals ersteUNESCO-Welterbe unweit der Küste. Das kleine Eiland ist Gedenkstätte für eine der dunkleSeiteder Menschheitsgeschichte. Auch wenn die Angaben zu den von hier aus in die USA deportierten Menschen sehr unterschiedlich sind, einer wäre einer zu viel! Für die Inselrestaurants werden Meeresfrüchte auf traditionelle Art und Weise gefischtMannigfaltig wird wunderbares Kunsthandwerk dargeboten. Gerne würden wir hier und da kaufen, nur wohin mit den schönen Dingen? Also bleibt es bei collect memories – not thingsFast. Ein afrikanisch buntes Sommerkleid für knapp acht EUR bereichert meinen Kleiderschrank.
Es wäre sicherlich von besonderem Reiz, eine Nacht auf der Insel zu verbringen. Doch wir wollen Ive trotz bewachtem Parkplatz nicht allein im Hafen stehenlassen. Und so sagen wir Insel und Stadt ade, aber nicht, ohne vorher noch eine lange Polizeikontrolle über uns ergehen zu lassen. Unfreundlich bis arrogant, letztlich aber ohne zu zahlen. Wie steht´im Reise Know-How Führer, Auflage 2019: …. staatliche Gängelung der Tourismusbranche durch teils absurde VerordnungenAuch am Lac RoseErholungsort für betuchte Senegalesen, präsentieren sich touristische Angebote eher verschlafen. Das Ausbleiben der Paris – Dakar“ seit 2008 hat sicherlich dem Einen oder Anderen die Existenz geraubt. Da helfen auch zwei Touris aus Herzogenrath mit ihrepersönlicheTouretappensieg nichtFragil ist die Tourismusbranche, Salzgewinnung ein eher stabiler Wirtschaftsfaktor.

03.03. – 07.03.2020 Bei Interesse folgt uns auf eineExkurs zum BaobabAnsonsten einfach weiterblättern, bis es mit deersten Erfahrung zur Korruption und einer Neuauflage zur Flugbox weitergeht. Baobab – Afrikanischer Affenbrotbaum, Afrikamystischer Baum schlechthin, zur Familie der Malvengewächse gehörendGeschichten und Sagen ranken sicuihn: Hohle Baumstämme fungieren als Grabstätten für Griots, Gaukler und Straßenmusikanten. Geistern dient er als Wohnstätte. Die Sage weissdass der Teufel den Baum verkehrt herum pflanzteEin Blick auf die unbelaubtAstkrone scheint´s zu belegen. Extrem dicke Stämme, oftmals geziert mit tiefen Kerben und Rillen. Umfänge von zehn Metern und mehr sind nicht seltenNahezu biblisches Alter können Baobabs erreichen, aktuell lebende Methusalems sind um die 2000 Jahre alt. Die ersten Blüten, mit fünf bzw. zwölf Zentimetern stattlich groß, trägt der Baum ab ca. zehn Jahren. Blattwerk bildet sich kurz vor der Regenzeit aus, zuerst elliptisch einfach, dann, an eine Hand erinnerndmehrteilige Laubblätter. Bis zu 140.000 Liter Wasser saugt er während der Regenzeit auf, Speicher für die Trockenzeit, den Mensch und Tier oftmals anzapfenGroße Früchte an langen Stielen hängend, Fruchtfleisch wie Samen sind essbar, der Sirup verleiht Obstsalaten oder Getränken exotisches Aroma. Blätter werden geerntet, als Gemüse oder Salat zubereitet. Der Baobab ist ferner Basis für Medizin, Farb-, Kleb- und Baustoffe, Matten, Schmuck, Kleidung…. ergo: Es gibt quasi nichts, was man aus einem Baobab nicht machen könnte.
Weiter in Kurzfassung: Wir verlassen die Zebrabar, fahren Jürgens Reisepass und Carnet entgegen. Beim Abschied meint Martin, es sei nicht gut, ohne komplette Papiere in Senegal unterwegs zu sein, das könnte Ärger geben. Also bewegen wir uns vorwiegend auf Nebenstraßen und schönen Pisten Richtung Dakar. Es kommt wie es kommen muss, ein Ordnungshüter an einer Dorfkreuzung hat eine Finanzspritze nötig, 50 EUR für zu dichtes Auffahren. Mächtig viel Geld, ca. 10% seines Monatsgehalts! Saublöde Situation. Keine Originalpapiere, Korruption in dem Maße ist uns aber auch widerwärtig. Jürgen sieht, dass der Polizist KTM-Handschuhe trägund von Crosser zu Crosser steigt die Freundlichkeit, der Preis sinkt. 15 EUR, Zähne zusammen beißen, zahlenhoffentlich bleibt es dabei. Na ja, fast. Nahe dem Fischerort Kayar suchen wir die Hipponauten, verlieren iniedrigen Astwerk die Flugboxen. Also zurück. Suchen. Paket finden. Von der kleinen Box ist ein Teil und von der großen ein anderes zertrümmert. Die kleine steht jetzt irgendwo an einer Piste im Senegal, die große wieder auf dem Dach, noch zu retten? Wir werden sehen. Flache Landschaft. Gartenbau im Sand. Wasser beschert gute, schnelle Ernten. Rinder- und Ziegenherden ziehen vorbei. Menschen grüßen, winken, ansonsten kümmert man sich wenig um uns. Sengende, lähmende Hitze über Tag. Leichter Wind, laue Sommerabende. Sonnenuntergänge hinter Akazien, so trügt der Blick .Vom Dorf tönt Musik herüber. Fremde Rhythmen mischen sich mit dem Geschrei nachtaktiver Vögel.
Last but not leastCorona in Afrika. Bei der Einreise nach Senegal hat man bei uns Fieber gemessen! Die neue Virusvariante kommt auf dem schwarzen Kontinent in Nigeria, Senegal und Südafrika vor – so schreibt man! Aber wer geht hier schon wegen Erkältungssymptomatik zum Arzt, wenn es denn einen gibt und man ihn bezahlen kann? Mehr als 6000 Menschen starben bislang in der Dem. Rep. Kongo im Verlauf der aktuellen Masernepidemie und jedes Jahr erliegen in Afrika 250.000 Kinder der Malaria https://www.spiegel.de/politik/ausland/covid-19-in-afrika-wie-sich-die-laender-auf-einen-coronavirus-ausbruch-vorbereiten-a-3034d2ea-3a8a-44ea-9ef4-4c553ed976ec oder: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6 Ein Vergleich: in D sind pro Jahr ca. 3500 Verkehrstote zu beklagen.


27.02. – 02.03.2020 Senegal in Kurzfassung: Saharaausläufer im Norden, tropischer Feuchtwald im Süden, Atlantik im Westen, Sahel im Osten. 1Mio. Einwohner. Hauptethnie Wolof mit gleichnamigeSprache. 64 bzw. 68 Jahre durchschnittliche Lebenserwartung, vergleichsweise hoch für AfrikaDakar, Millionen- und Hauptstadt, westlichster Punkt des Kontinents, Ziel der legendären Rallye Paris – Dakar“ https://de.wikipedia.org/wiki/Rallye_Dakar. Wenig Exportgüter, Erdnüsse, Phosphat und Fisch. 1960 Ende der Kolonialzeit, verblasster Glanz, neuer lässt auf sich warten. Religionsfreiheit, Islam mit 90% vorherrschend, ferner Animismus mit dem Motto Alles hat eine Seele, Christentum. Gambisches Staatsgebiet, Afrikas kleinsteStaat, bildet einen 300 Kilometer tiefeEinschnitt, trennt die südlichen Landesteile Senegals, die Casamance, Region häufiger Aufstände zwecks Unabhängigkeit. Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Senegal,.
In St. Louis parken wir am Straßenrand gegenüber vom Supermarkt. Nach Mauretanien geht der Tante Emma Laden fast als solcher durch, wir hatten mehr erwartet. Bier und Wein gibt es nicht, man bringt uns zum Shop, es fehlt uns noch der Kennerblick. Leider auch für Park- bzw. Halteverbotsschilder und so ziert Ive ein Felgeneisen. Wir handeln. Die Hälfte, rund sieben EUR. Ok, aber wie sehen die Schilder aus, wie sind sie zu verstehen? Kann uns der Politesser auch nicht verständlich erklären. Also neuen Platz suchen, Altstadt schauen, emsiges Treiben, Marktstände mit gutem Warenangebot. Straßencafés Fehlanzeige, von eisgekühlter Kokosnuss träume ich/Marion, vergebens. Ein Monat ohne Alkohol. Geht. Muss aber nicht sein. Jahrtausende alte Biotechnologie generiert wunderbare BioprodukteIn der Zebrabar https://www.zebrabar.net  hat man süffiges, eiskaltes heimisches Bier im Angebot! Leider entpuppt sich der Aufenthalt als Arbeitslager und Jürgen wird Opfer eines Raubüberfalls. Jedoch der Reihe nach. Arbeitslager: Die Jungs rekonstruieren die Ursache, die zum Ausfall des Magirus führte. Teile aus D müssen her. Der Kontakt zu Frank Flick http://www.bat-trade.de zeichnet sich aus, gute Ratschläge und schneller Versandt. Anja und Jörg nehmen unser Carnet mit nach Dakar zum stempeln, herzlichen Dank. So kann Jürgen sich dem Strommanagement widmen, denn unser Solarpaneel deckt den Bedarf nicht mehr ausreichend. Stunde um Stunde laufender Kühlschrank, Wasserkocher, leistungsfähigere Rechner und Drohne benötigen zunehmend Ampères, ein weiteres Paneel muss aufs Dach – Jürgen arbeitet bei knapp 40° CDer erste Versuch schlägt fehl – Zelle kaputt, also wieder abbauen, neue besorgen, leider ist Wochenende! Reibungsloser Umtausch am Montag. Martin von der Zebrabar leistet Support und Montag früh sogar Taxidienst, seine Kids müssen zur Schule – unser Vorteil, retour mit dem Taxi. Die Montage erfordert sinnieren, probieren, recherchieren … dann endlich klappt´s! So ganz untätig bin ich derweil auch nichtWäscheservice ist leider gerade nicht im Angebot und so kommt die Waschtonne zum Einsatz. Sechs Mal! Ja, richtig, sechs Tonnen per Hand! Zudem muss der Staub der letzten Unwetterepisode aus Schränken, Polstern, Ritzen entfernt werden. Vorteil der Hitze: Wäsche trocknet ratz fatz, das Putzwasser, was ich versehentlich in Ive auskippe, ebenso. Auch Einheimische klagen über den wärmsten, sturmreichsten Winter seit Jahren. Aber die Nächte sind angenehm kühl, erlauben erholsamen Schlaf. Raubüberfall: Nichts Böses ahnend gönnt sich Jürgen eine Apfelpause. Da wird er plötzlich von hinten angesprungen, bekommt einen Kinnhaken versetzt, der Apfel wird ihm aus der Hand geschlagen und unter lautem Siegesgezeter ziehen Affe und Apfel von dannen. Ach ja, Minouk findet den Platz auch ganz toll. Großes Gelände, er läuft frei rum, unterhöhlt Bäume und Sträucherverweist Hunderambos in ihre Schranken und vor der Küche steht immer ein Napf mit Wasser. Fast ein Hundeparadies. Das ändert sich schlagartig, als eine Ridgebackdame auftaucht. Eigentlich wäre das Paradies nun vollkommen, würden nicht die jeweiligen Besitzer Leinenzwang verordnen, um Körperkontakt zu unterbinden. Die Niederländer wollen ohne Welpen daheim ankommen. Wie kleinkariert! Beide Hund heulen um die Wette – Minouk gewinnt!

 

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37 Gedanken zu „2019>GoSouth_West_Afrika

  1. Hallo Ihr Lieben,

    und da sagt Ihr es passiert nix! Ein Versinken im Sumpf ist auf jeden Fall ein Ereigniss. Die Bilder des bunten afrikanischen Sumpf-Krabbeltiers sind auf alle Fälle sehenswert.
    ;o)
    Hier werden grade alle möglichen Regeln gelockert. Die Bundesländer versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen zu wollen vor großzügigen Lockerungen. Ich denke die Wirtschaft hat jetzt ausreichend Druck aufgebaut. Sogar Bundesligaspiele gehen wieder….
    Wenn der Rest der Welt ähnlich reagiert, dann seit Ihr bald wieder unterwegs.

    Bleibt gesund, wir freuen uns auf Euch.

    Karola und Rainer

    1. Ja ihr Lieben,
      nachdem der erste Schreck vorbei war, fand ich es auch einfach nur lustig über die weiche Salzkruste auf festen Bodden zu krabbeln.
      Fußball ja, CHIO nein? Wer hat die beste Lobby? Weltreisende eher nicht. Wir sind hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Frust. Aber irgend wann, irgend wie muss es ja weiter gehen.
      Liebe Grüße, noch immer vom Lac Rose 😉
      majuemin

  2. Hallo, ihr Afrika-Geniesser! Zwangsweise Entschleunigung, die Freude der kleinen Dinge… Intensivierung von allem?? Und warm ist es bei euch! Hier hat es endlich geregnet. Alles sprießt wie verrückt. Abwechslung bieten keine köstlichen Früchte, aber das Abenteuer immer neuer schöner Fahrradfahrten. Einen Vincent Isambourg würde ich mir auch gern aufhängen, das Problem das gleiche – wohin? Lasst ihr mich an der Käseherstellung teilhaben? Kamelkäse kann ich schon… Das gute an deinem Bericht, Marion, er ist virusfrei. Wie ich ihn genossen habe! Und wir können hier nicht mal richtig reiseplanen, da alle Länder dicht machen. In Indien haben die Menschen kein C-Problem, sondern nur Hunger. Wird woanders ähnlich sein!
    Bleibt weiter gesund und heiter und geht oft salz-schwimmen! Liebe Grüße CuA

    1. Meine Liebe(n), Gedankenübertragung? Sagte ich doch unlängst zu Jürgen, dass wir länger nichts von dir/euch gehört haben und prompt kommt Post, wie schön. Hier sprießt es auch, der Baobab schlägt aus, und noch so´n Gewächs, was ich nicht kenne. Mache mal ein paar Fotos, mir gehen eh die Motive aus 😉
      Wenn du Kamelkäse kannst, dann kannst du alle. Das Prinzip ist gleich, die Raffinesse liegt in den Variationen der Gewürze, sonstiger Zutaten und der Reifeprozesse. Hier gibt’s nur den Wechsel Ziege-Kuh, jedoch viel besser als gar kein Käse. Beim Verzehr sind wir jetzt bei Kilo Nr. 6 angelangt, hatten aber ab und an Mitesser! Ja, auch uns macht die Ungewissheit zu schaffen. Wir hoffen. Von Tag zu Tag. Was bleibt? Seit gestern gehen wieder Frachtmaschinen. Ich hätte nie geglaubt, dass ich mich derart über Flugzeuge am Himmel freue, ein Stück unserer Kultur ist zurück!
      Liebe Grüße, majuemin

  3. Liebe Marion,
    Wir wünschen Dir auf diesem Wege alles Liebe und Gute zum Geburtstag. Wir hoffen ihr könnt feiern und habt Spaß.
    Hier gibt es nicht viel neues, aber immerhin ist unsere neue Windschutzscheibe drin. Es fehlen leider immer noch Teile sind schon über eine Woche unterwegs, aber leider können wir ja eh nicht fahren.
    Macht es gut und genießt das gute Wetter.
    Hier war es lange Zeit schön, aber nun kalt und regnerisch.
    Bis bald
    Umarmen euch Ralph und Biggi und Luca

    1. Hallo ihr Lieben,
      ganz herzlichen Dank für eure guten Wünsche. Wir haben zu sechst ein spätes Sektfrühstück gemacht. Schattig unter Bäumen, Blick auf den See… (fast) alles gut!
      Wir hoffen darauf, dass irgendwann in naher Zukunft wieder ein normaleres Leben möglich sein wird. Man sieht sich, Scheibe ist schon drin. Wo auch immer,
      liebe Grüße, majuemin 😉

      1. Hallo,
        Hatten wir euch nicht gesagt, dass in Marokko unsere Windschutzscheibe vom LKW zu bruch gegangen ist? War noch eine Alte, die komplett zersplittert.
        Hoffen auch auf baldige Normalität, aber wird wohl dauern.

        1. Hi ihr Belgier,
          nein ihr hattet es uns nicht gesagt, wir haben es von Dritten irgendwann erfahren, weiß aber nicht mehr wer es war. Hauptsache ihr habt wieder den Durchblick und kommt irgendwann auch wieder auf freien Fuß 😉
          Liebe Grüße, immer noch aus dem Senegal, immer noch vom Lac Rose,
          majuemin

  4. Hallo Ihr Lieben,
    gerne folgen wir Euch auch weiterhin, auch wenn Euer Womi jetzt ein Stehrümchen ist ;0)
    Aber seht es mal positiv, einen derart intensiven Kontakt zu den Menschen, am Wegesrand Euerer Reise hätte es ohne das Virus nicht gegeben. Ich denke Ihr solltet das genießen solange ohnehin nichts anderes geht.
    Ein tolles Bild übrigends was Ihr da habt.
    Macht es gut, wir sind bei Euch, auch wenn Ihr steht.
    Liebe Grüße aus der Heimat
    Karola und Rainer

    1. Hallo ihr Lieben,
      habt Dank für den, leider nur virtuellen, Besuch und die Treue zu uns. Ja, wir versuchen die positiven Seiten zu sehen und das Sesshaft sein in Senegal eben als Teil unserer Reise (durch das Leben) zu sehen. Der lock down hätte uns viel schlimmer treffen können. Mauretanien etwa. Ich glaube, da hätten wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, das zu verhindern: heiße Wüste, Wasserproblematik, kaum gute Einkaufsmöglichkeiten, kein Bier, kein Wein…. unvorstellbar! Was jedoch auf ´s Gemüt drückt ist die Tatsache, dass wir so gar nicht wissen wie es weiter gehen wird, mit uns, dem reisen, der Welt. Aber das haben wir ja mit fast allen Menschen dieser Welt gemeinsam.
      Ganz liebe Grüße nach Deutschland, majuemin

  5. Hallo ihr drei,
    Sitzen zu Hause und werkeln vor uns hin. Leider kann man ja nicht reisen.
    Die Hauptsache ist euch geht es gut und ihr macht das Beste draus.
    Haben wirklich überlegt Richtung Süden zu fahren, aber mit kaputter bzw. ohne Scheibe war dies nicht möglich, zudem wollten wir unseren Haussitter nicht überstrapazieren.
    Wir können nicht über die Grenze, aber das wisst ihr ja bestimmt.
    Somit gibt es nicht viel zu berichten.
    Hoffen wir, dass dieser Wahnsinn bald ein Ende hat, aber so sieht es zur Zeit nicht aus.
    Haltet die Ohren steif und lasst es euch soweit möglich gut gehen.
    Fühlt euch gedrückt.
    Alles Liebe und vor allem Gesundheit
    Ralph +Biggi +Luca (Unser Opa)

    1. Ihr Lieben,
      wie schön von euch zu lesen! Ja, wir sind recht gut informiert über die unterschiedlichen Verbote, denen Menschen international ausgesetzt sind. Auch uns ist das Reisen verwehrt, aber wir stehen warm, trocken – noch ist keine Regenzeit – können in die umliegenden Dörfer und Städte gehen/fahren und uns am, um und im Salzsee austoben. Lediglich die Abende sind feucht und kühl, dann kommen auch gleich die Mücken. Ansonsten können wir uns wahrhaft nicht beklagen. Es ist aber schon traurig, dass ihr die Reise nach Norden antreten musstet, es hätte euch hier sicherlich gefallen.
      Drücken ist ja zumindest virtuell noch erlaubt 😉 mal sehen wann, wo, wie es in Realität wieder geht. Wir freuen uns drauf!
      majuemin

  6. Hallo ihr drei,

    wir haben von Papas unheimlicher Begegnung mit der Grünen Mamba gelesen! Das ist eine Begegnung auf die ihr sicher verzichten könnt. Gibt es dort denn irgendwo die Möglichkeit Gegengift zu bekommen?
    Wollen wir hoffen das Minouk nicht irgendwann anfängt mit den Dingern spielen zu wollen. Ist ein Biss für Hunde genauso gefährlich wie für Menschen?

    An der Feldspritze zu arbeiten hat dir bestimmt spass gemacht! Ein bisschen so wie früher an der Mosel oder? Vermutlich ist das Ding auch genauso alt:)

    1. Hallo ihr Lieben,
      ja, das war nach dem Motto: Schei……… viel lieber Mambo statt Mamba!
      Gegengift gäbe es – z.B. in Dakar in der Klinik. Die Fahrt dorthin dauert mit dem Taxi 1-1,5 h. Wieviel Zeit hat man? Einige wenige Stunden, aber es hängt von der Konstitution ab, je schwerer je besser, Verdünnungsproblem 😉 Und da sind wir dann beim Hund, 45 Kg ist eher wenig Masse zur Giftverdünnung.

      Zum Thema Langeweile: Elektrowasserkocher ist defekt, Sicherung durchgebrannt und morgen repariere ich/Jürgen den Kühlschrank von Vincent. Die afrikanische Reparatur war leider nicht erfolgreich, mal sehen was der Europäer hinbekommt. Die Motorspritze erinnerte in der Tat an die Zeiten im Weinberg.

      Bleibt gesund, lebens- und hoffnungsfroh!
      majuemin

  7. Hallo ihr 3,
    Willkommen in Afrika! 🙂

    Immerhin könnt ihr euch mehr oder weniger frei bewegen, hier unten im Süden ist totaler lockdown seit 21.3., kein gassi gehen nichts. Nur einkaufen darf man, wenn unbedingt nötig. Alle Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen sind zu, Restaurants und Hotels sowieso.

    Haltet die Ohren steif, lasst euch von Mama Afrika bezaubern und verliert nicht den Mut.

    Ganz herzliche Grüße vom südlichen Ende des Kontinents
    Antje

    1. Liebe Antje,
      ganz herzlichen Dank für deinen Besuch und die aufmunternden Worte. Ja, du hast völlig Recht. Im Vergleich zu EU und anderen afrikanischen Staaten erscheint in Senegal manches wie auf einer Insel der Glückseligkeit. Menschen gehen auf den Markt, machen Sport, alleine oder in großen Gruppen wie zB joggen oder Fußball spielen am Strand……Bedingt sind Restaurants und Hotels zu. In Dakar ist so manche Einrichtung geöffnet. Jedoch besteht ab heute eine Pflicht, Maske zu tragen. Es gibt zwar kaum welche, aber Inshallah! Ob es uns vergönnt sein wird den Spirit of Mother Afrika zu erleben? Ich habe schon vor dem Aufbruch zu GoSouth gesagt: Wenn unser Weg nach Südafrika von Westafrika aus zurück über Europa führt (verschiffen, fliegen), dann ist es eben so. Jedoch hatte ich eher politische/Visa technische Schwierigkeiten hinsichtlich Nigeria, Kamerun, Angola im Kopf. An eine derart Kopf stehende Welt habe ich im Traum nicht gedacht.
      „Kopf hoch“ geben wir gerne zurück, hoffen mit dir und vielen anderen nicht auf Huxleys ´Schöne neue Welt´, sondern auf Demokratie, Frieden und Freiheit!

  8. Liebe Marion und Jürgen
    Vielen Dank für eure Meldungen aus Senegal. Es freut uns zu hören, dass es euch gut geht.
    Wir erleben hier gerade, wie sich autokratische Systeme entwickeln. Ich hätte nie erwartet, dass selbst in der Schweiz die Grundrechte über Nacht ausgeschaltet
    werden. Die Auswüchse, die solche Massnahmen mit sich bringen, kommen nun mehr und mehr zutage. Einzig in Schweden scheint die Regierung durch die Verfassung zur
    Zurückhaltung gezwungen zu sein. Zwar verbreiten die Medien hier laufend gegenteilige Meldungen. Nicht untypisch. Man will (oder muss) Regierungskonform sein.

    Einen Lichtblick gibt es am Horizont, soweit ich es für unser Land beurteilen kann. Die Kritik nimmt zu. Die Behörden verhedern sich in sinnlosen Erlassen die in täglichem Rhytmus korrigiert werden. Die Polizei geht in Verkaufsläden der Migros
    (einer der grossen Lebenmittelhändler) und errichtet Absperrbänder um Produkte die nach deren Ansicht nicht verkauft werden dürfen. So etwa Batterien oder Patronen für Rahmbläser. Damit werden die Reihen der erwachenden Leute grösser und wir können zunehmend Druck aufbauen.
    Wenigstens haben die Behörden uns die Redefreiheit gelassen und soweit ich
    weiss, keine Einschränkungen bei den Internetdiensten eingerichtet. Wichtig um den
    weiteren Widerstand aufzubauen.
    Beste Grüsse, Peter

    1. Lieber Peter,
      herzlichen Dank für deine Worte und die kurze Momentaufnahme aus der Heimat. In Afrika weilend, zähle ich als Europäerin die Schweiz jetzt mal ganz einfach zur Heimat hinzu! Noch voll der Verwunderung über Artikel aus FAZ.net vom 08.04.2020 taten sie gut. Da ich nicht weiß, wie FAZ.net archiviert, verzichte ich auf links und zitiere wenige Auszüge z.B. aus einem Interview mit dem Direktor des Instituts für Rechtsmedizin, Uniklinikum Hamburg Eppendorf: “ …Hamburg ist … das einzige Bundesland, das alle Corona-Sterbefälle gezielt … rechtsmedizinisch überprüft. So wird festgestellt, ob die Toten in Folge der Infektion verstorben sind, oder ob das nur ein zufälliger Begleitbefund ist und es eine andere Todesursache gibt. … bei uns sind die Verstorbenen alle multimorbide, …. in der Regel … im höheren Alter. Wir haben bislang keine Todesfälle bei sehr jungen Menschen oder jemanden, der vorher gesund war. Der Empfehlung des RKI, Obduktionen eher zu vermeiden wegen der Infektionsgefahr, kann ich daher nichts positives abgewinnen….“
      Oder: „Heimquarantäne für Einreisende: Bis zu 25.000 Euro Bußgeld für das Verlassen der Wohnung? Entwurf zu einer Muster-Verordnung für die Bundesländer, die … im Bundesinnenministerium erarbeitet wird, heißt es, Einreisende seien verpflichtet, sich ´unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung … zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort auszuhalten´ … (Den trefflichen Wortfehler habe ich übernommen, ist ja ein Zitat!). Während dieser Zeit sei es „nicht gestattet, Besuch … zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören“, so der Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.“
      Hoffen wir, dass es beim Entwurf bleibt, Verhältnismäßigkeit die Oberhand gewinnt. Zum Wohle aller Menschen.
      Beste Grüße an dich und Margrit vom Lac Rose!

      Ein Nachtrag zu gestern. Es keimt Hoffnung auf: https://www.researchgate.net/publication/340448051_Datenbasis_verbessern_Pravention_gezielt_weiterentwickeln_Burgerrechte_wahren

  9. Hallo Jürgen, hallo Marion,
    es ist immer schön eure Berichte zu lesen und die Bilder zu sehen.
    Im Moment hängt ihr auch fest und die Reise ist zum Stillstand gekommen.
    Auch die Pflege von Minouk mit seinen Plagegeistern scheint recht schwierig zu sein.
    Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass es bald wieder für euch weitergeht, dann wird es auch bestimmt bei uns wieder ruhiger, oder lebendiger. Übigens es ist hier alles zivilisiert und ein friedliches Miteinander.
    Und nun noch ein Blick von der anderen Seite, denn auch diese sind sehr wichtig.
    https://www.youtube.com/watch?v=Fx11Y4xjDwA

    Liebe Grüße Heinz

    1. Lieber Heinz,
      herzlichen Dank für deinen Besuch und den kritischen Gedankenaustausch. So soll es sein! Was ist falsch? Was ist richtig? Schwer zu beantworten. Eine komplexe Herausforderung. Aufgrund der Infektion mit dem Virus und bei Erkrankung mit schwerem Verlauf gibt es Tote. Ja. Wie deren Zahl erhoben und ausgewertet wurde/wird ist wenig transparent. Einheitliche, vergleichbare Datengrundlagen gibt es eher nicht. Tote aufgrund von „Kollateralschäden“ (Depression, Alter, wirtschaftlichem Ruin, Opfer häuslicher Gewalt…) haben keine Stimme, werden wohl im Dunkeln verborgen bleiben.

      Bei Sanktionen und Restriktionen auf bestimmte Ereignisse gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Ein Rechtsstaat darf selbstredend nur auf der Basis von Rechtsgrundlagen agieren. Sehr fraglich, ob dies aktuell ausreichend gegeben ist: „Wenn die Beschränkungen zu lange bestehen, drohen ernste Gefahren für unseren Rechtsstaat und die Grundrechte“ (Sabine Leutheuser Schnarrenberger).
      Hans-Jürgen Papier, früherer Präsident des Bundesverfassungsgerichts, sieht derzeit die Gefahr einer „Erosion des Rechtsstaats“, „Wenn sich das über eine längere Zeit hinzieht, dann hat der liberale Rechtsstaat abgedankt.“/zeh/DP/zb vom 03.03.20 https://www.onvista.de/news/virus-leutheusser-schnarrenberger-sieht-gefahren-fuer-rechtsstaat-344339559
      Die Pressefreiheit in Gefahr sieht Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr https://www.reporter-ohne-grenzen.de/themen/pressefreiheit-in-der-corona-krise/ueberblick/

      Menschen werden (auch weiterhin) infiziert werden, erkranken und bei schwerem Verlauf versterben. Ja. Dem gegenüber steht der Tot der Rechtsstaatlichkeit, für Milliarden. Da lohnt es, die Stimme zu erheben, nicht für die erfolgten Maßnahmen, sondern für Kritik. Erstere ist laut, deutlich und mit Macht vorhanden. Letztere eher verhalten. Unterdrückt?
      Bleib gesund, kritisch und lebensfroh,

      Marion und Jürgen

      1. Liebe Marion, lieber Jürgen, lieber Heinz,

        ja, es ist immer gut, einen kritischen Blick zu bewahren, aber ich wüsste nicht, wie die Transparenz unter den gegebenen Umständen noch erhöht werden könnte: es gibt einfach nicht genügend Tests, um die gesamte Weltbevölkerung zu testen – eine derartige Überwachung wäre vermutlich auch (zurecht!) gegen sämtliche Datenschutzbestimmungen (die zum Glück bei uns immer noch ein großes Gewicht haben). Ich gebe zu, dass es auch Missbrauch der Situation gibt, man denke nur an die kürzlichen Gesetzesänderungen in Ungarn.
        Aber wie man es dreht und wendet: die verfügbaren Zahlen zeigen deutlich, dass die Todeszahlen in den Ländern, die spät Restriktionen für ihre Bevölkerung einführen, leider dramatisch ansteigen:
        https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6
        Bei uns ist es ziemlich erträglich – dank der Maßnahmen, die ergriffen wurden (und der breiten Akzeptanz und Mitwirkung in der Bevölkerung):
        https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_0/
        Deswegen bleibe auch ich gerne zu Hause und erledige meine Arbeit im Home-Office (geht zum Glück bei meinem Job). Damit (und mit meiner Arbeitsplatzgarantie) habe ich sicherlich einfach Glück – Viele haben das leider nicht! Das wird uns noch Probleme bereiten, aber zunächst müssen wir einfach dafür sorgen, dass möglichst wenig Menschen zu Tode kommen.
        Ich wünsche Euch in Afrika weiterhin viel Glück mit Eurer Gesundheit, denn es ist sicherlich kein Spaß dort ins Krankenhaus zu kommen! Seid bitte vorsichtig, und nehmt einfach die Warnungen ernst!
        Alles Gute – auch für Minouk!
        Viele Grüße (aus dem herrlichen Frühling in Deutschland, den kaum jemand mitbekommt…)
        ….. Barbara

        1. Liebe Barbara, lieber Heinz,
          schön dass sich eine kleine Diskussion über das Thema Covid-19 ergeben hat. Das zeigt wie wichtig wir es nehmen und dass zum Glück auch noch Meinungen zum Ausdruck kommen, die unterschiedliche Ansätze zur Meinungsbildung nutzen. Wer letztlich mit seiner Meinung näher an den gegebenen Realitäten gelegen hat, wird sich sehr wahrscheinlich nie zeigen. Sicherheit und Freiheit gegenübergestellt, erfährt von Mensch zu Mensch gegenübergestellt sicher unterschiedliche Wichtung. Wie sagte der meiner Meinung nach letzte große Bundeskanzler der BRD seinerzeit: ‚….nichts auf der Welt (gibt es) ohne Risiken nicht einmal die Liebe‘ (Helmut Schmidt 12/2018).
          Das soll einen natürlich nicht davon abhalten, situationsbedingt vorsichtig zu handeln. Das heißt hier in der Gegend auf Malaria zu achten. Da sterben in Afrika jedes Jahr etwa 400.000 Menschen dran, die meisten Kinder unter 5 Jahre. Es gibt eine wirksame Medikamentenbehandlung bei Befall, kostet pro Patient gut 100 Euro. Das habe die Menschen hier nicht! Findet in den Medien kaum Beachtung. Übrigens, Bill Gates hat in 2005 eine Summe von 258 Mio Dollar zur Malariaforschung zur Verfügung gestellt. So schlecht ist dann Microsoft auch nicht.
          Alles Liebe und Gute aus dem Senegal von Marion und Jürgen mit Minouk

      2. Liebe Marion, lieber Jürgen,
        danke für die Wünsche. Wir versuchen das Beste.

        Wir sehen ja, dass dieses Problem mit der Pandemie weltweit auftritt und auch unterschiedlich angegangen wird. Schweden reagiert ganz anders darauf und auch in der Schweiz gibt es Stimmen, eine gezielte Durchseuchung der weniger risikobehafteten Menschen freiwillig herbei zu führen.
        Die Dunkelziffer ist ja nicht bekannt und die Schätzungen gehen von 5 bis 50%
        Es stimmt natürlich eine Durchseuchung (Herrenimmunität) wird kommen müssen und eine Impfung wird noch min. ein Jahr auf sich warten lassen. Also wie mit diesem weltweiten Problem umgehen. In diesem Zugsamenhang ist ein offener Diskurs sehr wichtig.
        Ich habe nur einige Schwierigkeiten, wenn Menschen wie Paul Schreyer sich zu Wort melden, die mit sehr fragwürdigen Veröffentlichungen aufzeigen.
        https://www.psiram.com/de/index.php/Paul_Schreyer
        Es stimmt natürlich, dass in solchen Momenten die Rechtsstaatlichkeit wie auch die Pressefreiheit in Gefahr und auch gefordert sind. Ich bin aber überzeugt, dass in Deutschland und in vielen umliegenden Staaten, wie auch auf der ganzen Welt genügend politische Kraft vorhanden, das wieder auf den Weg zu bringen. Bei einigen Staaten war und ist schon vor Corona die Demokratie in großer Gefahr.
        Darum ist das miteinander Reden überall im Leben sehr wichtig.
        Euch auch Gesundheit Glück und Zuversicht
        Heinz

  10. Hallo Ihr zwei Lieben,
    es ist wirklich sehr schön zu hören, dass es Euch so gut geht. Eure Gedanken zu Corona lassen mich selber auch mal wieder drüber nachdenken, aber mit einer Familie, die zu zwei Drittel, einschließlich mir selber, aus Risikopatienten besteht und dem Wohnort im Kriesenzentrum schlechthin, Kreis Heinsberg, ist es echt schwer die Ruhe zu bewahren.
    Im Moment leben wir beide mit gelben Scheinen hier oben auf unserem kleinen Berg im Exil und damit geht es uns grade ganz gut…aber irgendwann muss es ja wieder weiter gehen….
    Um so schöner von Euch zu lesen, aus einer anderen Welt, genießt die Zeit. Bis bald.

    Rainer und Karola

    1. Lieber Rainer & natürlich auch Karola,
      ja, es ist ein enormer Unterschied, einerseits die Situation des Einzelnen, der mit seinen Risiken, Empfindungen und Ängsten konfrontiert ist und andererseits die reine Statistik, anonyme Zahlen. Unsere Gedanken zu Corona sind ein Versuch, die Risiken durch das Virus gegen die Risiken durch die Sanktionen abzuschätzen. Reaktionen und Sanktionen von Politik machen mir mehr Angst als die Virusattacke, da ich letztere für berechenbarer halte. Wir leben von Tag zu Tag, beobachten genau die Stimmung im Land; hören aus D, dass sich Menschen hier und da gegeneinander wenden – Beginn bürgerkriegsähnlicher Zustände und hoffen, hier nicht auch zwischen derartige Fronten zu geraten – wir sind vorsichtig optimistisch – bleibt es daheim auch, bleibt gesund und macht das Beste draus. Last but not least: Danke für euren Besuch!

  11. Liebe Marion, ich habe gerade meinen Kommentar zu deinem Corona-kommentar gelöscht. Zuviel! Wann erreich ich dich mal am Hörer?? Wieder ein sehr guter Bericht! Liebe Grüße von zu Hause, Christiane

  12. Froh, Euch wohlauf zu wissen!
    Dankbar, von Euch zu erfahren, wie es außerhalb Europas aussieht.
    Erleichtert, sagen zu können, dass es uns in den diversen home office noch gut geht.
    Ratlos, wie das alles wirklich einzuordnen ist.
    Mit dem mulmigen Gefüghl, dass irgendwas gewaltig nicht stimmt.
    Abgelenkt von Euren schönen Bildern .
    Mit der Hoffnung, dass für alle von uns das ganze irgendwie gut ausgeht.
    Eure Cordula

    1. Meine Liebe,
      wie treffend, deine Zusammenfassung. Hin und her gerissen zwischen Gefühlen der Ohnmacht, Wut, Verzweiflung…. Hoffnung. Sie stirbt zuletzt – hoffen wir, dass sie überlebt! Möge wieder Freiheit einziehen in unser Leben, so wie wir es noch vier Wochen zuvor kannten und als Selbstverständnis annahmen.
      Eure Reiseberichterstatter mit ihrem eingeschränkten Blick auf die große Welt!

  13. Jetzt habt ihr eure Rallye Herzogenrath-Dakar hinter euch! Wir sind gespannt auf die nächsten Etappen.
    Wenn ihr im Juli nach Hause kommt, könnt ihr gerne mal mit Willi reden. Der kann euch gute Tipps geben wo man hinfahren kann und wo man sich besser fern hält.

    Wir haben jetzt eine Hochzeitslokation für 2021 und die ringe sind auch fertig. Es geht also langsam voran.

    Liebe Grüße,
    Sabine und Simon

    1. Hallo ihr Zwei, …..

      wir auch! Aber jetzt lassen wir es langsam angehen – im Juli heißt es ja Etappe in die Heimat… das wollen wir von Westafrika aus machen. Ihr seid ja dabei, eure Etappensiege ganz anderer Art (Location, Ringe ….) zu erringen 😉 wir sind gespannt!

      Ein Gespräch mit Willi, er ist Kongolese, richtig?, wäre bestimmt sehr interessant. Ist er denn in D, wenn wir ins Basislager kommen?

      Liebe Grüße,
      majuemin

  14. Hallo meine Lieben,
    eure Worte – Labsal für Blogger! Ja, Mauretanien ist anders als Marokko, meist Lohn der Mühen, oft aber auch Erschöpfung bringend, es fordert! Marokko ist uns gut bekannt, ein Land erfahren im Umgang mit Tourismus und Touristen – mit allen Vor- und Nachteilen.
    Fahrt gen Süden – ihr erlebt es live ;-). Demnächst aus dem Senegal…
    majuemin

  15. An die drei Wüstenfüchse/-fänger!
    Wir folgen euren Berichten begierig mit so viel Freude, während wir durchs so europäisch wirkende Marokko schaukeln! Die kleinsten Pisten werden schon geteert. Das grenzt bald an Langeweile, während ihr euch 12km pro Tag durch den Sand schaufelt, Saharakrokodilen (fast) ins Auge schaut und – was mich (C) zutiefst beeindruckt – durch uralte Schriften blättern dürft! Soviel Neues haben wir gelesen über Regionen, die für uns nur weiß waren! Deine Zusammenfassung ist wieder klasse, Marion! Was ihr erlebt habt, einfach nur beeindruckend! Das ist fast wie selber mitfahren. Bleibt alle gesund, inkl. Autos, erlebt Aufregendes und schreibt tüchtig! Wir warten gespannt!
    Herzlichst
    CuAuN aus der Minna

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