2019_GoSouth_West_Africa


unsere Reiseroute durch Westafrika

Und wieder einige kurze Filme von unserer Reise;  Update 03.07.20 (klick hier):

Westafrika: Senegal >

Senegal
02.08. – 06.08.2020 Feierabend. Ein Bier. Jürgen holt die Rechner aus dem Schreibtisch. Seiner fällt. Mit der Ecke auf den Fuß. Fuß kaputt. Rechner kaputt. Stimmung kaputt. Wir waren gerade dabei, an der Reise, die schon länger keine mehr ist, wieder Gefallen zu finden. Mut machen Lebensfreude und Farbenpracht im Senegal. Frauen, zum Opferfest herausgeputzt wie Königinnen. Den Vögeln gleich in zitronengelb, grell orange, blutrot, grün- und blaumetallic. Von muslimischer Tristesse keine Spur. Außer bei vielen Moscheen. Landschaft entlang der kleinen Straße nördlich des Casamance von nie zuvor gesehenem Grün. Auch in Irland nicht! Überwältigende Intensität. Phosphoreszierend grell bis hin zu mattem fast Schwarz. Gräser, Büsche, Bäume, Giganten des Urwalds. Sonnenlicht. Tropfen auf den Blättern glitzern wie Tausend Diamanten. Back to earth – wäre nicht nötig gewesen. Jürgen identifiziert die Defekte. Erwirbt in Tambacounda bei der erneuten Umrundung von Gambia Maus und Tastatur. 15 EUR, beides zusammen. Rechner funktioniert. An uns arbeiten wir.
Verwirrende Informationen teilt die Gendarmerie an den Kontrollposten bezüglich Grenzöffnungen mit: Grenze zu Gambia bei Farafenni ist auf, alle anderen Übergänge zu Nachbarstaaten sind geschlossen. Außer zu Gambia sind alle Landesgrenzen zu den Nachbarstaaten geöffnet. Alle Landesgrenzen sind geschlossen. Kann man sich was aussuchen? Seit dem 10.07.20 sind regierungsseitig keine offiziellen Verlautbarungen zu finden. AA und Botschaft haben auch keine verwertbaren Neuigkeiten.
Unterwegs nach Nordosten drehen wir den intensiven und häufigen Regenfällen in der Casamance den Rücken zu. Die Luftfeuchtigkeit sinkt. Auf rund 75%. Textilien im Laster sind nicht mehr klebrig feucht. Die Haut ist nicht andauernd schweißnass. Kleidung pappt nicht ständig auf dem Körper. Spaziergänge im Trockenen, ab und an draußen essen. Unsere Aufenthaltsfläche im halbwegs Trockenen vergrößert sich von 11qm auf
soweit die Füße tragen. Aber auch unterwegs nach Touba ist Regenzeit. Und wie es sich gehört, fällt ab und an Wasser vom Himmel.
Mit dem Versuch, Touba zu besuchen, Heilige Stadt der Mouridenbruderschaft, eine der größten Moscheen Westafrikas, Pilgermetropole und Mekka des Kontinents, Staatsmacht muss hinter Religion kapitulieren, beginnt ein düsterer Tag. Viel Erfahrung haben wir mit Aufenthalten in islamischen Ländern. Zehn Wochen davon in Iran. Was uns jedoch in Touba an Intoleranz, Aggression und Wut entgegenschlägt sobald wir das Auto verlassen ist von neuer Art. Sofort umringt von 10-15 bewaffneten Sicherheitskräften, Sittenwächtern, bzw. dem Mob, der sich hinzugesellt, werden wir ohne Worte der Begrüßung sofort angeschrieen. In welchen Sprachen? Auch französisch ist auszumachen. Wir glauben, es liegt am Hund. Unser Bemühen um Aufklärung und Deeskalation ist angesichts der nervlichen Anspannung in den letzten Wochen und Monaten wenig ausgeprägt. Wir treten den Rückzug an. Man verfolgt uns, lässt uns aber fahren. Jürgen umrundet die Moschee, macht den Vorschlag, ich solle alleine gehen. Ein paar Fotos machen. Ca. 50m komme ich, bevor 
Security laut gestikulierend auf mich zukommt. Zurück zum Auto. Bloss weg! Genau diese Erlebnisse bestärken die Vor-Urteile gegenüber dem Islam insbesondere in seiner konservativen Ausprägung. Machen Angst! Mehr zur Moschee: https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Moschee_von_Touba
Auf kürzestem Weg verlassen wir Touba. Finden einen schönen Platz für Pause und Spaziergang. Eine Rinderherde mit drei jungen Männern zieht entlang. Nein, fotografieren der Tiere sei verboten. Mein Handy könne ich/M ihnen geben. In D könne ich mir ja ein neues kaufen! Dorthin wolle man. Fußballspielen. In der Bundesliga. Ob sie denn deutsch könnten? Nein, braucht man nicht! So unrecht haben sie gar nicht.
Last but not least kassiert ein korrupter
Gendarme auf der N3 für das mixte fahren 7,50 EUR! Ja, was ist das? Das gemeinsame Fahren mit Tieren! Ha, ha, ha! Jedes zweite Auto ist voll mit Federvieh, Ziegen, Schafen…. Alternative: Strafzettel über 18 EUR. Einzulösen morgen beim Kommissariat gegen Herausgabe meines Führerscheins. Ja, ihr alle, die ihr nie und grundsätzlich nicht Korruption begünstigt. Es besser wisst und richtig macht: Nie Originale rausgeben! Nie bezahlen! Seht es mir nach. Meine Nerven sind lädiert, ich handle, s.o., und bezahle.
Auf dem Gelände der
Agricole et Rurale http://www.ipar.sn/ hinter Bambey findet sich ein schöner Platz im Grün. Freundliches Willkommen – und Ruhe. Außer den Rindern um uns herum. Die toleriert Minouk auch bald, schläft und träumt. Er hatte einen schweren Tag. Vom Bellen fast heiser! Wir gönnen uns dreien mal wieder einen Tag Fahrpause.

 

 

 

Senegal

01.07 bis 01.08.20

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Senegal

27.02 bis 30.06.20

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12 Gedanken zu „2019_GoSouth_West_Africa

  1. Hallo Ihr Beiden, mit Spannung lesen wir von Euren Abenteuern und bewundern die schönen Fotos. Besonders gefallen mir ja die Ziegen auf den Königsgräbern und die Geier am Strand. Aber am Besten sind immer Eure Berichte: Unterhaltsam, sehr eindrücklich und amüsant, einfach super geschrieben; wunderbar!
    Ich kann mir bildlich vorstellen, wie der Regen prasselt, die Matsche unter den Reifen hervorquillt oder Jürgen in der Badebux mit dem Hund geht.
    Aber so nett sich das auch liest, wünschen wir Euch doch, dass Ihr bald weiter könnt, sich irgendein Weg hinaus aus dem schönen Senegal auftut. Und so lange hoffen wir, dass Ihr bei guter Laune und Gesundheit bleibt! Viele Grüße von Ute und Wolf

    1. Liebe Ute und natürlich auch Wolf,
      herzlichen Dank für euren Besuch und die lobenden, aufmunternden Worte. Auf Gesundheit achten wir soweit es in unserer Macht steht. Aber wir treffen ja immer wieder Menschen, die mit Tees, Pasten und Grünzeug zur Seite stehen 😉 und meine Hausapotheke ist noch bzw. wieder gut gefüllt.
      An der Laune arbeiten wir, erscheint uns manchmal schwieriger als ersteres, es fehlt ein wenig die Perspektive. Umso mehr freuen wir uns über Besuch, der uns zeigt, dass wir nicht vergessen sind im schönen Senegal!
      Viele Grüße, Marion & Jürgen

  2. Hallo, ihr lieben durchgefeuchteten festsitzenden Weltenerforscher!
    Es ist schier unglaublich, was ihr nach fünf Monaten im Senegal, davon sogar drei am selben Platz, an neuen Eindrücken und Informationen noch aus diesem Land zu berichten wisst! Neue Menschen, Früchte, Tiere, das Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer nicht unschätzbaren Regierung, der riesige pekuniäre Unterschied zwischen den Menschen dort und durchfahrenden Urlaubern aus dem reichen Norden… Wir müssen wohl abwarten, welche Zukunft Overlanderträume haben werden. Die Bilder sind wieder so toll! Eines meiner Lieblingsbilder ist das Fahrrad im Watt. Oder die Kühe dort?? Und die Fahrt durch die Mangrovenwälder… Der Blick über diese Wälder mit der Drohne ist schon besonders. Brauch ich auch sowas??? Bleibt optimistisch und schreibt/filmt bitte weiter!
    Herzlichst, CuA.
    (Nahmka: auch Bootfahren mit Minouk!)

    1. Ganz herzlichen Dank für euren Blogbeitrag, tut gut – so sonnige Worte im Regen 😉
      Mir gefällt auch der Radfahrer ganz besonders, meine Lieblingsbilder wechseln allerdings je nach Stimmungslage immer mal wieder…
      Ich freu´ mich auf den Sherry, wann und wo auch immer, vielleicht ja sogar in Afrika, sollte die Welt aufhören zu trudeln und sich wieder sanft und ruhig in ihren Bahnen drehen dürfen.
      Beste Grüße, majuemin
      (Minouk hätte Nahmka sicher einen Sitzplatz angeboten ;-))

  3. Hallo ihr Lieben,

    es liest sich momentan aber nicht so als würdet ihr die Reise genießen. Das ist sehr schade… Bestimmt kommen bald wieder bessere Zeiten. Wie sieht denn euer weiterer Plan aus?
    Liebe Grüße,
    Sabine und Simon

    1. Hallo Simon und natürlich Sabine,
      nein, momentan ist die Situation sehr verfahren. Pläne? Können wir kaum machen. Machthaber durchkreuzen sie immer wieder. Sollten die Grenzen zum Monatswechsel 07/08 öffnen, fahren wir nach Gambia. Bleiben die Grenzen zu, dann drehen wir langsam ab gen Osten, wieder um Gambia herum. Lac Rose? Keine Ahnung. Heute haben wir seit 15:00 Uhr Starkregen. Jürgen war mit Minouk in Badehose Gassi. Er nutzt die Zeit, den Blog aufzuräumen. Wie gefällt euch das neue outfit? Zudem beschäftigt er sich mit SocialMedia… Ich arbeite meine Internet-Seite auf, flicke unser Betttuch und Minouks Matratze….
      Liebe Grüße, majuemin

  4. Hallo ihr Beiden
    Ach wie schade, dass die Grenzen noch immer zu bleiben. So langsam sollte sich die Grenzen mal wieder öffnen. Immerhin möchtet ihr doch nur gemäßigt reisen und keine Partys á la Ballermann feiern. Was für eine verrückte Zeit.
    Wir drücken euch die Daumen.

    Ganz liebe Grüße, Rainer & Karola

    1. Ja, da sagt ihr was! Es werden willkürlich Grenzen gesetzt. Je nach Gusto, Laune und Pseudologie 😉 Mal sehen wie wir sie überwinden werden. Grenzen machen neugierig. Was liegt dahinter? Die Antworten erweitern den Horizont. Und so sind sie immer temporär geblieben. Das lehrt die Geschichte und macht Hoffnung – zumindest langfristig.
      Liebe Grüße ins Heimatland,
      majuemin

  5. So nette Begegnungen und so wundervolle Bilder.
    Ich freue mich, dass es für euch weitergeht.
    Ich könnte auch einen Lehrgang im Wäschewaschen gebrauchen. Meine Miele gibt den Geist auf und das Waschergebnis ist bescheiden.
    Wir arbeiten fleißig an unserem Womo und hoffen in knapp achtzig Tagen fertig zu sein. In den nächsten zwei Wochen geht er hoffentlich durch den TÜV.
    Nun werde ich noch ein wenig Wikipedia lesen.
    Wir denken an euch und wünschen euch eine gute Weiterreise .
    Alles Liebe Rainer & Karola

    1. Liebe Karola,
      schön von euch zu lesen. Ja, Wäsche waschen ist nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Allerdings ist Maschine schonender für die Wäsche und spart jede Menge Wasser – auch eine neue Erfahrung.
      Wie schnell doch die Zeit vergeht. Jetzt sind es deutlich unter 100 Tage, bevor ihr wieder aufbrecht. Hoffentlich klappt alles wie ihr es euch vorstellt. Pläne schmieden ist derzeit sehr schwer. Auch wir können nicht wirklich reisen. Sitzen im Senegal fest und der Regen im Süden ist auch nicht lustig. Mal sehen, wie es weitergeht.
      Ihr habt völlig Recht! Die Begegnungen, die wir erfahren sind eine Bereicherung, jede für sich.
      Eine gute Sommerzeit wünschen majuemin

  6. Hallo ihr Lieben,
    Sind gerade zurück gekommen. Es wurde der erste Geburtstag von Anna gefeiert, wie ihr sicher wisst.
    Sind immer wieder am Haus beschäftigt. Gibt nicht soviel zu berichten.
    Corona hat alles irgendwie noch im Griff, leider.
    Hoffen für ein paar Tage los zu kommen, eigentlich egal wohin. Im August hoffen wir auf eine längere Tour.
    Alle sind voll im Hochzeitsfieber, der große Tag ist ni ht mehr so fern.
    Schade, das ihr nicht kommen könnt, hätten uns auch sehr gefreut euch wieder zu sehen.
    Lasst die Köpfe nicht hängen, jetzt geht es ja richtig weiter auf eurer Reise.
    Bis bald Ralph und Biggi und Luca

    1. Hallo ihr Lieben,
      danke für euren Besuch und die aufmunternden Worte – tut gut!
      Ja, Corona bleibt präsent, auch hier. Die Land-Grenzen zu Gambia und Guinea Bissau bleiben geschlossen. Also viel mit Reisen ist da nicht wirklich drin. Aktuell in der Casamance bestaunen wir das üppige Grün leiden aber auch an der Sauna mit Daueraufguss.
      Ja, auch wir hätten uns gefreut viele liebe Menschen wieder zu sehen. Wir fiebern aus der Ferne mit, zumindest das bleibt uns!
      Liebe Grüße, majuemin

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