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Die Reiseroute:

Frankreich 18.09. – xx.xx.2026
18.09. – 24.09.2026 Spätsommer. Warme Tage. Kühle Nächte. Von Kanfen an den Kanal bei Langres. Und da ist es wieder, das Kribbeln im Bauch. Die Schmetterlinge kommen zurück, Reiseverliebte sind unterwegs. Alles wird gut! Mautstraßen wie Umweltzonen umschiffen wir problemlos. Tonnagenlimits bis 3,5 sowie Erinnerungen daran an jeder Straßenecke nehmen zu, führen manchmal zu deutlichen Umwegen. Noch lässt das Land Raum, versucht den Spagat zwischen Anwohnerinteressen und dem Wirtschaftsfaktor Tourismus zu meistern. Die Metropolen Dijon und Lyon umfahren wir auf Autobahnen bzw. Nationalstraßen, ansonsten touren wir durch Frankreichs Hinterhöfe. Nach campieren am Canal de Langres und in Cabaret Neuf steuern wir erneut die Domaine des Lauribert zwischen Valreas und Visan an. Côtes du Rhône: Weine, Essen, Region, einfach wunderbar! Und während der Weinprobe bei Lauriberts, kostenfrei wie der Stellplatz, löst sich auch das Problem: Wie kriegen wir das gute Gesöff nach Deutschland? Gleich mehrere Kartons kaufen wir wieder, als Dank für die Gastfreundschaft und zudem stehen Weihnachten und Silvester vor der Tür. Doch mitnehmen nach Afrika können wir das nicht. Als Gerard, ein Freund der Familie, erfährt aus welcher Gegend in D wir kommen, meint er, dann sind wir ja quasi Nachbarn, ich wohne in Thimister. Also für Ortsunkundige: das ist in Belgien, an der Autobahn Richtung Kreuz Aachen gelegen. Ja, dann könnte er doch …? Ja macht er, gerne, einfach so! Für Freunde von Freunden, so das Gefühl. Wie einfach das Leben manchmal sein kann.
Nach drei Nächten verabschieden wir uns nach Uzés zur Domaine St. Firmin. Das Campareal ist keinesfalls mit Lauribert zu vergleichen. Doch kaum einen Steinwurf entfernt liegt das historische, lebendige Städtchen. Samstags ist hier großer Markt mit mehr als 200 Ausstellern. Nahrungs- und Genussmittel, Bekleidung, Blumen, regionales Kunsthandwerk werden angeboten, verwandeln das Zentrum in eine gigantische Einkaufszone. So erlebten wir es vor Jahren. Wir sind gespannt.
Zuvor entspanne ich dann doch nicht ganz in der Hängematte des regulatorischen Nichtstuns und recherchiere etwas zum Thema der Vorabregistrierung von Fahrzeugen beim tunesischen Zoll. Seit Einführung der digitalen Plattform Smart Traveller müssen alle Reisenden mit Fahrzeugen vor der Einreise nach Tunesien diese nutzen. Für weiterführende Infos empfehle ich unsere Seite Reiseregularien NW-Afrika.

DBL 06/2026 – 18.09.2026
14.09. -18.09.2026 Packen brauchen wir nicht viel, Ive ist
eigentlich immer fertig für die Straße. Eher räumen wir aus, entschlacken den Dicken für die Wüste. Abschied. In Jülich und Umgebung genießen wir anregende Diskussionen, flüssige wie feste Gaumenfreuden. Spät kommen wir bei Silva und Joachim los, sind versackt. Nein, das ist es nicht, was nicht stimmt. Der Aufbruch ist anders als gewohnt. Graust mir vor der Konfrontation mit der zunehmenden Immobilität in Europa? Oder, dass wir zu bestimmten Zeiten an festgelegten Orten sein müssen? Habe ich Zweifel an meiner Reisefähigkeit in der Gruppe? Fragen. Keine Antworten. Ich muss erst wieder Vertrauen zu Ive bekommen, so viel ist an ihm repariert, getauscht worden. Ich muss ihn wieder neu erleben, beleben. So begründet Jürgen sein Grübeln. Bevor es auf die schmale kurvige Landstraße von Belgien nach Luxemburg geht hält er an, steigt aus: Ich muss was nachschauen. Das tue ich ihm erst gleich, als er mit sichtlich blassem Gesicht am Beifahrerfenster erscheint und feststellt: Unsere Reise ist hier erstmal zu Ende. Viele haben etliche Stunden Arbeit in den LKW gesteckt, gute Arbeit. Doch wo immer Menschen tätig sind, passieren Fehler. Auch solche, die nicht geschehen dürfen, weil sie tragische Konsequenzen nach sich ziehen können. Und mit einem solchen sind wir konfrontiert. Gott sei Dank ohne Unfall, gestrandet am Straßenrand. Professionelle Hilfe verhilft uns nach 1,5 h Stunden wieder zur Mobilität. Freude? Wir grübeln, sind in uns gekehrt. Ich habe Ive nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, die er gewohnt ist, habe viel delegiert, Geld gegen Beachtung, sind einige von Jürgens Gedanken. Wir beide haben nicht gehört, als er uns etwas mitteilte. Ist Ive beleidigt? Spinnt die jetzt, fragt sich nun wohl der eine oder andere! Doch wer das Buch Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten gelesen hat und offen für die Gedankengänge des Autors ist, weiß was ich meine. Der Autor Pirsig sieht beispielsweise in Technik und Ordnung, ihren Zusammenhängen und unserem Umgang damit, eine Seele. Wir kennen diese Betrachtungsweise zudem aus Afrika, wo viele dem Animismus anhängen, glauben, dass alles beseelt ist bzw. wurde.
Trotz späten Aufbruchs und Defekt erreichen wir Frankreich, finden bei Kanfen zwischen Friedhof und Kirche viel Raum, wunderbaren Blick über die Ebene bis hin zu den Kraftwerken von Cattenom.

17.08. – 13.09.2026 Deutschland, kein Sommermärchen? Dass der Fußball nur selten den Weg ins Tor findet, ist bereits nahezu vergessen, politischer Alltag hingegen die vom Motto Eigentore geprägte Lage. Eher im Stillen meistern insbesondere deutsche Reiter und Pferde auf dem Aachener CHIO – Gelände die Hürden, sind Sieger im Medaillenregen der Reitweltmeisterschaft!
Und wir? Wir genießen, wenig öffentlich, sondern auch eher still, sprich in unseren Erinnerungen und Herzen, den persönlichen Märchensommer, Besuche und Ausflüge mit Familie und Freunden. Doch auch Auszeiten à la du und ich sind dabei, wie Zum Wehrhaften Schmied, quasi nebenan meiner Geburtsstätte in Aachen. Seit fast 200 Jahren, mit Unterbrechung im II. Weltkrieg, ist das Lokal Gastraum mit dem Flair längst vergangener Jahrzehnte und dem allzeit aktuellen Spruch des Hauses In dieser Gaststätte sind alle Menschen als Gäste willkommen, egal welcher Nationalität oder Religion sie angehören. Diese Gesinnung soll 1942 zur Zwangsschließung führen, das Bombardement Aachens kommt dem zuvor. Bereits 1949/50 erfolgt der Wiederaufbau. Bei unserem ersten Besuch der Lokalität erleben wir, dass Freundlichkeit, Service, Aufmerksamkeit großgeschrieben werden. Schmackhaft und sättigend ist es zudem, international, griechisch, bodenständig, ehrlich.
Reparaturen existentieller Art sowie für Ives Schönheit sind erledigt, der Schmutz aus allen Ecken beseitigt, na ja, fast. Entsprechend ist unser beider Aufenthalt eher nicht nach Art Wellness. Macken, Schrunden, Falten nehmen zu – Luxusprobleme! Nächste Woche soll Ive wieder südwärts rollen! Es ist an der Zeit. Die Konten leeren sich rapide und fast noch schneller hält der nasse Herbst Einzug in die Region. Da fällt der Abschied nicht so schwer, zudem sind wir bald wieder da, um die Weihnachtszeit zu genießen. Nur mal eben nach Algerien. Die Vorfreude auf die Reise, die Truppe, insbesondere auf Pia und Klaus, ist groß! Und ich muss kaum was arrangieren. Hoffentlich vergesse ich in der Hängematte des Organisierten nicht Wichtiges.

Letzte Junitage – 16.08.2026 Bevor wir wieder auf Tour gehen fangen wir mal mit dem Ende an. Die Rückkehr von der dreijährigen Afrikareise steht unter dem Motto: Nach der Reise ist vor der Reise. Ankommen, den Sommer genießen. Sonnenschein und meist blauer Himmel scheuchen Gedankengrau meist von dannen. Auch das hohe Arbeitspensum, vor allem meines, ist gut unterzubringen, Schönes beschäftigt mich: Restabwicklung der vergangenen Reise, Werbung für uns, das Ruandaprojekt nebst Buchverkauf, Pflege von Sozialkontakten vis-à-vis, Menschen mit allen Sinnen erleben, nicht über bits und bytes. Und nicht zuletzt die Planung der Algerienreise, eine Gruppenreise mit überwiegend für uns fremden Teilnehmern. Viel Konzeption braucht es nicht, fürs Gros sorgen die Initiatoren Pia und Klaus sowie Desertreisen. Jürgens Landung hingegen ist eher von der Sorte hart und weniger herzlich! Schnell stellt sich heraus, dass Afrika unseren Iveco arg mitgenommen hat. Es braucht gleich mehrere Fachleute und Werkstätten, um Ive wieder zusammenzuflicken. Den Anfang macht Jan, der fürs Facelift sorgt, dank seiner Schweißkunst ist das Führerhaus nun wieder am Stück! Einen tollen Job machen anschließend Martin Baginski  und Team. Reifenwechsel und Frontscheibentausch sind eher von der Sorte: Alltag. Aufwand stecken in der Recherche zum Ersatzteil, zwei Scheiben gibt es noch in Europa. Zwischendurch fordere ich meinen Systemadministrator heraus mit Datenmanagement. Viel Zeit für Zweisamkeit bleibt nicht. Eine fast vergessene Erfahrung.
Ach ja, nicht selbstverständlich, alle unsere persönlichen Werkstatttermine verlaufen ohne Beanstandungen!
Wunderbare Stunden in unserem Domizil erleben, die idyllische Garteninsel genießen. Doch es ist nicht zu leugnen, Deutschland fordert, blockiert, zehrt. Nein, es sind nicht die Temperaturen, es ist der Umgang damit und miteinander. Ich erinnere mich sehr gut und gerne an den sog. Jahrhundertsommer 2003. Die von Summertime geprägte Stimmung im Land, Hitze der Felder, Kühle der Wälder, schier endlos lange laue Abende, Licht, Leichtigkeit des Seins. Und heute? Krisenmodus in allen Medien, tagein tagaus. Die latent aggressive Grundstimmung entlädt sich hier und da, dünnes Eis im Hochsommer. Was hat sich, den Menschen, in den letzten 23 Jahren verändert? Was ist anders an diesem – evtl. neuen – Jahrhundertsommer? … Führt die tägliche Dusche zum schlechten Gewissen, oder schmerzt der heimische Rasen, der trotz Wasser braun und welk ist, weil ihm Nahrung fehlt? Ein Glas Wasser, ist es plötzlich bedeutsam?

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