2019 GoNorth

Deutschland > Polen > Litauen > Lettland > Estland > Finnland > Norwegen > Russland

 

Im Folgenden einige Movies auf denen ihr unsere Reise als bewegte Bilder erleben könnt. Bitte einfach anklicken, die Qualität ist systembedingt nicht optimal.

Datum: 12.05.2019
Polen Schiffstreppe (28MB; 106sec)

Datum: 16.05.2019
Flug über die Kurische Nehrung (27MB; 104sec)

Datum: 20.05.2019
Waldstellplatz in Estland(18MB; 67sec)

Datum:27.05.2019
Halbinsel Stellplatz in Finnland(21,8MB; 81sec)

Datum: 28.05.2019
Reiseimpressionen(19,8MB;75sec)

Datum:30.05.2019
Fahrt nach Kirkenes(20,7MB; 78sec)

Datum: 04.06.2019
Fahrt über russische Nebenstraßen (30MB; 113sec)

Datum: 06.06.2019
Russland Stellplatz an den Petroglyphen (28,7MB; 109sec)

Datum: 10.06.2019
Russland Onega See (30,8MB; 116sec)

Datum:13.06.2019
Russland Ladogasee (31,5MB; 119sec)

Russland
08.06. – 13.06.2019 Südlich von Petrozavodsk finden wir direkt am See inmitten von Einheimischeim Wochenende einen schönePlatz mit viel Grün und Internet-Präsenz. Facetimen mit daheim ist angesagt. Der Grill kommt zum Einsatz, wir genießelaue Sommerabende. Junge Russen kommen, sind neugierig auf Ives Innenleben, schauen, fragen über Deutschland, unsere Reisen, das Leben draußen in der weiten Welt. Zwei Frauen studieren Sprachen, ihre Deutschkenntnisse sind ausbaufähig, englisch klappt perfekt. Sie waren noch nie außerhalb Russlands – es ist schwierig, meinen sie. Eine Französin aus Nancy kommt hinzu, sie lebt seit einem Jahr hier, Sprachaufenthalt, oh wie schwierig ist russisch – und deutsch! Sie vermisst Käse und Wein aus der Heimat; wie gut wir sie verstehen.
Zwei Russen entdecken uns vom See aus, kommen anUfer, leeren mit Jürgen den Rest ihres Wodkas…. Fast 23:00 Uhr, noch immer ist es hell. Anders als die Mitternachtssonne am Nordkap, rund um die Uhr baden im Licht, Sonne, die nicht untergeht, ein ganz besonderestraumhaftes Erlebnis. Aber mit der Zeit vermisse ich die Sterne am Nachthimmel, den Zauber des Lichtspielsden die sinkende Sonne südlich des Polarkreises mit ihren Strahlen in die Natur maltWald, erstrahlend im Rotgold, See mit flammender Oberfläche, ein Glitzern wie von Tausenden Kristallen, wenn der Wind sanft die Wasseroberfläche streift, rosarote Wolken – da lässt es sich träumen, dahinschweben.
Auf löchrigem Asphalt bzw. Wellblechpiste fahren wir 120 km am Onegasee entlang, passieren verschlafene Dörfer, oftmals schöne Häuser, versunken in Blütenmeeren, die leider den Kampf gegen das allumfassende Grün der Wälder verlieren. Meist verdecken eben diese den Blick auf´s Wasser. Am Svir, bzw. am Ladogasee https://de.wikipedia.org/wiki/Ladogasee verweilen wir. Im 8. Jahrhundert fuhren/ruderten nordische Fernhändler, die Waräger,  entlang von Dnjepr und Don bis ins Byzantinische Reich und gründeten gegen 750 eine erste Siedlung Ladoga am gleichnamigen, größten See Europas nahe St. Petersburg. Namensgeber Russlands waren eben diese Ruderer. RUS ist finnischen Ursprungsbedeutet Ruderer. Der Weg zum See, den wir uns aussuchen, ist etwas spannend. Passt Ive über die kleinen Straßen und Brücken? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir gewinnen! Wie ein silbern glitzerndes Meer liegt er plötzlich vor uns, der riesige See, Wasser, das sich am Horizont verliert. Ive hat wieder mal etwas Sand unter den Stollen. Wir wollen für die wenigen Meter keinen Druck aus den Reifen ablassen, begnügen uns mit der zweiten Reihe – nicht, das vor uns jemand parken würde 😉 Ein Bullifahrer begnügt sich damit natürlich nicht, will an den Strand. Ihr wisst was kommt? Richtig, ruck zuck sitzt er im Sand fest. Zunächst schaufeln, schieben…. dann kommen unsere Sandbleche zum Einsatz. Das Ehepaar bedankt sich mit einem wunderbaren Plov, den sie auf dem Holzfeuer kochen. Leider findet an dem tollen Platz bei Zaostrov´ie jemand Verwendung für unseren Campingtisch. Nun denn, die vom Schadensausmaß gravierendsten Diebstähle erlebten wir im heimischen Umfeld von Haus und Hof. Unterwegs ist es in ca. 35 Jahren der vierte, trotzdem ist es immer ärgerlich und ein schaler Geschmack bleibt hängen. Machen sich Diebe über diese Nachhaltigkeit ihrer Aktionen Gedanken? Betriebsamkeit und rege Diskussionen entstehen um uns herum, als ich auf unseren Verlust aufmerksam mache. Nach vier Stunden ist unser Tisch doch tatsächlich gefunden!  Das ist uns noch nie passiert, spasiba!

04.06. – 07.06.2019 Die Sonne hat die Natur aus dem Winterschlaf geweckt. Seit geraumer Zeit trägt die Landschaft ihr zartgrünes Frühlingskleid, am Saum zeigen sich vereinzelt Blüten, weiß, gelb. Auch die Menschen wirken lebendiger, bekunden manchmal Interesse, lächeln und grüßen hier und da. Von Kostamus aus durchqueren wir die historische Region Karelien, die sich von Finnland aus (Nord- und Südkarelien) in Russland als Republik Karelien fortsetzt, bis Belomorsk, Hafenstadt am Weißen Meer, Heimat der letzten intakten Urwälder Europas und seiner zwei größten SeeOnega- und Ladogasee. Bereits vor ca. viertausend Jahren war Karelien hier besiedelt, im zurückliegenden Jahrhundert immer wieder Zankapfel meist zwischen Finnland und Russland. Die Gegend um Belomorsk scheint zunehmend zu verarmen. Landwirtschaft findet auf dem Niveau Gartenbau statt, Forstwirtschaft unter dem Regime von Finnland und Schweden, Eisenerzabbau bietet einige Arbeitsplätze,Tourismus ist eine unerschlossene Einnahmequelle. Die Verbindungsstraßen sind schlecht, löchriger Teer, Betonplatten, Lehm. Einzig die Verbindungsachse Murmansk – St. Petersburg ist recht gut befahrbar. Zahlreiche Baustellen, meist an Brücken, bremsen uns aber auch hier auf dem Weg nach Petrozavodsk aus. Die Hauptstadt Kareliens steht in voller Blüte und wir direkt am Stadtpark und Schiffsanleger nach Kizhi, einer der unzähligen Inseln des Onegasees mit Welterbestatus. Vor allem berühmt ist die Christi-Verklärungskirche, aus Holz erbaut, von 22 Kuppeln geziert. Doch leider geht mit Hund mal wieder regulär nichts, außer wir wählen eine Überfahrt für uns drei allein, kostet sehr viel Geld. Die Besichtigung ist ein Tagesausflug, so lange wollen wir Minouk nicht im WoMo lassen. Ich/Marion allein on tour ist auch keine gute Option, ich kann die Insel wegen des Knies auch nicht gut erkunden, was mach´ ich dann dort die ganze ZeitZudem ist die Hauptattraktion zwecks Restauration ihrer Kuppeln beraubt. Also, Kizhi bleibt ein loses Ende, ein nächstes Mal?  Wir erkunden Petrozavodsk, einige schöne Gebäude des Klassizismus, nette Strandpromenade, Bier vom Fass….

Spotlight Europa
Wir bereisten die gelisteten Staaten innerhalb kürzester Zeit und demzufolge halten wir uns mit einem Fazit zurück. Nur soviel: Alle Staaten bereisten wir mautfrei, was in PL dazu führte, dass auf den schmalen Überlandstraßen dichteLKW-Aufkommen herrschteDiesel wurdvon Süd nach Nord teurer, kostetaber in N nicht so exorbitant viel (mehr) als in den Medien berichtet wird. Generell war die Preisspanne insbesondere in LT und N sehr groß! Insgesamt stieg das Preisniveau Richtung Norden. Aber man muss ja auch keine Süßkirschen oder Datteln (29 € bzw. 20 €/kg) in N kaufen. Alkoholika lagen im Preis ca. dreifach über dem iD, ansonsten war das Preis- Leistungsverhältnis weitgehend fair. Das Wetter war in FIN und N regenreich und kalt. Kontakte zu Menschen, Einheimischen wie Touristen, kamen nicht, bzw. selten zustande, geschuldet wohl dem Wetter, der geringen Besiedlungsdichte, der Zersiedelung und der Mentalität. N und FIN verfügen im Vergleich zur Bevölkerungsanzahl über große Staatsgebiete. Trotzdem war ein Zugang mit Ive ins „Abseits“ schwierig. Gründe dafür: Ein Großteil der Landmassen besteht aus Wasser (Seen, Flüsse, Moore). Aufgrund des Regenreichtums waren auch üblicherweise passierbare Wege für Ive nicht nutzbar. Ein zusätzliches Erschwernis stellt die starke Zersiedlung in N und FIN darParkplätze waren kaum mehr als Nothaltebuchten, Rastplätze verfügten meist über geringste InfrastrukturCampingplätze lagen straßennah, erschienen oftmals lieblos gestaltet und teils geschlossenWir haben jedoch immer einen schönen Platz für die Übernachtung gefunden. Häufig fast so wie im Prospekt der Reisemobilhersteller, siehe auch die Drohnenvideos. Grenzübergänge (innerhalb des Schengenraumswaren für Mensch und Tier/Hund problemlos, die Einträge bzgl. Bandwurmbehandlung für FIN/N befanden sich im Heimtierausweis wurden aber zwischen diesen Übergängen nie kontrolliert. Probleme gab es bei der Einreise nach RUSNäheres s. Grenzerfahrungen.

Grenzerfahrungen
01.06. – 04.06.2019 Ja, da sind wir wieder, jedoch weitestgehend zum Thema Überwindung von Grenzen mit Hund von N/FIN nach RUS, da wir zahlreiche hundebesitzende Reisende unter euch Lesern wissen. Am Grenzübergang iKirkenes macht bei der Einreise nach RUS die Veterinärin Probleme. Delt. EU-Verordnung 998/2003 gültigenTollwutimpfstatus akzeptiert sie nicht. Fordert für den Grenzübertritt eine jährliche Impfung einSomit ist Minouk die Einreise in die RUS-Föderation verwehrtDeGrenzpolizist, er spricht sehr gut Englisch, verstehdie Problematik auch nicht Recht. ´Es kann doch nicht sein, dass uns Russland diesmal verwehrt ist´?! Einer fixen Idee folgend frage ich, mit sehr enttäuschtem Gesicht, was denn nun mit unseren Visa sei? Einreisestempel sind in den Pässen und bei Visa mit Einmaleinreise, wie unsere, sind die somit „verbraucht“, oder? Es geschieht eine Art Wunder in der russischen Bürokratie! Man stempelunsere Einreise als ungültig und die Visa sind weiterhin gültig. `Wir könnten es ja an einer anderen Grenze – ohne Hund – probieren´, meinen sieRückreise nach N, nicht ohne Weiteres möglich, Minouk war ja zwischenzeitlich in RUS, Problem! Der Notdienst habende Veterinär wird an die Grenze beordert. Das bedeutet für ihn 75 Km-Fahrt auf schlechten Straßen und für uns: Abwarten und Tee trinken. Nach zwei Stunden trifft er ein, entschuldigt sich gebührend für Ost und West (!), scannt den Heimtierausweis, vergleichihn mit Minouks Chip, stempelt Formulare und so „untersucht“ darf Hund wieder nach N einreisenEs ist immer ein besonderes Erlebnis, wie gesunder Menschenverstand der Bürokratie unterliegt. Für die Norweger sind derartige Zurückweisungen von Touristen mit Haustieredie zentrale Informationsquelle über die „Einreise mit Hund in die RUS Föderation“! Im weltweiten Netz findet man hierzu keine belastbaren Infos. Anmerkung aus persönlicher Erfahrung: Zwei Grenzübertritte nach RUS 2017 an den Grenzen Kasachstan/RUS und Mongolei/RUS verliefen mit dreijährigeImpfzyklus im EU-Heimtierausweis ohne jedwede Probleme! Ca. 220 Km weiter südlich bei Raja Jooseppi starten wir den zweiten EinreiseversuchDefinnische Grenzer weist freundlich darauf hin, dass ein Grenzübertritt mit Hund mangels Veterinär auf russischer Seite nicht möglich sei. Dies gelte auch für die beiden folgenden Übergänge FIN/RUS. NächstmöglicheÜbergang mit Hund sei Kirkenes – ha, ha,- oder ca. 700 km südlich bei KuivajärviNix mit Murmansk und dem Eisbrecher Lenin…. Aber den Versuch in Kuivajärvi wollen wir dennoch machen. Kleines Schmankerl am RandeIn RUS wollten wir für ca. 70 ct/L Diesel tanken. Entsprechend leer sind Ives Tanks. Es kommt, wie es kommen muss: ca. 300 m vor der Tankstelle in Sodankylä (FIN) bleibt er liegen. Schieben geht nicht, also Reservekanister umfüllen und für 1,433 ct. Tanks auffüllen – wir leiden!  Am nächsten Tag erreichen wir gegen 16:30 Uhr die Grenze bei Kostamus, Versuch Nummer drei. Wir haben uns zuvor Minouk´Impfausweis mal genauer angesehen, legen den Ausdruck einer Antikörpertiterbestimmung hinzu …. viel (Papier) hilft viel? Die Finnen inspizieren die Hundedokumente ausführlichst, bleiben an der Entwurmung hängen (Echinococcus). Ein hinzu gezogener Fachmann – Hundeführer – diskutiert mit mir den Status. Ja, ich habe eine dritte Tabletten“kur“ dabei, ja ich weiß, dass nach der 28-Tage-Regelung die Einnahme durch einen russischen Veterinär bestätigt werden muss. ´That´s perfect´, meint er, finde ich gar nicht, denn es ist eine weitere der unzähligen Informationen zum Thema Entwurmung in gesprochenem bzw. geschriebenem Wort. Egal, den Tollwutstatus moniert er nicht, wir dürfen den Grenzübertritt versuchen. Einreise von Mensch – kurz und schmerzlos, nun zum Zoll. Hier wird Ive in Anbetracht seines outfits und der Tonnage zum TIR. Und wieder beginnt die stundenlange Diskussion, dass wir KEIN kommerzieller `Transport International Routier` sind. Dokumente werden hin und her getragen, zwischenzeitlich beschaut die Veterinärin Minouks Dokumente, geht wieder. War es das? Ca. vier Stunden und zahlreiche Dokumente später kommt eine leitende Amtsperson und scheint erfreut, uns ein „alles ok“ übermitteln zu können. Dokumente neu ausfüllen…. man erinnert sich an den Hund, die Dame kommt wieder, nimmt die Unterlagen, verschwindet, Minuten werden zu Stunden, kommt zurück, nimmt mich zur Seite, oh sch…!. Aber sie will nur Unterschriften unter zwei Dokumente, in kyrillisch. Egal, ich bin mittlerweile sehr gut im Unterzeichnen falscher bzw. unlesbarer Schriftstücke. Nach fünf Stunden reisen wir in Russland ein, in die Republik Karelien, mit Ive, nicht als TIR, und mit Minouk.… Ein Nachtmahl, Sekt und Hundekuchen!  Der nächste Tag steht unter dem Motto Besorgungen: Rubel, Diesel, Nahrungs- und Genussmittel, Telefonkarte für´s Internet.
Dann endlich sind wir auf dem Weg zum Weißen Meer, einem Nebenmeer des Arktischen Ozeans https://de.wikipedia.org/wiki/Weißes_Meer.
Kurze Info für Knie-InteressierteIhr Lieben, keine Panik, das mit der patella bipartita hat nix mit der Kreuzbandzerrung zu tun, die hab ich einfach seit vielen Jahrzehnten – also schon immer! Pillen nehme ich keine mehr und bin trotzdem weitgehend schmerzfrei, aber von „Strecke machen“ Meilen entfernt. Zumindest für wenige Stunden kann ich wieder ans Steuer von Ive!
Einige Fotos haben wir trotzdem; es wird wärmer, Regen fällt nicht mehr ganz so oft.

Norwegen
29.05. – 31.05.2019 Eiskalter Wind bläst, fegt graue Wolken und Nebelschwaden über´s Kap, Aufbruch. Hat sich die Fahrt zum Nordkap gelohnt? Ja; aber! Es ist nicht der Blick auf den imposanteKapfelsen. Die enormen Diskrepanzen zwischen Schein und Sein auf Magerǿya beeindrucken uns, als da wären: Die Landschaft trägt ihr Winterkleid, wir frieren. Es ist der Beginn des arktischen Sommers. Mitternachtssonne, seit zwei Wochen schon versinkt die Sonne nicht mehr hinter dem Horizont, 24 Stunden Helligkeit, der Biorhythmus sagt: Mensch geh´ schlafen, es ist Nacht. Und nicht zuletzt die Hochgebirgslandschaft auf Meeresniveau, die das Ihrige hinzu tut, um bei uns den Eindruck hervorzurufen, dass die Welt Kopf steht.
Entlang des
Porsangenfjörd Richtung Kirkenes, am Varangerfjörd gelegenes, letztes „Nest“ vor der russischen Grenze200 Km schafft Jürgen, wir sind müde von unserem Erlebnis ´Mitternachtssonne´. Weiter.
In einer
Siedlung kurz vor Kirkenes sind Menschen zu Fuß unterwegs. „Da ist bestimmt ´ne Demo (gewesen)“ meint Jürgen. Gewohnt verschlafen, fast menschenleer wirkt auch die Hafen- und Industriestadt bei unserer Ankunft. Das Leben findet drinnen statt, nasskalteWetter lässt kaum anderes zu. Und so besuchen auch wir wieder ein Museum. Das Grenselandmuseum schildert zum Einen das Leben der Varanger, die hier bereits vor vielen tausend Jahren siedelten. Grenzen setzte die Natur, nicht der Mensch. Aber, wie kann es anders sein? Völker, die wir heute Russen, Schweden, Dänen, Engländer etc. nennen, wurden auf die Varanger aufmerksam, besteuerten und bekriegten das Volk, errichteten Grenzen. Heute lebt das Ursprungsvolk der Samen auf ihrem Land in zwei Staaten. Und irgendwanentstand das Sprichwort: „Ein Land ohne Grenzen ist Allgemeinbesitz. Gute Nachbarn benötigen gute Zäune.“  Zum Anderen wird das Leben im Dreiländereck Norwegen, Finnland und Russland über jüngere Zeiträume der Geschichte, mit besonderem Fokus auf das starke Bombardement der Stadt während des 2. Weltkriegs, dargestellt. Heute können die Bürger des Dreiländerecks, die in einem Umkreis von 30 km wohnen, visafrei reisen. Regelmäßiger Busverkehr erleichtert ihnen die länderübergreifenden Besuche. Für andere Ausländer soll sich der Grenzübertritt wohl schwierig gestalten. So benötigt man hier – und nur hier – für Hunde ein Gesundheitszeugnis, das nicht älter ist als fünf Tage. Und das besorgen wir uns in Kirkenes.
Ihr Lieben, ich bin es leid, immer wieder über das kalte, nasse Grau zu schreiben, das uns so häufig umgibt und es festzuhalten in Wort und Bild. Zwischendurch hektische Versuche, Fotolicht einzufangen. Es nervt euch sicherlich genau wie mich. Mal sehen, wann es weitergeht mit den Berichten. Bleibt uns treu!


26.05. – 29.05.2019 In Karigasniemi über die Grenze, ohne jedwede Kontrolle. Bei Karasjok steht der Besuch des Samenmuseums auf der to see – Liste, leider Sonntags geschlossen. So bummeln wir durch den wohl teilweise stets zugänglichen Bereich – reicht für fußkranke Museumsmuffel. In der Stadt tagt auch das norwegische Parlament der Samen mit 39 Abgeordneten, Sametinget, 1989 gegründet, um den Belangen der Minderheit im norwegischen Parlament Gehör zu verschaffen. Entlang des Porsangenfjördmit 120 km viertlängster Norwegens, wir biegen ab nach Hammerfest. Mal Sonne, öfter Regen begleiten uns. Im 2. Weltkrieg von den Deutschen weitgehend zerstört, ist der Wiederaufbau der einst nördlichsteStadt der Welt kein gelungenes architektonisches Vorhaben. Die Bronzestatue der Erdkugel, Wahrzeichen der Stadt in der Meridianagataerinnert an die erste exakte Vermessung des Erdumfangs. Das Projekt dauerte von 1816 – 1852 und wurde gemeinsam von Norwegen, Schweden sowie Russland durchgeführt. Für kurze Zeit reißt der Himmel auf, die Sonne kommt, ich/ Marion sitze in der Tür von Ive, ein Kaffee, ein Zigarillo und träume von Sonne, Sand und mehr…. denke an Birgitta!
Drei Wochen nach der Abfahrt und 4850 zurückgelegten Kilometern stehen wir am Nordkap71°10´21“. Viel zu schnell sind wir unterwegs, das entspricht gar nicht unseren Reisegewohnheiten, aber einerseits macht das Wetter wenig Laune zu verweilen, andererseits möchten wir uns für Russland Zeit nehmen.
Doch zunächst zum Nordkap. Es ist nicht das nördlichste Ende Europas – von „
richtigen“ Insellagen bei diesen Betrachtungen mal ganz abgesehen, besitzt doch das Nordkap an der stark zerklüfteten norwegischen Küste auf Magerǿya auch InsellageNördlicher befindet sich das Kap Knivskjelodden, welches aber unspektakulär wenige km weiter westlich liegt, nur fußläufig zugängig, für mich also derzeit unerreichbar und so begnügen wir uns wie die Meisten mit dem Nordkap.
Europäisches Nordmeer, Barentssee, Randmeere des Arktischen Ozeans https://de.wikipedia.org/wiki/Arktischer_Ozean
nördlich von Amerika, Europa und Asien liegend, auch Interkontinentales Mittelmeer genannt – na, wird´s wärmer? – treffen sich hier. Die Fahrt durch den knapp sieben km langen Nordkaptunnel führt steil bergab in dieses eiskalte Gewässer. Nicht dass es tatsächlich kälter würde, die Gedanken an die Unbill der Natur um uns herum sind atemberaubend. Am Ende des Tunnels erwartet uns strahlender SonnenscheinWunderbar ist die Insellandschaft. Immer wieder Seen, Flüsse, Wasserfälle, Blicke auf das Meer…. Die Taiga ist der kargen Tundra, der Kältesteppe der Nordländer deErdevergleichbar mit der Vegetation im Hochgebirge, gewichen. Und so fühlen wir uns auf Meeresniveau bzw. kurz darüber, in hochalpine Landschaften versetzt.
Der Eintritt auf den Nordkapparkplatz ist für 57 €/ 24h zu haben. Inbegriffen sind Eintritte in Museum, Kino, die Höhle des Lichts und die St. Johannes Kapelle sowie der Kontakt zu Reisenden aus vieler Herren Länder. Und da ist es wieder, das (zaghafte) Interesse am Anderen. Man grüßt hier und da, erzählt Lebensgeschichten, wie die des nicht mehr jungen Ehepaares aus der Gegend um Bitterfeld, zum ersten Mal mit Mietmobil unterwegs. Eine stressige Tour sollte die Jungfernfahrt werden, um sich danach für oder gegen Camping auszusprechen. In vier Tagen sind sie, teils per Schiff, hergefahren. Völlig begeistert, werden sie, zurück in D, wohl stolze WoMo-Besitzer. Annette und Benedikt, fertig mit dem Studium, sind in ihrem froschgrünen 911 am Ende ihres Auszeitjahrs angekommen. Während sie nach Hause fahren, um die Arbeit aufzunehmen, dürfen wir weiterReisepläne schmieden. Wie unseren Flug Agadir/Frankfurt zum Jahreswechsel. Nach nur dreimal buchen und umbuchen hoffen wir, jetzt alles unter Dach und Fach zu haben, wir werden sehen.
Doch zurück zum NordkapDer Wettergott hat ein Einsehen mit uns. Der Himmel bleibt klar und so erleben wir, dass auf hellenTag nicht dunkle Nacht folgt. Die Sonne zieht von West nach Ost am Firmament entlang, verschwindet nicht hinter dem Horizont. So gesehen geschieht nichts,  außer, dass es hell bleibt, aber das Gefühl ist ein Besonderes. Der Biorythmus sagt, hey, was ist los? Du bist müde, es ist Nacht, wo kommt die taghelle Sonne her?

Finnland
22.05. – 26.05.2019 Am frühen Abend spuckt uns die Viking Express aus ihrem Bauch mitten in die Altstadt von Helsinki. Vorbei am Finnair SkyWheel, der Uspenski-Kathedrale einem Überbleibsel aus zaristischeZeit, deren 13 goldene Kuppeln im Licht der Abendsonne glänzen, am schneeweißeprotestantischeDom entlangmajestätisch den Senatsplatz mit hellblauem Regierungspalais überragend, immer wieder Blicke auf´s Wasser, eine lebendige Stadt mit Flair. Anders als zuvor in Riga und Tallinn tun wir uns schwer mit der Parkplatzsuche. Nicht Platzmangel, Verbotsschilder, Einschränkungen aller Art, Camping- bzw. Stellplätze, die Einkaufsmeilen weichen mussten und letztendlich Wucherpreise sind die ProblemeNicht bereit, für 24h auf einer Art Schrottplatz rund 45 € zu zahlen, finden wir schließlich ein Eckchen für die Nacht. Der nächste Tag ist kalt und grau. Wir treten den weiteren Weg nach Norden an.
Bei
Petäjävesi steht, in stimmungsvoller Lage, ein UNESCO gelistetes Kirchenkleinod, eine aus 1764 stammende Holzkirche mit Glockenturm von 1821. Der Blick ins Innere bleibt Besuchern bis zum 01.06. verwehrt, ab dem 01.09. ist dann wieder geschlossen. Hätte man im Führer erwähnen können, schließlich liegt die Kirche rund 35 km abseits der Hauptstrecke.
Die E75 windet sich durch Wälder, vorbei an zahllosen Seen, oft fahren wir häufiger über Brücken als über Land. Vereinzelt Siedlungen, Einkaufszentren scheinen Hotspots des öffentlichen Lebens zu sein, 18 Einwohner pro qkm, da läuft man sich nicht so häufig über den Weg. Holzhäuser, meist rot, ab und an maisgelb, ein wenig Sonne in die Landschaft zaubernd, selten verstecken sich moosgrüne Anwesen im Wald. Es regnet, einstellige Temperaturen. Wir nähern uns dem Polarkreis. Bei Kemi hätten wir die Chance weiter am Bottnischen Meerbusen entlang nach Schweden zu reisen und den Rückzug gen Süden anzutreten. Wir bleiben tapfer, biegen ab nach Nordosten. Nördlich von Rovaniemi passieren wir bei 66°33´7“ den Polarkreis, den Breitengrad, ab dem die Sonne zur Zeit der Sonnenwende nicht mehr auf- bzw. untergeht. Nehmt die Angabe des Breitengrads nicht so genau, aufgrund der Änderung der Ekliptik ändern sich die Werte langsam aber beständig. In Finnland am Polarkreis wohnt der Weihnachtsmann, das kann ich/Marion mir als bekennendem Weihnachtsfan nicht entgehen lassen. Es ist noch ruhig im Weihnachtsdorf, weder Santa noch Tourismus haben Hochsaison. Außer uns stehen noch sechs WoMos aus D, B und F hier. Kontakte? Fehlanzeige, jeder flüchtet nach dem Besuch des Dorfs in die wärmenden Hütten, also ich humple, während die anderen zügig an mir vorbei ziehen.Wer darf nicht fehlen beim Weihnachtsrummel? Richtig, Rentiere! Tatsächlich sehen wir einige Kilometer später die ersten Vertreter grasen. Minouk ist völlig aus dem Häuschen ob der Erweiterung seiner Artenkenntnis. Nichts wie raus und jagen – scheint er zu denken. Die Elchkuh haben wir leider zu spät gesehen, um sie für euch auf den Chip zu bannen.
Der Regen lässt nach, es wird heller, wärmer, das Quecksilber klettert in den zweistelligen Bereich. Am Zusammenfluss von Kitinen und Ylä-Liesijoki finden wir einen traumhaft schönen Stellplatz. Die Sonne, die nur noch für gut zwei Stunden untergeht, zaubert für uns einen wundersamen AbendhimmelSind es diese hellen, sogenannten weißen Nächte, die die Finnen wiederholt zu den glücklichsten Menschen der Welt machen? Die Ruhe, schweigen statt GelaberKaum zu glauben, denn dies gibt es auch in Norwegen, Russland, Alaska… eben allen Staaten nördlich des Polarkreises. Die letzten Tage sind von grauer Tristesse gekennzeichnet, die der Regen über die Landschaft legt. Der just vergangene Winter ist noch mannigfach zu spüren. Schmutzige Schneereste, tief morastige Taiga https://de.wikipedia.org/wiki/Borealer_Nadelwaldgeknickte Baumstämme, Laubbäume ohne Grün. Die wenigeStunden des – surrealen – Lichtes lassen die wundersamen Stimmungen nur erahnen. 4400 km liegen hinter uns, rund 1200 km davon in Finnland, vier Übernachtungen. Zu wenig Zeit, um dem Land gerecht zu werden, es war nur Durchreiseland.
Info für Hundebesitzer: An keinem Grenzübergang werden wir auf der von uns gewählten Route wegen unseres Haustieres kontrolliert auch nicht bei der Einreise nach Norwegen. Die Einträge bezüglich der Behandlung gegen Fuchsbandwurm (28 Tage-Regelung) haben wir natürlich im Heimtierausweis.

Lettland, Estland
21./22.05.2019 Statt des sommerlich geprägten Tallinn schaue ich/Marion mir mal eine Klinik von innen an. Polizei hatten wir ja in Litauen und nichts geht über umfassende Reiseerfahrungen. Wie ich das gemacht habeGanz einfach: Beim Verstauen des Großeinkaufs vor der Einreise nach Finnland verdrehe ich mir das Knie. Schmerzt, ist aber erträglich. Das ändert sich leider trotz cremen, kühlen und Pillen im Laufe der Nacht und so wollen wir die von uns erhobene Diagnose von einer dritten Meinung bestätigen lassen: nix gebrochen oder gerissen, Innenbänder gedehnt! Zudem weiß ich jetzt auch, dass ich – wohl schon immer – eine patella bipartita habe, das kann nicht jeder von sich behaupten! Das Wissen gibes innerhalb von drei Stunden für 10 €, an die Damen der Registratur zu zahlefür ihre erfolgreichen Kämpfe mit der EDV. Die Verständigung? No problemfast jeder spricht ausreichend bis sehr gut englischAls stolzBesitzerin eines käuflich erstandenen Medizinprodukts made in Germany schlucke ich zudem weiterhin Pillen, creme, kühle…. Laufen? Na ja, wenige Meter humpeln geht.
Derweil ich am Hafen in der Sonne sitze und lese ist Jürgen auf Motivsuche, damit ihr nicht völlig auf Sommerfotos von Tallinn verzichten müsst. Die Anfahrt zum Schiffsanleger nach Helsinki – es sind kaum 3 Km – verläuft aufgrund desolater Ausschilderung chaotisch, Auf- und Abfahrt vom Schiff entsprechend easy, seit langer Zeit mal wieder ein RoRo. Egal, Jürgen ist fahrerisch zunächst sowieso Alleinunterhalter. Na, zumindest das timing habe ich halbwegs hingekommen...

17.05. – 20.05.2019 RigaLettlands Hauptstadt, 700T Einwohner, Heimat für 1/3 der Landesbewohner, Altstadt mit UNESCO-Status; lebendig, quirlig, kein Wunder, es ist sommerlich warm, man genießt!
Westlich der Stadt lockt ein 30 km! langer Sandstrand. Vor unseren Augen entsteht ein Bild von Sonne, Sand und Meer, wir mittendrin. Fehlanzeige. Die Küste ist lang, ja, aber
KFZ-fähige Zugänge gibt es kaum für das gemeine VolkHinzu kommt, dass im Rigaer Busen angesichts der Temperaturen wohl die Milch sauer wurde – mancherorts stinktzum Himmel.
Kurz hinter der Grenze zu Estland finden wir bei Treimani den Traumplatz, den wir such(t)en: Im Wald, direkt am Ostseestrand liegt ein sogenannter provisorischer Campingplatz mit Grillplätzen, überdachtePicknicktischen, kosten tut er nichts. Flip-Flops, kurze Hosen, Abendessen um19:30 Uhr am Strand mit Sonnenbrille…..
Ein Blick auf die Karte macht klar: wir haben zu viel sightseeing gemacht. Um den Plan, Ende Mai das Nordkap gesehen zu haben, zu realisieren und nach Russland einzureisen, verzichten wir auf weitere Ausflüge, fahren bis Tallinn.Wie in den beiden baltischen Staaten zuvor ist auch in EST die Landschaft von Wäldern, Wasser und Wiesen dominiert. Kerzengerade zieht sich das Asphaltband hin, verschmilzt mit dem Horizont. Die Monotonie erfordert häufigere Fahrerwechsel als üblich. Oberflächlich betrachtet erscheint das Baltikum flach, ohne große Reize. Um diese, durchaus vorhanden, zu erkennen, muss man genauer hinsehen, sich dem Land mit Muße nähern, dann berührt es, manchmal sogar tiefMuße haben wir momentan wenig, sind auf der Durchreise – ein anderes Mal.
Tallinn, Estlands Hauptstadt, ca.400T Einwohner, Heimat für mehr als 1/3 der Esten, besuchten wir im Winter 2013. Eis, Schnee und klirrende Kälte zauberten ein besonderes Flair in die UNESCO gelistete AltstadtDoch auch im späten Frühjahr ist sie reizvoll. Auf der Höhe von Stockholm im Westen, südlich von Helsinki, ist die alte Hansestadt heute noch lebendige Hafenstadt. Übermorgen fährt auch unser Schiff von hier aus nach Finnland.

Litauen
16./17.05.2019 Besuch bei der Polizei von Palanga
Vom wunderbaren Sonnenuntergang, stimmungsvoll untermalt
vonTönen eines Saxophons, erfreut vom überraschenden Telefonat der Groschengrab-Protagonisten, kehren wir zu Ive zurück. Und da hängt er: Klein, rot und unübersehbar, ein Gruß von der Polizei. So interpretieren wir Sprachunkundige das Dings jedenfalls, sind uns jedoch aller Schuld bewusst. Jürgen hat sich gleich von drei Frauen verführen lassen: zwei, die ihm sagten, man könne das Schild ´Durchfahrt verboten´ ignorieren und eine, die das bestätigte: Da parken Autos, von `Reserviert für Anlieger` keine Spur – das hätten wir verstanden, glauben wir. Parkplatz voll, Ive daneben auf der Grünfläche platziert, Sonnenuntergang geschaut, Zettel gefunden….Jetzt ist 22:00 Uhr, zu spät, um die Polizei zu stören, also abwarten und Bier trinken, das Dings läuft nicht weg. Am Morgen darauf wird bei der Polizei schnell klar, wir brauchen einen Dolmetscher. Ein Besucher bietet sich an, eine junge Dame aus der Behörde kommt hinzu und mit gemeinsamer Sprach-in-kompetenz wird klar: Zum Vergehen muss ein Protokoll geschrieben werden – wir sehen im Geiste schon unsere € in die Taschen des litauischen Staates verschwinden – aber die Computer arbeiten gerade nicht. Morgen wiederkommen? Geht nicht, wir wollen doch zum Nordpol, das ist weit, da können wir nicht länger bleiben! Wiederkommen in zwei Stunden, oder auch eher?  Vielleicht gehen die Rechner ja dann wieder? Klingt besser, aber was wirft man uns vor? Was sollen wir zahlen? Ach so, ja, parken auf Grünflächeist verboten, kostet 15€ Strafe. Uuufff, wir sind happy! Ich verkneife midie Erwiderung, dass neben uns Schutt sowie eine Ansammlung von Rohren lag – die Strafe ist wohl nicht verhandelbar. Also fahren wir einkaufen, bloggen…während dessen klingelt das Handy. Der Chef der Wache! Ganz klar, parken auf Grünflächen ist verboten, wenn es Alternativen gibt. Parkplatz voll? Pech, weiter suchen. Wenn wir das aus der Aktion gelernt hätten, könnten wir fahren – ohne zu bezahlen. Wir geloben hoch und heilig, nie mehr, also in Litauen, auf Grün zu parken, wenn es Alternativen gibt. Die Passage der verbotenen Durchfahrt wird auch jetzt nicht angesprochen und wir fragen tunlichst nicht nach! Andere Länder, andere Sitten.
Am Berg der Kreuze parken wir auf Asphalt, einzig unsere Treppe, die nicht bis zum Boden reicht, ragt über die Wiese. Aus der Ferne wirkt der Kreuzhügel wenig beeindruckend, bei näherer Betrachtung wird klar, dass er die Seele Litauens symbolisiert. Nach den Aufständen gegen die Russen im 19. Jhdt. sowie im Gedenken an die Opfer aus früher Sowjetzeit stellte man hier Kreuze auf. Immer wieder vernichteten die Besatzer die Gedenkstätte, jedes Mal bauten die Litauer sie neu auf – mit mehr Kreuzen als zuvor! Zahllos erscheint die Ansammlung, ihre Verschiedenartigkeit, übereinander stehen und liegen sie, manche hergebracht aus der Ferne, aus Deutschland, Polen, Armenien, Frankreich, ja sogar aus Amerika; mit Ketten und Rosenkränzen sind sie behangen, die im Wind wundersame Klänge zaubern.


13.05. – 16.05.201In Litauen sind knapp 3 Mio. Einwohner zu Hause, so ist nicht überraschend, dass die Hauptstadt Vilnius, am Zusammenfluss von Neris und Vilnia gelegen, mit rund 500T Menschen auch eher übersichtlich ist.1323 wird die Stadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Ende des 16. Jhdts. die Universität gegründet, somit ist sie eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Am 23.08.1989 beginnt hier die 600 km lange Menschenkette über Riga nach Tallinn, die als Baltischer Weg in die Geschichte eingeht. Am 02.06.1991 erkennt B. Jelzin die Unabhängigkeitserklärungen der drei baltischen Staaten an. Seit 2004 sind sie EU Mitglieder.
Die Altstadt wird als schönste Barockstadt Nordeuropas bezeichnet und steht unter UNESCO-Welterbeschutz. Wir sind uneins, ob der Superlativ berechtigt ist. Einig sind wir uns, dass ca. 15 °C mehr den Menschen des Öfteren ein Lächeln in die Gesichter gezaubert, den Straßencafés mehr Leben beschert und der Stadt mehr Charme verliehen hätte.
Die A1 verbindet den Osten des Landes mit
Klaipeda ader Kurischen Nehrung. Highlights der Strecke: Mautfreiheit, zügiges Vorankommen, Verschiebung des Sonnenuntergangs nach 21:30 Uhr (MEZ +1) und zeitweise Sonnenschein. Klaipeda, ehemals Memel genannt, ist die älteste litauische Stadt. 1253 wird neben einer von den Kuren errichteten Burg unter Einfluss Dortmunder Kaufleute die Stadt gegründet, weshalb sie zunächst Neu-Dortmund heißen sollBekanntermaßen fällt die Entscheidung anders ausÜber viele Jahrzehnte ist sie die nördlichste Stadt Deutschlands, Episoden des historischen Hin und Her mach(t)en auch vor Klaipeda nicht halt. Während des Preußisch-Französischen Krieges flüchtet König Friedrich Wilhelm III. nach Ostpreußen, macht Memel für ein Jahr (Januar 1807 – Januar 1808zur Residenzstadt; das Hin und Her geht weiter – aktuelles Ende: s. o.!
Der Besuch der Kurischen Nehrung, die sich Litauen aufgrund der Sowjet-Exklave um Königsberg mit RUS teilt, fordert den Einsatz harter Währung: die fünfminütige Fährpassage über das Haff kostet 26 EUR (incl. Rückfahrt), die Maut durch den Nationalpark des unter UNESCO-Schutz stehenden Gebietes 15 EUR. Soweit so gut. Als Wohnmobilisten, die im Naturschutzgebiet mit gutem Beispiel vorangehen wollen, suchen wir keinen wilden Übernachtungsplatz, sondern wählen den Campingplatz bei Nida an der russischen Grenze. Am Fuße der Hohen Düne beginnt hier lt. Führer das wüstenähnliche Gelände mit dem Tal des Schweigens und den schönsten Stränden Europas. Superlativ? Eher nein!  Sehr schön, ja. Der Preis für den Platz i.H.v. 26 EUR entspricht nicht nur unserer Meinung nach nicht den Verhältnissen. So lange können wir gar nicht heiß duschen, Ives Bauch mit Wasser füllen und Strom laden, dass sich die Stellplatzinvestition lohnt. Nach einer Übernachtung brechen wir, wie die meisten Reisekollegen, wieder auf. Also, nicht dass ihr jetzt meint, wir meckern hier nur rum, nein, alles ist gut und wir genießen die Tour. Es wird uns jedoch auch bewusst, dass wir bereits sehr viel Schönes und Besonderes gesehen haben, das Superlativen gerecht(er) wird und wissen auch, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt – so wie der romantische Sonnenuntergang auf der Seebrücke von Palanga.

Polen
12.05. – 13.05.201Enge, holprige Alleen; Baumkronen, die sich begegnen, ein dichtes Blätterdach bilden; wie im Tunnel fahren wir dahin, erreichen nach 170 km die Wolfsschanze, das Gelände eines der Führerhauptquartiere des Diktators Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg. Ruinen des Naziregimes erinnern einerseits an die Gigantomanie des selbsternannten größten Führers aller Zeiten und andererseits an das hier verübte, leider misslungene Attentat von Oberst Graf von Stauffenberg und seiner Gesinnungsgenossen. Bedauerlicherweise überlebtAH den Anschlag und die Widerständler haben die Auflehnung gegen den Naziterror mit dem Leben bezahlen müssen https://de.wikipedia.org/wiki/Führerhauptquartier_WolfsschanzeAnders als an den Landungsstränden in der Normandie oder an den zahllosen Gräberstellen in Wolgagrad empfinde ich die Stimmung hier nicht so bedrückend: Es macht Mut, dass es Menschen gab, die sich dem braunen Terrorregime widersetzten, nicht alles akzeptierten, erduldeten und dafür sogar mit ihrem Leben einstanden. Nicht nur Großes, auch kleine Dinge sind und waren es, die etwas bewegen können, um die bitter erkämpfte Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung wieder erstarken und nicht „scheibenweise“ sterben zu lassen. Auch in unserer Zeit gibt es Alternativen zu den Irrwegen, die die etablierte Politik-Wirtschaft einschlägt.
Bei 
Lötzen an den Masurischen Seen lassen wir den letzten Tag in Polen ausklingen. Auf den120 km bis zur Grenze nach Litauen begleitet uns Regenes ist kalt. Wir fahren bis Vilnius, Litauens Hauptstadt.


09.05. – 11.05.201Bei Frankfurt/Oder bringt uns die Autobahn der Freiheit nach Polen. Da Europa ein Toll-House ist und wir dem Bürokratiedschungel, der in Polen bereits ab 3,5 t beginnt, nicht mit der Machete entgegentreten wollen, entschieden wir uns schon vor der Abreise gegen die Nutzung von mautpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen. Das bringt mindestens drei Vorteile: keine Durchquerung des Dschungels, Geldersparnis und die Nähe zu Land und Leuten. Vorbei an Seen, gelben Rapsfeldern, üppig blühenden Fliederbüschen, durch dichte Mischwälder und mal mehr, mal weniger gut restaurierte, aber immer farbenfrohe Dörfer und Städte tingeln wir Richtung Gdansk/Danzig. In Cztuchow/Schlochau am Miejskie-See machen wir erste Station in dem uns unbekannten Land, das von rund 38 Mio. Menschen bewohnt wird. Einzig die Hauptstadt Warszawa ist Millionenstadt, in Krakow, Lodz, Gdansk leben weit weniger Menschen. Mehrheitlich sind es Katholiken und so sieht man häufig wunderbar geschmückte Kreuzanlagen. Allenthalben stößt man auf die Nationalflagge mit den weißen und roten Balken, die den Friedenswillen symbolisieren (weiß) sowie der Opfer auf dem Weg zur polnischen Unabhängigkeit gedenken (rot). Seit 2004 ist Polen EU-Vollmitglied. Auf den EUR hatte man verzichtet, wollte sich zunächst! die Entwicklung der Unions-Währung betrachten und `da sie nicht gestorben sind, so tun sie das noch heut`. Mangels Zloty bleibt mir so der Gang zum öffentlichen WC und Jürgen der Erwerb eines Speiseeis im immer noch recht mondänen Ostseebad Sopot verwehrt. Sicherlich Einzelfälle! Der Eintritt auf die mit 512m längste hölzerne Seebrücke Europas lässt sich ohne Schwierigkeiten mit Karte begleichen. Entlang des langen, breiten Sandstrands bewundern wir die Parkanlagen mit bestens ausgestatteten Sportstätten sowie getrennten Wegen für Radfahrer, Skater und Fußgänger. Bei richtiger Interpretation der Schilder hat hier die EU-finanziert; also nimmt man doch Euro!
Als gute Rentner machen wir den Samstag zum Werktag. Arbeiten Danzig ab, das seine Blüte im 14. Jhdt. zur Zeit des Deutschordens und der Hanse erlebte; bannen das Krantor mit dem größten mittelalterlichen Lastenkrans Europas, die Markthallen, wunderbar restaurierte Patrizierhäuser und den Neptunbrunnen – ohne Goldwasser – auf den Chip; bestaunen den Bernsteinaltar in der Brigittenkirche; lassen uns treiben durch die Geburtsstadt von Günter Grass, der ihr mit Die Blechtrommel ein Denkmal setzte. Siegfried Lenz ehrte seine Geburtsstadt Elk am Rande der Masurischen Seenplatte weiter östlich mit dem Roman So zärtlich war Suleyken. Weiter geht’s nach Malbork/ Marienburg, wo selbige als größtes Backsteinbauwerk Europas, von 1270 – 1300 vom Deutschen Orden am Ufer der Nogat errichtet, beeindruckt. Bei Katy, am 82 Km langen Oberländischen Kanal, der Elbing mit Osterode verbindet, befindet sich die zweite (von Norden aus betrachtet) der fünf „Rollbergstationen“, die Schiffe mit Hilfe von Schienenwagen 104 Höhenmeter bergauf fahren lassen. Hier endet nach Foto- und Telearbeit unser Arbeitstag.

Deutschland
07.05. – 09.05.201Eiskalt sind unsere Hände während der letzten Putz- und Packaktionen. GoNorth – das Experiment scheint wettertechnisch unter schlechten Vorzeichen zu stehen. Erst dreimal führte uns der Weg gen Nordenein Sommer in Schweden, einige Wintertage in Dänemark und Estland. Was treibt uns nun zu dieser „Wahnsinnstat“? Die Neugier auf bislang unbekannte Staaten wie Polen, das Baltikum, Finnland, Norwegen, Nordwestrussland und last but not least die Ukraine. So brechen wir auf mit widersprüchlichen Gefühlen im GepäckIn Bielefeld ist die Wiedersehensfreude mit Birgitta groß, Wermutstropfen: Rainer tourt noch immer mit Lotta im Groschengrab durch Europa. Ein dickes Dankeschön an Birgittas Mama soll an dieser Stelle nicht unerwähnt seindenn sie lädt uns zum Essen ein, weil sie sich so darüber gefreut hat, dass wir auf unserem Blog auch über die Erlebnisse des Groschengrabs berichtet haben. Wie im Flug vergeht der Abend. Viel gibt es zu erzählen, vergangene und zukünftige Reisen sowie die persönlichen Lebenssituationen, die das Leben des Overlanders beeinflussen, sind Thema. Und wie so oft diskutieren wir auch über das ausblutende Deutschland, dem Politiker mit Pflaster und Aderlass zu Hilfe kommen wollen. Nach einem Spaziergang durch den wunderschönen Nordpark verlassen wir die Stadt.
Müde und in Gedanken versunken pilotiere ich/
Marion Ive über die Autobahn Nieselsachsens. Plötzlich ein explosionshafter Knall. Reifenfetzen fliegen. Eine Wolke stinkenden, dichten Qualms hüllt devorausfahrendeLKW ein. Der Fahrer hat Glück im Unglück, der Reifen an der Antriebsachse der Zugmaschine platzt unmittelbar vor der Abfahrt zu einem Rasthof. Der Adrenalinstoß vertreibt für einige Kilometer meine Müdigkeit. Wir passieren die deutsch-deutsche Grenze bei Helmstedt, die Gedächtnisstätte Marienborn. Umfahren Berlin im Süden, Erinnerungen vor allem an Jürgens Tätigkeit bei Bessy und zahlreiche Besuche von Menschen, Stadt und Umgebung werden wach. In Fürstenwalde parken wir abends an der Spreeschleuse, drehen noch eine Runde durch´s wenig lebendige Städtchen, essen und beginnen mit der Telearbeit.

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26 thoughts on “2019 GoNorth

  1. Meine Lieben!
    Wie wir eure Reise verfolgen! Wunderbar, mit tollen Erinnerungen….
    Minouks Grenzerfahrungen sind ja maximal grenzwertig! Sowas hätte ich dann doch nicht erwartet. Sprach der Tierarzt bei der Wiedereinreise hinter Kirkenes deutsch??
    Dafür seid ihr ja mittig wieder über die Grenze. Und hattet reichlich KOntakte. Toll! Das Rotweinglas vor dem lauen See weckt Träume.. Ihr fahrt so schnell, dasss wir mit dem Lesen kaum hinterher kommen. Eure Reisebeschreibung ist wie immer sehr schön. Wetter und Licht – neue Erkenntnisse für uns. Und dann wartet Petersburg….
    Mein Knie ist perfekt. Ich tänzele durch den Alltag!!!
    Wir wünschen euch weiter eine spannende Reise und uns die tollen Berichte und Bilder!
    Liebe Grüße
    Christiane und Alex

    1. Hallo ihr Lieben,
      wie schön, dass ihr uns weiterhin begleitet.
      – Ne, der Tierarzt sprach kein deutsch, allerdings gutes englisch.
      – Ja, ich liebe auch das Glas vor dem See – und der Inhalt erst 😉
      – Fahren so schnell: Wir machen es mal so wie ihr (notgedrungen)
      – Mein Knie bessert sich gaaaanz laaangsam……. bin wenig patient….. Für dich freut es mich natürlich TOTAL!!!
      – Waren heute (beide! 😉 ) im Bernsteinzimmer!!!!
      Bis auf bald, majuemin

  2. Hallo ihr,

    wie es scheint habt ihr ja jetzt das schlechte Wetter hinter euch gelassen! Von jetzt an geht es ja auch nur noch in den Süden.
    Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein Problem ist mit dem Minouk nach Russland einzureisen, vor allem weil ihr ja schon mal mit ihm in Russland wart?!? Aber Hauptsache es hat schließlich doch noch geklappt.
    Macht weiterhin so schöne Fotos/ Videos und schreibt so tolle Texte.

    Bis bald,

    Sabine und Simon

    1. Hallo ihr Lieben,
      das Wetter ist jetzt seit Tagen wirklich gut, wir können uns nicht beklagen. Wohl anders als daheim!?
      Ja, die Story mit Minouk war hart, etwas erklärt habe ich das Spiel bei meiner Antwort an Rainer & Karola – trotzdem sehr ärgerlich für uns. Papa hätte in Murmansk gerne die Lenin besichtigt. Jetzt fürchten wir natürlich ein wenig um die Ukraine, man hört und liest ja nur Horrorgeschichten. Meist ist aber die Realität dann doch anders. Zunächst freuen wir uns auf St. Petersburg – also ich zumindest 😉

      Ganz besonders freut es uns natürlich, dass euch die Teilhabe an unserer Reise Freude bereitet. Liebe Grüße in die Heimat,
      majuemin

  3. Hallo ihr Lieben.
    Ich habe mich länger nicht gemeldet eure Reise aber immer verfolgt. Die Russland-Reise
    ist ja ein Abenteuer. Eure Berichte und Bilder sind ja wieder ganz toll.
    Ich wünsche euch schöne Pfingsten und eine gute Weiterreise, ganz liebe Grüße Irmi

  4. Hallo liebe Reisenden,
    wiedermal bewundere ich Eure Geduld mit den „Offiziellen“ beim Grenzübertritt. Wieso um alles in der Welt darf Minouk auf einmal nicht mehr nach Russland rein?? Ihr wart doch schon mal drin!!!
    Ehrlich gesagt wäre mir (Rainer)das schon Grund genug NICHT in solch exotische Länder wie Russland zu reisen. Mir würde wirklich die Hutschnur platzen und es würde mir einfach die ganze Reise vermiesen. Schon das Wissen wieder eine solche Grenze überqueren zu müssen würde mir den Schlaf rauben. Karola ist da eindeutig entspannter, sie glaubt immer an das Gute im Menschen.
    Um so mehr finde ich es wirklich klasse, wie Ihr das meistert und sogar mit leisem Humor darüber berichten könnt.
    Ich wünsche Euch ab jetzt gutes Wetter, Zöllner mit einem IQ über dem des gemeinen Ziegelsteines und auf jeden Fall ,wieder, viel Gesundheit.

    Bis bald, wir freuen uns auf Euch

    Karola und Rainer

    1. Hallo Rainer und Karola, da müssen wir euch doch etwas ausführlicher antworten.
      Glauben an das Gute im Menschen? Ja, das ist schön, aber ich glaube eher an das egoistische Gen – bin halt Biologie geschädigt.
      Das mit dem Glauben an das Gute im Menschen ist eher mein (Jürgen) Job in dieser Beziehung, bin halt nicht Biologie geschädigt und ‚nur‘ Ingenieur.

      Die Überwindung von Grenzen vollzieht sich immer nach dem Motto: wie du mir so ich dir! Also, wenn wir Deutsche Probleme mit Grenzübertritten haben (was im internationalen Vergleich eher selten vorkommt) liegt das immer auch daran, dass unser Staat bzw. unser Europa mit dem Gegenüber entsprechend umgeht. Prinzip Aktion – Reaktion. So eben zwischen N/FIN und Russland, was die Einreise von Haustieren, insbesondere Hund, in die jeweiligen Staatsgebiete bzw. die EU angeht. Thema ist die Infektion mit dem Hunde- bzw. vor allem mit dem Fuchsbandwurm. Die Echinokokkose ist sicherlich keine zu verharmlosende Erkrankung, befällt aber meist Hund – oder Fuchs – und sehr selten Mensch. Das Robert-Koch-Institut berichtet von kaum 100 Fällen (beide Formen sind meldepflichtig) in D in 2004. Da sind wohl im selben Zeitraum mehr Menschen an einer Alkohol geschädigten Leber zu Tode gekommen. Aber die Grenzen für Russen mit Haustieren sind hier diesbezüglich nunmal sehr dicht! Darauf reagieren sie dann eher emotional, denn rational – und erkennen im Gegenzug die in der EU liberaler gewordenen Auslegungen zur Tollwutimpfung nicht an. Schön wäre nur, wenn `Tourist` das irgendwie nachlesen könnte, aber da geht es ja nicht drum, sondern um´s zanken!? Pech ist, wenn man dazwischen gerät, so wie wir, aber letztendlich wurden ja Lösungen gefunden. Wie man mit streunenden Hunden und Füchsen umgeht haben wir nicht thematisiert!

      Vielen Dank für euer Lob bezüglich unserer Geduld – das zu lernen ist eine durchaus anstrengende aber lohnenswerte Erfahrung, ebenso wie die Beobachtung, dass die „Offiziellen“ sich freuen, uns aus der vermeintlichen Patsche geholfen zu haben, in die sie uns manövrierten. Könnt ihr euch das in der EU vorstellen?

      Also: Russland ist gar nicht so exotisch, es ist anders, unglaublich groß, spannend, vielschichtig, mehrere Reisen wert …… nur Mut!

      Ganz liebe Grüße von majuemin

  5. Hallo Marion und Jürgen,
    viele (Genesungs-) Wünsche auch von mir. Die Anschaffung der Drohne hat sich wirklich gelohnt. Das sind ja SPEKTAKULÄRE Aufnahmen. Als wir am Kap waren, war es Ende Juli und leider bei weitem nicht so verschneit (aber vermutlich auch nicht so kalt). Ich muss sagen, das hat seinen ganz besonderen Reiz, den ich gern gegen ein paar Grad Celsius getauscht hätte! Alles Gute weiterhin!
    Liebe Grüße
    Edith

    1. Liebe Edith,
      ganz herzlichen Dank für deinen Besuch, die guten Wünsche zur Genesung und das Lob bezüglich der Drohnenfilme – Jürgen übt fleißig! Ja, wir fanden das Wetter am Kap auch, sagen wir mal, stimmungsvoll. Eis und Schnee passten dorthin, die Kälte störte uns auch weniger. Probleme haben wir immer dann, wenn es regnet und alles in Grau versinkt. So sind wir sehr dankbar, dass es am Nordkap 24 Stunden lang sonnig war. Liebe Grüße in die Heimat von majuemin

  6. Hallo Ihr Majuemin‘s,

    ja, wir sind auch noch da und regelmäßig bei Euch auf dem Blog, auch wenn Ihr es nicht merkt. Wir sind halt stille Genießer! Aber Dein Kontakt mit dem fremdländischen
    Gesundheitswesen — Simon hat Recht, Du lässt mal wieder nichts aus! Schön zu lesen, dass es Dir schon besser geht, bis Du wieder Highils anziehen kannst, wird wohl noch etwas dauern, aber immerhin kannst Du schon „ Strecke“ gehen!

    Liebe Grüße, gute Weiterfahrt und bitte keine weitern Experimente!!! Aber bitte, bitte weitere Fotos und Berichte.
    Silva, Achim und Cira ( mit einem besonderen Gruß an Minouk)

    1. Hallo ihr stillen Genießer,
      die ihr euch in zahlreicher Gesellschaft befindet 😉 seid uns gegrüßt. Experimente? Na ja, die ganze Tour ist ein solches und manchmal gehen Versuche halt auch schief….
      Wir wünschen euch für eure Nordtour, dass euer WoMo so langsam vom rollenden Hotel zum mobilen Heim wird und ganz viel Freude und schöne Erlebnisse.
      BIs in D dann mal wieder (im Hochsommer ;-)!)
      majuemin

  7. Liebe Blogger,

    habt ganz herzlichen Dank für eure (Kranken-) Besuche, Gedanken zu unserer Fahrt bzw. zu den Berichten und natürlich für die guten Wünsche zur Genesung. Ja, so recht ist der Funke noch nicht entfacht, aber das ist auch schwierig angesichts der aktuellen Temperaturen (ca. 6°C) und der hohen „Luftfeuchtigkeit“, sprich Regen, und es ist richtig: Wir sind verwöhnt! Und das betrifft auch die zahlreichen Kontakte zu den Menschen, die wir auf vielen Reisen zuvor genießen durften. Dies und das Gefühl der Gastfreundschaft vermissen wir auf der Nordtour, was natürlich auch den unterschiedlichen Mentalitäten geschuldet ist. Wir sind mal gespannt, wie es am Polarkreis so zugeht und dann am Kap selber. Wir berichten 😉
    Mit dem Knie geht es aufwärts, Pillen sind auf 1/3 reduziert, laufen kann ich auch schon wieder! Einen ganzen km habe ich gestern und heute geschafft!

    Liebe Grüße in die Heimat,
    majuemin

  8. Hallo majuemins,

    eure Reise Richtung Norden scheint sich aber zu lohnen. Auch wenn ihr noch nicht so begeistert scheint. Da habt ihr ja schon viel erlebt, Polizei und Krankenhaus… hoffentlich war es das dann jetzt auch mit solchen Ausflügen. Wir wünschen zumindest mal gute Besserung an dieser Stelle!
    Die Videos mit der Drohne zusätzlich zu den tollen Texten und den Bildern, sind top. Da macht es wirklich nochmal mehr Spaß euren Blog zu verfolgen.
    Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Reise und gutes Wetter.

    LG, Sabine und Simon

  9. Liebe Marion, da bin ich doch froh, dass du „nur“ gedehnte Bänder und eine interessante Patella hast!! Dauert, aber wird! Schöne Bilder aus Tallinn! Die Hauptstädte des Baltikum haben alle was… Geniesst Finnland und diese tollen Straße-Fähre-Strassen! Und immer schön geradeaus gehen! LG Christiane

  10. Ach Ihr Lieben,

    wir können es kaum glauben, das es schon wieder fast einen Monat her ist, seit wir den Geburtstag mit Euch gefeiert haben. Im normalen Alltag und vor allem in der Saison fliegt das Leben einfach an einem vorbei und man ist vollends mit dem Versuch beschäftigt das in Würde zu meistern.
    Tatsächlich lese ich zum ersten mal in Eurem -Nord- Blog.
    Ich glaube der Funke ist noch nicht so ganz übergesprungen, aber wie Ihr schon schreibt, nach den tollen Erlebnissen seit Ihr nicht mehr so leicht zu beeindrucken.
    Kommt bestimmt noch.
    Wir wünschen Euch viele tolle Erlebnisse und werden ab jetzt wieder bei Euch sein.
    Vergesst nicht im August zurück zu sein ;o)

    Liebe Grüße von den Prummernern

    Karola und Rainer

  11. Hey majuemin! Das Schiffstreppen-Video ist toll. Falls ihr mal dahin kommt: so ein ähnliches gibt’s auch bei Krasnojarsk. Oder in Belgien suchen. Tolle Erfindungen an so unterschiedlichen Orten… Fahrt ihr zum Berg der Kreuze? Wir folgen euch! Liebste Grüsse CuA

    1. Hallo Christiane,
      da wird sich Jürgen aber freuen! Bei Krasnojarsk haben wir die Anlage – nicht in Funktion – gesehen, Belgien ist uns unbekannt.
      Ja, der Berg der Kreuze steht die Tage auf der to see – Liste.
      Wir freuen uns, dass ihr uns begleitet, euch ab und an meldet
      und hoffen es geht euch gut, bis bald dann.
      majuemin

  12. Hallo Marion Jürgen
    wie schön dass ihr wieder auf Tour seid. Ich bin schon ganz neugierig auf eure Berichte über den hohen Norden. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und eine gute Weiterreise,
    ganz liebe Grüße Irmi

    1. Hallo Irmi,
      wir freuen uns über deine Nachricht und sind selber schon ganz gespannt auf den ´Hohen Norden´. Bisher gefällt uns die ausgewählte Tour sehr gut. Aber der eigentliche Norden liegt ja noch vor uns. Das Wetter macht recht passabel mit, wir hoffen es wird nicht zu kalt im Verlaufe der Weiterreise.
      Liebe Grüße,
      majuemin

  13. Gruß aus dem warmen Redaktionsstübchen in Bonn an die Unerschrockenen:
    Hausplaner, Reisetagebuchautoren… (Aufzählung absolut unvollständig!).
    Danke, dass Ihr uns kurz vor Eurem Aufbruch gen Ost-Nord-Ost nochmal verwöhnt habt: kulinarisch, intellektuell (Aufzählung wiederum unvollständig)
    Gute Fahrt und baldige Erwärmung!
    herzlich Cordula nebst Gatten

    1. Liebste Cordula und Gatte,
      habt lieben Dank für die Grüße aus den warmen (miefigen???) Amtsstuben Deutschlands. Gerne haben wir euch verwöhnt, es ist immer ein Spaß mit euch zu reden und auch für euch zu kochen! Man kann quasi miterleben, wie es uns miteinander gut geht! Aktuell sind es noch 150 km bis Danzig, wir hoffen auf besseres Wetter an der Ostsee, sonst werden wir uns beim Strandspaziergang eben durchpusten und „duschen“ lassen ;-).
      Beste Grüße auch an Ol- und Anteg von majuemin

  14. Liebe Marion + Jürgen,
    eure Reise in den Norden wird vielleicht etwas kühler werden als die Winterreise nach Marokko, aber die warmen Tage werden kommen!
    Schreibt tüchtig, ich habe jetzt viel Zeit zum Lesen. Unsere Erinnerungen begleiten euch und warten gespannt auf alles Neue!
    Liebe Grüsse, Christiane
    (und auch von Alex und Namkha, die schon wieder auf dem Heimweg sind)

    1. Oh, wie freue ich mich über den ersten Kommentar! Wir sind trotz kühlen Temperaturen und ab und an Regen recht wacker und glücklich unterwegs. Die Erwartungshaltung an Wärme ist nicht so groß, darum hält sich auch die Enttäuschung über ausbleibende Grade Celsius in Grenzen. Es begleitet mich übrigens eine Rose deines Mannes ;-), die er mir zum Geburtstag überreichte.
      Liebe Grüße an die Deinen, erhole dich gut und werde fit für ausstehende Abenteuer, das wünschen majuemin

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