2019 GoNorth

Deutschland > Polen > Litauen > Lettland > Estland

Im Folgenden einige Movies auf denen ihr unsere Reise als bewegte Bilder erleben könnt. Bitte einfach anklicken, die Qualität ist systembedingt nicht optimal.

Datum: 12.05.2019
Polen Schiffstreppe (28MB; 106sec)

Datum: 16.05.2019
Flug über die Kurische Nehrung (27MB; 104sec)

Datum: 20.05.2019
Waldstellplatz in Estland(18MB; 67sec)

Lettland, Estland
21./22.05.2019 Statt des sommerlich geprägten Tallinn schaue ich/Marion mir mal eine Klinik von innen an. Polizei hatten wir ja in Litauen und nichts geht über umfassende Reiseerfahrungen. Wie ich das gemacht habeGanz einfach: Beim Verstauen des Großeinkaufs vor der Einreise nach Finnland verdrehe ich mir das Knie. Schmerzt, ist aber erträglich. Das ändert sich leider trotz cremen, kühlen und Pillen im Laufe der Nacht und so wollen wir die von uns erhobene Diagnose von einer dritten Meinung bestätigen lassen: nix gebrochen oder gerissen, Innenbänder gedehnt! Zudem weiß ich jetzt auch, dass ich – wohl schon immer – eine patella bipartita habe, das kann nicht jeder von sich behaupten! Das Wissen gibes innerhalb von drei Stunden für 10 €, an die Damen der Registratur zu zahlefür ihre erfolgreichen Kämpfe mit der EDV. Die Verständigung? No problemfast jeder spricht ausreichend bis sehr gut englischAls stolzBesitzerin eines käuflich erstandenen Medizinprodukts made in Germany schlucke ich zudem weiterhin Pillen, creme, kühle…. Laufen? Na ja, wenige Meter humpeln geht.
Derweil ich am Hafen in der Sonne sitze und lese ist Jürgen auf Motivsuche, damit ihr nicht völlig auf Sommerfotos von Tallinn verzichten müsst. Die Anfahrt zum Schiffsanleger nach Helsinki – es sind kaum 3 Km – verläuft aufgrund desolater Ausschilderung chaotisch, Auf- und Abfahrt vom Schiff entsprechend easy, seit langer Zeit mal wieder ein RoRo. Egal, Jürgen ist fahrerisch zunächst sowieso Alleinunterhalter. Na, zumindest das timing habe ich halbwegs hingekommen...

17.05. – 20.05.2019 RigaLettlands Hauptstadt, 700T Einwohner, Heimat für 1/3 der Landesbewohner, Altstadt mit UNESCO-Status; lebendig, quirlig, kein Wunder, es ist sommerlich warm, man genießt!
Westlich der Stadt lockt ein 30 km! langer Sandstrand. Vor unseren Augen entsteht ein Bild von Sonne, Sand und Meer, wir mittendrin. Fehlanzeige. Die Küste ist lang, ja, aber
KFZ-fähige Zugänge gibt es kaum für das gemeine VolkHinzu kommt, dass im Rigaer Busen angesichts der Temperaturen wohl die Milch sauer wurde – mancherorts stinktzum Himmel.
Kurz hinter der Grenze zu Estland finden wir bei Treimani den Traumplatz, den wir such(t)en: Im Wald, direkt am Ostseestrand liegt ein sogenannter provisorischer Campingplatz mit Grillplätzen, überdachtePicknicktischen, kosten tut er nichts. Flip-Flops, kurze Hosen, Abendessen um19:30 Uhr am Strand mit Sonnenbrille…..
Ein Blick auf die Karte macht klar: wir haben zu viel sightseeing gemacht. Um den Plan, Ende Mai das Nordkap gesehen zu haben, zu realisieren und nach Russland einzureisen, verzichten wir auf weitere Ausflüge, fahren bis Tallinn.Wie in den beiden baltischen Staaten zuvor ist auch in EST die Landschaft von Wäldern, Wasser und Wiesen dominiert. Kerzengerade zieht sich das Asphaltband hin, verschmilzt mit dem Horizont. Die Monotonie erfordert häufigere Fahrerwechsel als üblich. Oberflächlich betrachtet erscheint das Baltikum flach, ohne große Reize. Um diese, durchaus vorhanden, zu erkennen, muss man genauer hinsehen, sich dem Land mit Muße nähern, dann berührt es, manchmal sogar tiefMuße haben wir momentan wenig, sind auf der Durchreise – ein anderes Mal.
Tallinn, Estlands Hauptstadt, ca.400T Einwohner, Heimat für mehr als 1/3 der Esten, besuchten wir im Winter 2013. Eis, Schnee und klirrende Kälte zauberten ein besonderes Flair in die UNESCO gelistete AltstadtDoch auch im späten Frühjahr ist sie reizvoll. Auf der Höhe von Stockholm im Westen, südlich von Helsinki, ist die alte Hansestadt heute noch lebendige Hafenstadt. Übermorgen fährt auch unser Schiff von hier aus nach Finnland.

Litauen
16./17.05.2019 Besuch bei der Polizei von Palanga
Vom wunderbaren Sonnenuntergang, stimmungsvoll untermalt
vonTönen eines Saxophons, erfreut vom überraschenden Telefonat der Groschengrab-Protagonisten, kehren wir zu Ive zurück. Und da hängt er: Klein, rot und unübersehbar, ein Gruß von der Polizei. So interpretieren wir Sprachunkundige das Dings jedenfalls, sind uns jedoch aller Schuld bewusst. Jürgen hat sich gleich von drei Frauen verführen lassen: zwei, die ihm sagten, man könne das Schild ´Durchfahrt verboten´ ignorieren und eine, die das bestätigte: Da parken Autos, von `Reserviert für Anlieger` keine Spur – das hätten wir verstanden, glauben wir. Parkplatz voll, Ive daneben auf der Grünfläche platziert, Sonnenuntergang geschaut, Zettel gefunden….Jetzt ist 22:00 Uhr, zu spät, um die Polizei zu stören, also abwarten und Bier trinken, das Dings läuft nicht weg. Am Morgen darauf wird bei der Polizei schnell klar, wir brauchen einen Dolmetscher. Ein Besucher bietet sich an, eine junge Dame aus der Behörde kommt hinzu und mit gemeinsamer Sprach-in-kompetenz wird klar: Zum Vergehen muss ein Protokoll geschrieben werden – wir sehen im Geiste schon unsere € in die Taschen des litauischen Staates verschwinden – aber die Computer arbeiten gerade nicht. Morgen wiederkommen? Geht nicht, wir wollen doch zum Nordpol, das ist weit, da können wir nicht länger bleiben! Wiederkommen in zwei Stunden, oder auch eher?  Vielleicht gehen die Rechner ja dann wieder? Klingt besser, aber was wirft man uns vor? Was sollen wir zahlen? Ach so, ja, parken auf Grünflächeist verboten, kostet 15€ Strafe. Uuufff, wir sind happy! Ich verkneife midie Erwiderung, dass neben uns Schutt sowie eine Ansammlung von Rohren lag – die Strafe ist wohl nicht verhandelbar. Also fahren wir einkaufen, bloggen…während dessen klingelt das Handy. Der Chef der Wache! Ganz klar, parken auf Grünflächen ist verboten, wenn es Alternativen gibt. Parkplatz voll? Pech, weiter suchen. Wenn wir das aus der Aktion gelernt hätten, könnten wir fahren – ohne zu bezahlen. Wir geloben hoch und heilig, nie mehr, also in Litauen, auf Grün zu parken, wenn es Alternativen gibt. Die Passage der verbotenen Durchfahrt wird auch jetzt nicht angesprochen und wir fragen tunlichst nicht nach! Andere Länder, andere Sitten.
Am Berg der Kreuze parken wir auf Asphalt, einzig unsere Treppe, die nicht bis zum Boden reicht, ragt über die Wiese. Aus der Ferne wirkt der Kreuzhügel wenig beeindruckend, bei näherer Betrachtung wird klar, dass er die Seele Litauens symbolisiert. Nach den Aufständen gegen die Russen im 19. Jhdt. sowie im Gedenken an die Opfer aus früher Sowjetzeit stellte man hier Kreuze auf. Immer wieder vernichteten die Besatzer die Gedenkstätte, jedes Mal bauten die Litauer sie neu auf – mit mehr Kreuzen als zuvor! Zahllos erscheint die Ansammlung, ihre Verschiedenartigkeit, übereinander stehen und liegen sie, manche hergebracht aus der Ferne, aus Deutschland, Polen, Armenien, Frankreich, ja sogar aus Amerika; mit Ketten und Rosenkränzen sind sie behangen, die im Wind wundersame Klänge zaubern.


13.05. – 16.05.201In Litauen sind knapp 3 Mio. Einwohner zu Hause, so ist nicht überraschend, dass die Hauptstadt Vilnius, am Zusammenfluss von Neris und Vilnia gelegen, mit rund 500T Menschen auch eher übersichtlich ist.1323 wird die Stadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Ende des 16. Jhdts. die Universität gegründet, somit ist sie eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Am 23.08.1989 beginnt hier die 600 km lange Menschenkette über Riga nach Tallinn, die als Baltischer Weg in die Geschichte eingeht. Am 02.06.1991 erkennt B. Jelzin die Unabhängigkeitserklärungen der drei baltischen Staaten an. Seit 2004 sind sie EU Mitglieder.
Die Altstadt wird als schönste Barockstadt Nordeuropas bezeichnet und steht unter UNESCO-Welterbeschutz. Wir sind uneins, ob der Superlativ berechtigt ist. Einig sind wir uns, dass ca. 15 °C mehr den Menschen des Öfteren ein Lächeln in die Gesichter gezaubert, den Straßencafés mehr Leben beschert und der Stadt mehr Charme verliehen hätte.
Die A1 verbindet den Osten des Landes mit
Klaipeda ader Kurischen Nehrung. Highlights der Strecke: Mautfreiheit, zügiges Vorankommen, Verschiebung des Sonnenuntergangs nach 21:30 Uhr (MEZ +1) und zeitweise Sonnenschein. Klaipeda, ehemals Memel genannt, ist die älteste litauische Stadt. 1253 wird neben einer von den Kuren errichteten Burg unter Einfluss Dortmunder Kaufleute die Stadt gegründet, weshalb sie zunächst Neu-Dortmund heißen sollBekanntermaßen fällt die Entscheidung anders ausÜber viele Jahrzehnte ist sie die nördlichste Stadt Deutschlands, Episoden des historischen Hin und Her mach(t)en auch vor Klaipeda nicht halt. Während des Preußisch-Französischen Krieges flüchtet König Friedrich Wilhelm III. nach Ostpreußen, macht Memel für ein Jahr (Januar 1807 – Januar 1808zur Residenzstadt; das Hin und Her geht weiter – aktuelles Ende: s. o.!
Der Besuch der Kurischen Nehrung, die sich Litauen aufgrund der Sowjet-Exklave um Königsberg mit RUS teilt, fordert den Einsatz harter Währung: die fünfminütige Fährpassage über das Haff kostet 26 EUR (incl. Rückfahrt), die Maut durch den Nationalpark des unter UNESCO-Schutz stehenden Gebietes 15 EUR. Soweit so gut. Als Wohnmobilisten, die im Naturschutzgebiet mit gutem Beispiel vorangehen wollen, suchen wir keinen wilden Übernachtungsplatz, sondern wählen den Campingplatz bei Nida an der russischen Grenze. Am Fuße der Hohen Düne beginnt hier lt. Führer das wüstenähnliche Gelände mit dem Tal des Schweigens und den schönsten Stränden Europas. Superlativ? Eher nein!  Sehr schön, ja. Der Preis für den Platz i.H.v. 26 EUR entspricht nicht nur unserer Meinung nach nicht den Verhältnissen. So lange können wir gar nicht heiß duschen, Ives Bauch mit Wasser füllen und Strom laden, dass sich die Stellplatzinvestition lohnt. Nach einer Übernachtung brechen wir, wie die meisten Reisekollegen, wieder auf. Also, nicht dass ihr jetzt meint, wir meckern hier nur rum, nein, alles ist gut und wir genießen die Tour. Es wird uns jedoch auch bewusst, dass wir bereits sehr viel Schönes und Besonderes gesehen haben, das Superlativen gerecht(er) wird und wissen auch, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt – so wie der romantische Sonnenuntergang auf der Seebrücke von Palanga.

Polen
12.05. – 13.05.201Enge, holprige Alleen; Baumkronen, die sich begegnen, ein dichtes Blätterdach bilden; wie im Tunnel fahren wir dahin, erreichen nach 170 km die Wolfsschanze, das Gelände eines der Führerhauptquartiere des Diktators Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg. Ruinen des Naziregimes erinnern einerseits an die Gigantomanie des selbsternannten größten Führers aller Zeiten und andererseits an das hier verübte, leider misslungene Attentat von Oberst Graf von Stauffenberg und seiner Gesinnungsgenossen. Bedauerlicherweise überlebtAH den Anschlag und die Widerständler haben die Auflehnung gegen den Naziterror mit dem Leben bezahlen müssen https://de.wikipedia.org/wiki/Führerhauptquartier_WolfsschanzeAnders als an den Landungsstränden in der Normandie oder an den zahllosen Gräberstellen in Wolgagrad empfinde ich die Stimmung hier nicht so bedrückend: Es macht Mut, dass es Menschen gab, die sich dem braunen Terrorregime widersetzten, nicht alles akzeptierten, erduldeten und dafür sogar mit ihrem Leben einstanden. Nicht nur Großes, auch kleine Dinge sind und waren es, die etwas bewegen können, um die bitter erkämpfte Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung wieder erstarken und nicht „scheibenweise“ sterben zu lassen. Auch in unserer Zeit gibt es Alternativen zu den Irrwegen, die die etablierte Politik-Wirtschaft einschlägt.
Bei 
Lötzen an den Masurischen Seen lassen wir den letzten Tag in Polen ausklingen. Auf den120 km bis zur Grenze nach Litauen begleitet uns Regenes ist kalt. Wir fahren bis Vilnius, Litauens Hauptstadt.


09.05. – 11.05.201Bei Frankfurt/Oder bringt uns die Autobahn der Freiheit nach Polen. Da Europa ein Toll-House ist und wir dem Bürokratiedschungel, der in Polen bereits ab 3,5 t beginnt, nicht mit der Machete entgegentreten wollen, entschieden wir uns schon vor der Abreise gegen die Nutzung von mautpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen. Das bringt mindestens drei Vorteile: keine Durchquerung des Dschungels, Geldersparnis und die Nähe zu Land und Leuten. Vorbei an Seen, gelben Rapsfeldern, üppig blühenden Fliederbüschen, durch dichte Mischwälder und mal mehr, mal weniger gut restaurierte, aber immer farbenfrohe Dörfer und Städte tingeln wir Richtung Gdansk/Danzig. In Cztuchow/Schlochau am Miejskie-See machen wir erste Station in dem uns unbekannten Land, das von rund 38 Mio. Menschen bewohnt wird. Einzig die Hauptstadt Warszawa ist Millionenstadt, in Krakow, Lodz, Gdansk leben weit weniger Menschen. Mehrheitlich sind es Katholiken und so sieht man häufig wunderbar geschmückte Kreuzanlagen. Allenthalben stößt man auf die Nationalflagge mit den weißen und roten Balken, die den Friedenswillen symbolisieren (weiß) sowie der Opfer auf dem Weg zur polnischen Unabhängigkeit gedenken (rot). Seit 2004 ist Polen EU-Vollmitglied. Auf den EUR hatte man verzichtet, wollte sich zunächst! die Entwicklung der Unions-Währung betrachten und `da sie nicht gestorben sind, so tun sie das noch heut`. Mangels Zloty bleibt mir so der Gang zum öffentlichen WC und Jürgen der Erwerb eines Speiseeis im immer noch recht mondänen Ostseebad Sopot verwehrt. Sicherlich Einzelfälle! Der Eintritt auf die mit 512m längste hölzerne Seebrücke Europas lässt sich ohne Schwierigkeiten mit Karte begleichen. Entlang des langen, breiten Sandstrands bewundern wir die Parkanlagen mit bestens ausgestatteten Sportstätten sowie getrennten Wegen für Radfahrer, Skater und Fußgänger. Bei richtiger Interpretation der Schilder hat hier die EU-finanziert; also nimmt man doch Euro!
Als gute Rentner machen wir den Samstag zum Werktag. Arbeiten Danzig ab, das seine Blüte im 14. Jhdt. zur Zeit des Deutschordens und der Hanse erlebte; bannen das Krantor mit dem größten mittelalterlichen Lastenkrans Europas, die Markthallen, wunderbar restaurierte Patrizierhäuser und den Neptunbrunnen – ohne Goldwasser – auf den Chip; bestaunen den Bernsteinaltar in der Brigittenkirche; lassen uns treiben durch die Geburtsstadt von Günter Grass, der ihr mit Die Blechtrommel ein Denkmal setzte. Siegfried Lenz ehrte seine Geburtsstadt Elk am Rande der Masurischen Seenplatte weiter östlich mit dem Roman So zärtlich war Suleyken. Weiter geht’s nach Malbork/ Marienburg, wo selbige als größtes Backsteinbauwerk Europas, von 1270 – 1300 vom Deutschen Orden am Ufer der Nogat errichtet, beeindruckt. Bei Katy, am 82 Km langen Oberländischen Kanal, der Elbing mit Osterode verbindet, befindet sich die zweite (von Norden aus betrachtet) der fünf „Rollbergstationen“, die Schiffe mit Hilfe von Schienenwagen 104 Höhenmeter bergauf fahren lassen. Hier endet nach Foto- und Telearbeit unser Arbeitstag.

Deutschland
07.05. – 09.05.201Eiskalt sind unsere Hände während der letzten Putz- und Packaktionen. GoNorth – das Experiment scheint wettertechnisch unter schlechten Vorzeichen zu stehen. Erst dreimal führte uns der Weg gen Nordenein Sommer in Schweden, einige Wintertage in Dänemark und Estland. Was treibt uns nun zu dieser „Wahnsinnstat“? Die Neugier auf bislang unbekannte Staaten wie Polen, das Baltikum, Finnland, Norwegen, Nordwestrussland und last but not least die Ukraine. So brechen wir auf mit widersprüchlichen Gefühlen im GepäckIn Bielefeld ist die Wiedersehensfreude mit Birgitta groß, Wermutstropfen: Rainer tourt noch immer mit Lotta im Groschengrab durch Europa. Ein dickes Dankeschön an Birgittas Mama soll an dieser Stelle nicht unerwähnt seindenn sie lädt uns zum Essen ein, weil sie sich so darüber gefreut hat, dass wir auf unserem Blog auch über die Erlebnisse des Groschengrabs berichtet haben. Wie im Flug vergeht der Abend. Viel gibt es zu erzählen, vergangene und zukünftige Reisen sowie die persönlichen Lebenssituationen, die das Leben des Overlanders beeinflussen, sind Thema. Und wie so oft diskutieren wir auch über das ausblutende Deutschland, dem Politiker mit Pflaster und Aderlass zu Hilfe kommen wollen. Nach einem Spaziergang durch den wunderschönen Nordpark verlassen wir die Stadt.
Müde und in Gedanken versunken pilotiere ich/
Marion Ive über die Autobahn Nieselsachsens. Plötzlich ein explosionshafter Knall. Reifenfetzen fliegen. Eine Wolke stinkenden, dichten Qualms hüllt devorausfahrendeLKW ein. Der Fahrer hat Glück im Unglück, der Reifen an der Antriebsachse der Zugmaschine platzt unmittelbar vor der Abfahrt zu einem Rasthof. Der Adrenalinstoß vertreibt für einige Kilometer meine Müdigkeit. Wir passieren die deutsch-deutsche Grenze bei Helmstedt, die Gedächtnisstätte Marienborn. Umfahren Berlin im Süden, Erinnerungen vor allem an Jürgens Tätigkeit bei Bessy und zahlreiche Besuche von Menschen, Stadt und Umgebung werden wach. In Fürstenwalde parken wir abends an der Spreeschleuse, drehen noch eine Runde durch´s wenig lebendige Städtchen, essen und beginnen mit der Telearbeit.

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14 thoughts on “2019 GoNorth

  1. Liebe Blogger,

    habt ganz herzlichen Dank für eure (Kranken-) Besuche, Gedanken zu unserer Fahrt bzw. zu den Berichten und natürlich für die guten Wünsche zur Genesung. Ja, so recht ist der Funke noch nicht entfacht, aber das ist auch schwierig angesichts der aktuellen Temperaturen (ca. 6°C) und der hohen „Luftfeuchtigkeit“, sprich Regen, und es ist richtig: Wir sind verwöhnt! Und das betrifft auch die zahlreichen Kontakte zu den Menschen, die wir auf vielen Reisen zuvor genießen durften. Dies und das Gefühl der Gastfreundschaft vermissen wir auf der Nordtour, was natürlich auch den unterschiedlichen Mentalitäten geschuldet ist. Wir sind mal gespannt, wie es am Polarkreis so zugeht und dann am Kap selber. Wir berichten 😉
    Mit dem Knie geht es aufwärts, Pillen sind auf 1/3 reduziert, laufen kann ich auch schon wieder! Einen ganzen km habe ich gestern und heute geschafft!

    Liebe Grüße in die Heimat,
    majuemin

  2. Hallo majuemins,

    eure Reise Richtung Norden scheint sich aber zu lohnen. Auch wenn ihr noch nicht so begeistert scheint. Da habt ihr ja schon viel erlebt, Polizei und Krankenhaus… hoffentlich war es das dann jetzt auch mit solchen Ausflügen. Wir wünschen zumindest mal gute Besserung an dieser Stelle!
    Die Videos mit der Drohne zusätzlich zu den tollen Texten und den Bildern, sind top. Da macht es wirklich nochmal mehr Spaß euren Blog zu verfolgen.
    Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Reise und gutes Wetter.

    LG, Sabine und Simon

  3. Liebe Marion, da bin ich doch froh, dass du „nur“ gedehnte Bänder und eine interessante Patella hast!! Dauert, aber wird! Schöne Bilder aus Tallinn! Die Hauptstädte des Baltikum haben alle was… Geniesst Finnland und diese tollen Straße-Fähre-Strassen! Und immer schön geradeaus gehen! LG Christiane

  4. Ach Ihr Lieben,

    wir können es kaum glauben, das es schon wieder fast einen Monat her ist, seit wir den Geburtstag mit Euch gefeiert haben. Im normalen Alltag und vor allem in der Saison fliegt das Leben einfach an einem vorbei und man ist vollends mit dem Versuch beschäftigt das in Würde zu meistern.
    Tatsächlich lese ich zum ersten mal in Eurem -Nord- Blog.
    Ich glaube der Funke ist noch nicht so ganz übergesprungen, aber wie Ihr schon schreibt, nach den tollen Erlebnissen seit Ihr nicht mehr so leicht zu beeindrucken.
    Kommt bestimmt noch.
    Wir wünschen Euch viele tolle Erlebnisse und werden ab jetzt wieder bei Euch sein.
    Vergesst nicht im August zurück zu sein ;o)

    Liebe Grüße von den Prummernern

    Karola und Rainer

  5. Hey majuemin! Das Schiffstreppen-Video ist toll. Falls ihr mal dahin kommt: so ein ähnliches gibt’s auch bei Krasnojarsk. Oder in Belgien suchen. Tolle Erfindungen an so unterschiedlichen Orten… Fahrt ihr zum Berg der Kreuze? Wir folgen euch! Liebste Grüsse CuA

    1. Hallo Christiane,
      da wird sich Jürgen aber freuen! Bei Krasnojarsk haben wir die Anlage – nicht in Funktion – gesehen, Belgien ist uns unbekannt.
      Ja, der Berg der Kreuze steht die Tage auf der to see – Liste.
      Wir freuen uns, dass ihr uns begleitet, euch ab und an meldet
      und hoffen es geht euch gut, bis bald dann.
      majuemin

  6. Hallo Marion Jürgen
    wie schön dass ihr wieder auf Tour seid. Ich bin schon ganz neugierig auf eure Berichte über den hohen Norden. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und eine gute Weiterreise,
    ganz liebe Grüße Irmi

    1. Hallo Irmi,
      wir freuen uns über deine Nachricht und sind selber schon ganz gespannt auf den ´Hohen Norden´. Bisher gefällt uns die ausgewählte Tour sehr gut. Aber der eigentliche Norden liegt ja noch vor uns. Das Wetter macht recht passabel mit, wir hoffen es wird nicht zu kalt im Verlaufe der Weiterreise.
      Liebe Grüße,
      majuemin

  7. Gruß aus dem warmen Redaktionsstübchen in Bonn an die Unerschrockenen:
    Hausplaner, Reisetagebuchautoren… (Aufzählung absolut unvollständig!).
    Danke, dass Ihr uns kurz vor Eurem Aufbruch gen Ost-Nord-Ost nochmal verwöhnt habt: kulinarisch, intellektuell (Aufzählung wiederum unvollständig)
    Gute Fahrt und baldige Erwärmung!
    herzlich Cordula nebst Gatten

    1. Liebste Cordula und Gatte,
      habt lieben Dank für die Grüße aus den warmen (miefigen???) Amtsstuben Deutschlands. Gerne haben wir euch verwöhnt, es ist immer ein Spaß mit euch zu reden und auch für euch zu kochen! Man kann quasi miterleben, wie es uns miteinander gut geht! Aktuell sind es noch 150 km bis Danzig, wir hoffen auf besseres Wetter an der Ostsee, sonst werden wir uns beim Strandspaziergang eben durchpusten und „duschen“ lassen ;-).
      Beste Grüße auch an Ol- und Anteg von majuemin

  8. Liebe Marion + Jürgen,
    eure Reise in den Norden wird vielleicht etwas kühler werden als die Winterreise nach Marokko, aber die warmen Tage werden kommen!
    Schreibt tüchtig, ich habe jetzt viel Zeit zum Lesen. Unsere Erinnerungen begleiten euch und warten gespannt auf alles Neue!
    Liebe Grüsse, Christiane
    (und auch von Alex und Namkha, die schon wieder auf dem Heimweg sind)

    1. Oh, wie freue ich mich über den ersten Kommentar! Wir sind trotz kühlen Temperaturen und ab und an Regen recht wacker und glücklich unterwegs. Die Erwartungshaltung an Wärme ist nicht so groß, darum hält sich auch die Enttäuschung über ausbleibende Grade Celsius in Grenzen. Es begleitet mich übrigens eine Rose deines Mannes ;-), die er mir zum Geburtstag überreichte.
      Liebe Grüße an die Deinen, erhole dich gut und werde fit für ausstehende Abenteuer, das wünschen majuemin

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