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Einige kurze Filme von unserer Reise;  Update 27.10.21 (klick hier):

Die Reiseroute

27.10. – 31.10.2021 Noch ein wenig Costa del Sol und Costa Calida, dann wird die Nordschleife fast gebunden sein – zeigt die Karte. Wunderbare Buchten mit kristallklarem Wasser. Strand: Sand, Kies, Fels. Für jeden etwas. Wir genießen, preiswert und gut, dort wo Einheimische speisen. Chiringuitos, Strandbars, sind noch vereinzelt geöffnet. Urlaubsmodus. Wie zahlreiche Mittel- und Nordeuropäer verlängern auch wir den Sommer in Spanien. Manch einer ist hier gestrandet, weil er sich ein geregeltes Leben in Deutschland nicht mehr leisten kann. Andere, weil sie „die Schnauze voll haben“, so nicht wenige ehemalige Leistungsträger der Gesellschaft. 
Wir erledigen zwischendrin finales Wirken mit Druckerei und Werbeträgern für unser Buch Die Welt erfahren – Zwei im LKW mit Hund. Völlig neue bzw. ungewohnte Art und Weise von Spannung, Stress und Aktivitäten.

20.10- – 26.10.2021 Was gibt es zu berichten Wertes über Antequera, Andalusiens Herz? Für Womo-Reisende: kostenfreier Parkplatz mit Ver- und Entsorgung in Stadtnähe, Supermärkte, Mercadona und Lidl, gar nicht bzw. schlecht für LKW anzusteuern. Die große Freifläche nahe des Mirador südlich in die Berge erlaubt schöne Blicke auf die Burg, die Anfahrt auch aufs Städtchen. Infrastruktur bietet der Platz nicht. Ein Highlight ist der nahe Naturpark. Eigentlich wollten wir den Caminito del Rey, berühmt berüchtigter Klettersteig, gehen. Ehemals einer der gefährlichsten Bergwege, heute ausgebaut zum wandern – für Schwindelfreie https://de.wikipedia.org/wiki/Caminito_del_Rey. „Da der Zugang … beschränkt ist, empfiehlt sich die frühzeitige Ticketbuchung …“ so der ADAC. Die Formulierung trifft es nicht ganz. Bereits Mitte Oktober gibt es erst Anfang November wieder Tickets. Ergo, nix mit Klettersteig für Warmduscher. So besuchen wir das Naturschutzgebiet El Torcal, 14 km südlich von Antequera. Ehemals unter Meerwasser liegend, Kollisionszone afrikanischer und eurasischer Platte, zu Erhebungen und Faltungen führend, horizontale Sedimentierung, Erosion. Im Ergebnis gibt es heute einzigartige Felsformationen von bizarrer Schönheit zu bestaunen. Ein landschaftlicher Traum, mit der Phantasie des Betrachters spielend. Riesige Steinplatten, aufgeschichtet wie Torten, Pfannkuchentürme. Formationen, an Schrauben erinnernd, so das Wahrzeichen. Zwischendrin zeigen sich immer wieder Iberiensteinböcke, der Hund ist hellauf begeistert https://de.wikipedia.org/wiki/El_Torcal (Anmerkung: Der Bergwanderweg vom ersten Parkplatz zum Naturmonument beträgt 3,5 km. Über die kleine Straße geht man 4,5 km.)
Richtung Mittelmeer bei Almeria locken Birgit und Ralph sowie die Wüste von Tabernas. Halbwüste, trockenste Region Europas mit endemischer Pflanzen- und Tierwelt. Was geschieht, wenn wir in der Wüste weilen? Genau! Es regnet. Beim Spaziergang erwischt uns ein Gewitter. Hagelkörner treffen schmerzhaft, eiskalt auf nackte Haut. Dabei hatten wir doch morgens erst schön warm geduscht. 
Die wunderbare, nach dem Regen gar nicht so aride Gegend, überzogen von zartem Grün, ist seit Mitte des letzten Jahrhunderts Drehort für zahlreiche, populäre Filme, vornehmlich Western. `Lawrence von Arabien´, ´Für eine Handvoll Dollar´, ´Vier Fäuste für ein Halleluja´ … Allenthalben finden sich mehr oder weniger verfallene Kulissen, werden touristisch genutzt, harren der zahlenden Besucher. Wir erfahren und erwandern frei zugängliches https://de.wikipedia.org/wiki/Wüste_von_Tabernas. Chillen, grillen. Löcher buddeln – der Hund. Lagerfeuer. Milchstraße – solange der Mond nicht über den Bergen aufgeht und die Szene erleuchtet.
Ralph und Jürgen erfahren die Canyons auf Stollen. Birgit, Minouk und ich auf Füßen und Pfoten, bevor es nach fünf Tagen heißt: Aufbruch.
Am Strand von Villaricos, dort wo der Rio Almanzora mündet, gibt es Platz am Mittelmeer und wieder Internet. Ein Blog-Update ist überfällig.

16.10. – 19.10.2021 Nach einer Nacht am südlich von Cadiz gelegenen Playa de la Cortadura verlassen wir das Sherrydreieck, markiert durch die Städte Sanlucar de Barrameda, Jerez und Puerto Sta. Maria. Sherry! Was trinken wir da? Kurzform: einen trockenen Weißwein aus der wohl andalusisch stämmigen alten Palomino-Traube. Versetzt mit Branntwein, um den Alkoholgehalt zu erhöhen, mit Florhefen geimpft. Diese, quasi obergärig auf dem Gebräu schwimmend, tun unter Sauerstoffnutzung ihre weitere Arbeit. Die seltenen Hefen sind besonders wertvoll und tragen deutlich Anteil am Verkaufspreis des Produkts https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry
Andalusien ist weiß. Baumwolle auf den Feldern. Salz, aus Salinen geschürft. Häuser, Dörfer, ganze Kleinstädte. Wie Arcos de la Frontera. Gletscherzungen gleich fließen die Häuser den Berg hinab. Olvera, wo sich die Gebäude wie eine Schneekuppe auf dem Berg ausbreiten. Gleißendes Sonnenlicht. 
Hier und da tupfen rotbraune, steinige Erde und der Oliven grünes Grau Farbe ins Bild. Am Via Verde bei Puerto Serrano kennen wir einen netten Platz im Olivenhain mit idyllischer Gastronomie und gutem Sherry im ehemaligen Bahnhofsgebäude. Idylle und Platz sind da, Gastronomie, wie bereits öfters erlebt, geschlossen. So stoßen wir nach langem Spaziergang entlang der Bahntrasse bei fast tropischen Temperaturen mit unserem Manzanilla an.
 Antequera, sog. Herz Andalusiens. Mag sein. Die Kleinstadt hat sicherlich schöne Häuser, Historisches und vor allem die rund 5T Jahre alten Hügelgräber mit UNESCO-Status zu bieten. Aber Flair und Seele? Fehlanzeige. Auch die Angebote der Gastronomieszene überzeugen wenig. So bekoche ich Jürgen zum Geburtstag mit Unterstützung des Mercadona: Fois gras, Feldsalat mit Kürbisölvinaigrette, frisches Baguette, Trüffel-Käse-Ravioli, Ziegenhartkäse aus Rohmilch… Wehlener Sekt und ein Cabernet Sauvignon/Syrah aus dem Terra Alta. Sherry… geht auch als Digestif.

 

 

12.10. – 15.10.2021 Lusitania, kaiserliche römische Provinz im Südwesten der iberischen Halbinsel, und insbesondere ihrer Hauptstadt Merida, fahren wir entgegen. Zahlreich sind die Überreste aus der Zeit. Wert, Platz auf der UNESCO-Welterbeliste zu finden. So berichtet das ADAC-Informationsmaterial. Die Stadt enttäuscht. Zahlreich erscheinen geschäftliche Leerstände, Billigware dominiert. Hingegen sind die Preise in der Straßengastronomie, wie bereits wiederholt erlebt, hoch. Ja, oftmals trifft man auf archäologische Reste. Doch Highlights sind weitgehend hinter blickdichten Zäunen verborgen. Mit Hund erhalten wir keinen Einlass, wäre dieser ansonsten sogar zu moderaten Preisen realisierbar. Wir kehren der Stadt den Rücken und finden nach einiger Suche bei Alange am gleichnamigen See einen idyllischen Nachtplatz. Auch Sanlucar de Barrameda am nächsten Tag floppt. Die an der Mündung des Guadalquivir in den Atlantik gelegene, als pittoresk beschriebene Stadt war 1498 Ausgangspunkt für die dritte Amerikafahrt von Kolumbus und die Weltumseglung Magellans 1519. Für uns ist mit dem LKW weder Durchkommen noch Aufenthalt möglich. Keine Einzelheiten, nur so viel: Enge Gassen. Vorgeschriebenes Abbiegen dimensionsbedingt unmöglich. Einbahnstraßen erlauben ein Entkommen nur rückwärts, links verstopfen parkende Autos, rechts Balkone den Weg. Ok, ok, wir ignorierten die Durchfahrtsverbotsschilder für LKW. Parkplätze sowie riesige, von Palmen bewachsene wunderbare Strandareale, die den Aufenthalt zwischen 16:00 und 07:00 Uhr aus sanitären Gründen verbieten bzw. nur für Einheimische zugänglich sind, Policia Local, die das kontrolliert. Campingplätze, außerhalb der Stadt Parzellen in Badetuchgröße anbietend, dafür jedoch mit der Nagelschere geschnittene Hecken. Schade, wir hatten uns auf die Sherryspezialität Manzanilla und die als Delikatesse geltenden Schalentiere in einem der zahlreichen Restaurants gefreut, die sich der Uferpromenade entlang ziehen. Doch Sanlucar und wir kommen nicht zusammen. In Chipiona am Atlantik findet sich nach einiger Suche Platz für die Nacht. Nicht auf dem kostenpflichtigen Asphaltplatz am Hafen mit Meerblick hinter Zäunen, dessen Lichtschranke Ive nicht erfasst. Daneben, kostenfrei, mit Freiluftdusche, Blick auf Oleander, Palmen und Meer. Es ist immer noch Hochsommer in Spanien. Der Ozean völlig still. Und Manzanilla gibts im Städtchen auch. 6,30 €/2 L. 
Nach zwei Nächten lockt Cadiz. Älteste, zumindest eine der ältesten Städte Europas mit rund 3000 jähriger Geschichte aus der Zeit der Phönizer, deren Gründung auf Herkules/Herakles zurückgehen soll https://de.wikipedia.org/wiki/Cádiz. Die Säulen des Herakles https://de.wikipedia.org/wiki/Säulen_des_Herakles, Felsen, auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar iberisches Festland und Marokko markierend, finden sich u.a. im Wappen der Stadt. Angeblich vermutete Herakles hier das Ende der Welt, verfasste die Inschrift Nicht mehr weiter oder Non plus ultra. Falsch, wie wir heute wissen. Deswegen trägt das spanische Wappen die verkürzte Version: Plus Ultra! Cadiz, lange eine Insel, seit dem 18. Jhdt. Halbinsel im Atlantik. Idyllische Hafenstadt, Ausgangspunkt zu den Kanaren, Ziel für Kreuzfahrer und mehr. 

 

05.10. – 11.10.2021 Salamanca https://de.wikipedia.org/wiki/Salamanca, im Mittelalter eine der bedeutendsten Universitätsstädte Europas. Universität aus dem frühen 13. Jhdt., Hauptgebäude mit beeindruckendem Stuckportal aus dem 15./16. Jhdt, mittelalterliche Vorlesungssäle, alles noch in Betrieb. 1492 unterbreitet Kolumbus hier seine Theorie, den Osten von Westen aus zu erreichen, 1540 erste Formulierung der Völkerrechte durch Francisco de Vitoria. Alte und neue Kathedrale, zu einem Gebäude verschmolzen. 2000 Jahre alte Römerbrücke. 15 der 26 Bögen stammen aus der Bauzeit. Aufgrund der Sanierung kann man noch heute darüber flanieren. Der durch mehrere Tore zugängliche, ansonsten komplett geschlossene Barockplatz, Plaza Mayor wird als einer der schönsten Spaniens gehandelt. Bunt ist das Treiben entlang der Stände, Kneipen und Schausteller. Salamanca, 1988 zum Weltkulturerbe erklärt, 2002 mit Brügge europäische Kulturhauptstadt. Nach soviel Kultur stärken wir uns mit Hornazos (Fleisch, Wurst, Schinken im Brotteig, hiesige Spezialität), Möhrenkuchen und Cappuccini. Schauen zu, wie die Jugend selbstbewusst den Modestil der 70er Jahre präsentiert. Genießen die lebendige Stadt mit Charme und Flair.
Zur Nacht geht es in den Nationalpark Monfragüe, durchflossen von Tietar und Tajo, in der Extremadura. Kleine Sträßchen, zahlreiche Park- und Picknickplätze. Wandern ist hier nur entlang der Straße möglich, Wege in die Natur versperrt. Übernachten ist verboten, was nirgends steht, die Parkranger sagen es uns am zweiten Abend zu später Stunde. Nach kurzer Diskussion dürfen wir noch die Nacht bleiben. Ok, der Stellplatzwechsel war eh geplant, fußwandern über Straßen ist nicht unser Ding. So nehmen wir Ive. Machen Stopp am Salto del Gitano, wo steile Felswände dem Tajo nur eine enge Passage lassen. Fahr- und steiler Fußweg hinauf zum namensgebenden, aus keltischer Zeit stammenden, Castillo de Monfragüe sind bestens erschlossen. Die Aussicht ist die kurze Mühsal allemal wert. 
Unterwegs über Trujillo, pittoreskem Kleinstädtchen hoch oben über der Landschaft thronend, finden wir am Guadiloba einen Platz für unser Haus am See. Das kalte, teils auch regnerische Wetter zu Beginn der Reise ist dem Hochsommer gewichen. Würde nicht der Spaziergang am See Kilometer um Kilometer entlang von Weidezäunen führen, kämen ob der Landschaft und Menschenleere Erinnerungen an die Mongolei auf. Im Sonnenuntergang liegt ein zartrosa bis violetter Schimmer über dem Wasser – Lac Rose! 
Weiter südlich durch die Extremadura liegt dann noch das Mittelalterstädtchen Cáceres. Drehort zahlreicher Filme. Schmuck, aber kein Vergleich mit Sarlat in Frankreich.
Am Stausee Valdesalor Richtung Merida gibt es eine teils zaunfreie Gegend, in die wohl Obelix zahlreiche riesige Hinkelsteine verteilte. Der Grill kommt zum Einsatz. 460 g das knochenfreie Steak. Wir teilen – durch zwei! 
Internetzugang ist oftmals ungenügend. Auch telefonieren klappt wenig gut. Zu allem Übel gibt es Probleme beim Server in D. Eine Woche lang ist es dem WordPressmanager nicht möglich, Jürgen wieder Zugang auf die Administratorebene zu gewähren. Entsprechend lang ist die Zeit bis zum Update sowie der Bericht.
Mehr über die Extremadura auch hier https://reisen-nach-spanien.com/reiseziel/extremadura

 

 

30.09. – 05.10.2021 Zügig durch Belgien. Tankstopp in Luxemburg. Frankreich Ost-West queren. Was bleibt im vorbeirauschen hängen? L: teurer Treibstoff. F: Altes erfährt Wertschätzung, das Erbe erscheint jedoch hier und da als Bürde. Anders als im Frühjahr sieht man wieder Touristenfahrzeuge. Zwei Nachtstopps, in Merry-Sec bei Bourges und St. Martin de Hinx, kurz vor Spanien. Aachen – Irun in weniger als 48 Stunden. Nahezu mautfrei! 
Frühstück auf dem Monte Ulia hoch über Donostia/San Sebastian. Netter Platz, doch leider kaum Aussicht auf die traumhafte Kulisse, die Stadt und Buchten bieten, zudem recht wuselig. Weiter.
Zu den Hoces del Rio Riaza. Die Schluchten des Flusses sind Naturschutzgebiet weit im Norden Madrids. Wunderbare Landschaft. Ideal zum wandern. Felsplateaus; Abrisse, steil in die Schluchten hinabstürzend. Große Greifvögel, Geier und Adler, mit der Thermik spielend. Sogar Minouk schaut ihnen ab und an zu. Stille nach stundenlanger Geräuschkulisse. Kein Internet. Wohltat für Geist und Körper. Es ist kalt in den Bergen. Nachts fast Bodenfrost. Weniger wohltuend.
Mit den kleinen Provinzhauptstädten Segovia und Avila steht erstmals Kultur auf dem Programm. Beide haben UNESCO-Welterbestatus. In erster beeindrucken der römische Aquädukt, bis in die 1970er Jahre noch in Funktion, die zahlreichen Kirchen nebst Kathedrale und das quirlige Treiben insbesondere am Plaza Mayor. Ein erster Trank im Straßencafé.
Avila, höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens, erscheint von eher sterileren Atmosphäre. Ist es die Stadtmauer aus 88 Rundtürmen und 2500 Zinnen, die beengend wirkt? Die Geburtsstadt der katholischen Heiligen Theresa ehrt die Märtyrerin durch ein Kirchengebäude incl. Museum und nennt das süße Souvenir aus Eigelb und Kristallzucker ´Yemas de Santa Teresa´. Einen schönen Nachtplatz mit Blick auf die Altstadt finden wir am nahen Rio Adaja, Erholungsgebiet für die Einheimischen. Salamanca bietet vor allem in der UNESCO-Altstadt architektonisch Prachtvolles, nicht zuletzt als Universitätsstadt ein junges Gesicht und internationales Flair. Demnächst mehr.

 

 

 

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