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Einige kurze Filme von unserer Reise;  Update xx.xx.2022 (klick hier):

Die Reiseroute wird später ergänzt

07.08. – 11.08.2022 Manchmal führt kein direkter Weg zum Ziel. Umwege als Bereicherung zu sehen, ist wohl (m)eine Aufgabe, deren Bewältigung nicht leicht fällt. So erkunden wir weiter die Welt vor der Haustür. Und finden Unbekanntes. Nach der ganz besonderen Interview-Erfahrung mit Gisela Steinhauer besucht uns ein Team der WDR Lokalzeit mit Gaby Dufern. Und stundenlang dürfen wir wieder erzählen, Fragen beantworten, abtauchen in längst vergangene Zeiten. Für uns so ganz nebenbei läuft die Kamera, der Mann dahinter hat rund 10 kg zu schultern, in Ive eine Herausforderung. Wenn dann auch noch Minouk der Schauspieler ist, meint die Crew: echt eng die Wohnkabine. Na, Gott sei Dank gibt es Weitwinkel. Doch begeistert ist man, vom Gefährt, den Beibooten, dem Team und so vergeht die Zeit wie im Flug. Aus knapp vierstündiger Arbeit vor Ort und viel Materialdurchsicht entsteht ein ca. vierminütiger Schnitt. Hier gehts zum Kondensat von majuemin https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/aachen/videos/video-lokalzeit-aus-aachen—1878.html, online bis zum 17.08.22 oder https://www.facebook.com/wdrlokalzeitaachen/

Wer mehr erfahren möchte, der kauft gerne unser Buch und spendet damit für unsere Aktion ´Bildung sowie Unterstützung für Ruandas Jungunternehmer und Gründer´ https://majuemin.de/veroeffentlichungen/

30.07. – 06.08.2022 Wir erleben einen Sommer, wie er früher einmal war. Mit Sonnenschein, Wärme, ab und an laue Abende. Wunderbar; ebenso wie die große Hochzeitsfeier unserer Kinder, an der wir neben zahlreichen Gästen das Glück haben, teilnehmen zu können. Wie sich zahlreiche Leser wohl noch erinnern, war uns der begleitende Gang zum Standesamt im Juli 2020 leider verwehrt. Von emotionaler Stimmung bis hin zu bester Partylaune ist alles dabei. Dort, wo man liebt, wird es niemals Nacht, ist eine Weisheit der Xhosa, eines in Südafrika beheimateten Volkes. Getreu diesem Motto wird bis in den frühen Morgen hinein gefeiert, die Sterne weichen bereits dem milchigen Licht des neuen Tages. Da die Brautleute bereits die Familie vergrößert und bereichert haben, wird in dieser Nacht ein Ehrengast in Ive einquartiert. Die knapp sieben Monate junge Enkelin schläft erstmals im Wohnmobil und ganz ohne Mama und Papa – wie ein Murmeltier.
Wenn wir nicht gerade KFZ, Kleidung wie Körper auf Vordermann bringen, neue zweite Reisepässe, Kreditkarten etc. organisieren, Routen ins südliche Afrika und Klimabedingungen unterwegs checken und hier weitgehend zu dem Schluss kommen: einfach abfahren, treffen wir uns mit alten und jungen Bekannten, spüren erneut: Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Juli 2022 Nach längerem wieder ein Reisebericht von Jürgen. Diesmal unterwegs mit der Deutschen Bahn von Kohlscheid bei Aachen nach Konstanz
Ich hatte einen Termin in der dortigen Klink zur Sprechstunde, mein Fahrgestell schwächelt. Zur beruflichen Zeit war ich viel mit der Bahn unterwegs, nicht immer stressfrei, aber unterm Strich für mich die bequemste Variante. So dachte ich: Warum nicht wieder? Zudem ökologisch. Bewaffnet mit Seniorenrabatt und Internet, Tickets für Hin- und Rückreise erworben, sollte jeweils gut sieben Stunden dauern, Preis 142,80 Euro. Das war mit Auto nicht zu unterbieten und versprach zudem erholsam zu sein. Marion meinte zwar, lass uns mit dem Reisemobil fahren, das hat seinen Reiz und auch einige Vorteile. Aber, ich setzte mich durch, nicht zuletzt mit dem Argument, warum wir 7,49 t Wohnmobil über deutsche Autobahnen rollen lassen sollen, das sei Verschwendung von Geld, Ressourcen und Nerven, Bahnfahren ist ja so bequem, sagt ja auch die Bahn. 
Sonntag kurz nach neun also los. Anschlüsse in Aachen und Köln perfekt. In Baden-Baden den gastlichen IC verlassen, Umstieg in den RE direkt nach Konstanz. Was sollte noch schief gehen? Doch in Offenburg Schluss mit lustig. Alle Fahrgäste aussteigen, der Zug endet hier. Endet? Warum? Auf Nachfrage ‚wegen Personalmangel‘. Bitte? Man hat einen Zug, Gleise, Fahrgäste und dann kein Personal mehr!? Herzschlag, plötzlicher Burnout oder Wahnvorstellungen des Lokführers? Nein, er hat schlicht seine maximale Fahrzeit erreicht, darf nicht mehr weiter fahren, und für Ablösung wurde nicht gesorgt. Strange!!!
Wie auch immer, etwa 45 Minuten später fuhr ein privater Anbieter weiter, an sich etwas zu klein für die vielen Reisenden. Doch so beengt ging es nur bis Hausach. Weil nämlich die Schienen zwischen Hausach und St. Georgen schon seit Wochen nicht befahrbar sind, und das wird auch noch wochenlang so bleiben, also Schienenersatzverkehr (für Unkundige = Bus). Leider hat das bahneigene Verbindungsprogramm davon noch nie gehört. Nun ist ein Bus auf der Landstraße langsamer als eine Eisenbahn. Da derjenige, der die Fahrpläne erstellte, davon auch keine Kenntnis genommen hat, s.o., tut der Zug von St. Georgen nach Konstanz so, als ob die Fahrgäste mit dem Zug kämen. Nun, unser Busfahrer versicherte sich bei den Fahrgästen, dass alle direkt bis nach St. Georgen wollten, er also nicht anhalten musste. Die Tour war dann sehr sportlich, so ein Scania Bus ist ganz schön schnell, wenn man ihm die Sporen gibt und wir haben den Zug in St. Georgen tatsächlich bekommen. Nach der Vollbremsung vor dem Bahnhofsportal klatschten alle Fahrgäste Beifall, fast wie im Flugzeug, wenn der Pilot eine schwierige Landung bewältigte. Ende gut, alles gut, mit 121 Minuten Verspätung erreichte ich Konstanz.
Montagmorgen rein in die Klinik, PCR-Test, Konsultation, Administration, OP-Termin, raus aus der Klinik. 
Rein in die DB, die gleiche Stecke retour. Ich hatte schlimmste Befürchtungen, von wegen Schienenersatzverkehr und glaubte nicht recht, dass in Offenburg der ICE auf den RE aus Konstanz warten wird, wenn der Bus für Verspätung sorgt. Das meinte auch der Zugbegleiter des RE und riet mir, in Singen den Zug zu verlassen, um mit IC nach Stuttgart, dann nach Mannheim zu fahren und dort wieder den ICE nach Köln zu nehmen. Ich bekam einen neuen Plan ausgedruckt. Etwas stutzig machte mich die Namensgebung für den Zug, er hieß nämlich IC/RE. Habe dann sehr schnell verstanden, was das bedeutet. Es ist ein Zug, der aussieht wie ein IC, also geschätzte 500 Tonnen, mit einer Lok, schätze 6-8 MW Leistung, der aber wie ein RE an jeder ‚Gieskanne‘ anhält, gleich mehrmals im Abstand von 3 Minuten. Hab dann mal ausgerechnet (Ekin = ½ mv2), was das bedeutet: Beim Beschleunigen auf 108 km/h sind das für einen Vorgang jeweils 62,5 kWh. Beim Abbremsen gehen die 62,5 kWh in Bremswärme über. Echt öko die Bahn! Wie auch immer, ich war zeitig in Stuttgart, der ICE nach Mannheim stand parat, damit wir in Mannheim den ICE nach Köln erreichen. Abfahren tat er aber nicht, stand 10 Minuten über die Zeit in Stuttgart. Umstieg in Mannheim adé! Warum? Es war kein Lokführer da. Klärendes Gespräch mit den sehr bemühten Zugbegleitern geführt, sie versuchten zu erreichen, dass der Anschlusszug wartet. Tat er, dem Himmel und den Zugbegleitern sei dank. Und dann ging die Post ab, zwischen Frankfurt und Köln ist die Milliarden teure Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Taunus/Westerwald. 305 km/h, so schnell bin ich noch nie gefahren. Ich denke, so etwa eine halbe Stunde bis kurz vor Köln, dann die letzten 20 km mit geschätzten 60 km/h bis Köln Hbf, so geht Hightech.
War aber eh egal, der Zug Köln > Aachen fuhr leider nur hartnäckig auf der Anzeigetafel. Auch als der Zug am Bahnsteig nach Kall fuhr, sagte die Anzeigetafel immer noch, dass es der Zug nach Aachen sei. Die armen Unkundigen, die nicht wissen, wo Kall ist. Wie auch immer, irgendwann fuhr dann doch ein Zug nach Aachen, natürlich an einem anderen Bahnsteig. In Aachen wäre natürlich der Zug nach Kohlscheid schon lange abgefahren, und nochmal eine halbe Stunde warten wollte ich dann doch nicht. Marion holte mich kurz vor Mitternacht mit dem PKW ab. Ich rechne ihr das hoch an, und auch, dass sie nicht sagte: ‚Siehst du, habe ich gleich gesagt, wir hätten mit IVE fahren sollen‘. Asche auf mein Haupt, so geht es einem, wenn man ‚think/go green‘ versucht. 
Eines möchte ich abschließend erwähnen. Fast alle Bahnmitarbeiter im operativen Geschäft waren hilfsbereit und freundlich. Nicht einfach, wenn man für verfehlte Politik an vorderster Front den Ars… hinhalten muss und von vielen Fahrgästen oft teils unverschämte Kommentare zu hören bekommt. Wenn sie irgendwann einmal die Brocken hinwerfen, dann Gnade uns Gott, ich denke nur an den Lokführerstreik. 
Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.
 Afrikanisches Sprichwort, meint Marion dazu!

Juli 2022, Jürgen zur Verbrauchsbilanz einer Reise 
Immer wieder wird diskutiert, ob eine Langzeitreise mit entsprechend ausgerüstetem Reisemobil unter dem Aspekt des Verbrauchs an Ressourcen überhaupt zu vertreten ist. Insbesondere, wenn man, so wie wir, mit einem Gefährt unterwegs ist, das an und für sich für Europa ungeeignet ist. Natürlich haben wir das Fahrzeug so ausgelegt, dass es uns in erster Linie bei Fernreisen dient, doch leider wurden wir in den letzten beiden Jahren u. a. durch `Corona´ etwas ausgebremst. Um den heimischen schlechten Wetterbedingungen zu entfliehen, sind wir vom 07.03. bis zum 26.06.22 in den Süden Europas geflohen, in erster Linie Spanien und anschließend Frankreich. Leider war es zumindest die ersten Wochen auch in Spanien wettertechnisch alles andere als ideal, aber das kann passieren. Auch sind wir anders als während unserer Fernreisen deutlich weniger gefahren, ich denke trotzdem sind die ermittelten Werte recht aussagekräftig.

Zum Verständnis, welche Alternativen verglichen werden, eine kurze Beschreibung von Fahrzeug und Immobilie.
Unsere Wohnung ist eine Einliegerwohnung mit ca. 75 m² in einem freistehenden Einfamilienhaus, 220 m² Gesamtwohnfläche. Da wir zusammen mit der Familie unseres Sohnes wohnen, werden alle Verbräuche entsprechend des Wohnanteils berechnet. Das Haus ist Baujahr 1968, weitgehend modernisiert, verfügt z.B. über eine moderne Ölzentralheizung und ist energetisch auf gutem Niveau. Aufteilung und Ausstattung sind großzügig.
Unser Fahrzeug ist ein 7,49 t Iveco, Baujahr 1990 aus dem Bestand der Bundeswehr. Es ist geländetauglich, mit entsprechender verbrauchstreibender Ausstattung (4 WD, Diff.-Sperren, grobstollige Reifen). Die Beheizung erfolgt mittels Diesel-Warmwasserheizung (15 kW); die Solaranlage hat eine Gesamtleistung von 440 Watt, die Batterien speichern etwa 4 kWh, die 230 Volt Wechselspannungskonverter haben eine Gesamtleistung von 2,3 kW; zwei Wassertanks fassen zusammen etwa 400 Liter. Es gibt einen Warmwasserspeicher von 28 Litern, der sich mit der Dieselheizung oder einem 230 Volt Heizstab heizen läßt; Gas wird nur zum Kochen bzw. Grillen verwendet.
Strategie unterwegs wenn ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden ist: Es hat sich gezeigt, dass nicht die Leistung der Solarpanels ausschlaggebend ist, sondern in der Hauptsache die Energiespeicherung. Vor diesem Hintergrund haben wir seit unserem Afrikaaufenthalt die erzeugte Solarenergie vermehrt zur Warmwasserspeicherung, Brauchwassererwärmung sowie beim Kochen und zur Bereitung von Kaffee genutzt. Dadurch können wir in Spitzenzeiten bis zu 2,1 kWh pro Tag erzeugen und verwenden bzw. speichern.

Und nun zu den ermittelten Verbrauchswerten
Dauer der Reise: 07.03.22 bis 27.06.22 = 111 Tage

im Iveco 
Wasser 25 Liter pro Tag                                                      2.775 l
´Erzeugte´ elektrische Solarenergie (kein Landstrom):       170 kWh 
Gas (1 kg/Monat) ca.                                                           4 kg
Kraftstoff (20 l/100km) 6.500 km (bis 26.06.22)                  1.300 l
Dieselheizung weniger als                                                  10 l

im Haus (gesamt, 1/3 f. d. Wohnung, 111 Tage)
Wasser/Jahr 70.000                                                           7.100 
elektr. Energie 4100 kWh                                                   415 kWh
Heizöl ca. 3000                                                                   305 l 
PKW Jeep/Jahr 10 l/100 km, 10.000 km > 1.000 l              305 l

Ergo (erster Wert jeweils im Haus, zweiter auf Reisen):
Wir verbrauchen deutlich weniger Wasser                       7.100 l / 2.775 l
Stromverbrauch ist geringer, unterwegs rein solar           415 kWh / 170 kWh
Wir verbrauchen auf Reisen zusätzlich Flaschengas       0,0 kg/ 4 kg 
Wir verbrauchen auf Reisen mehr Diesel/Heizöl              610 l/ 1.310 l

Im erstgenannten Dieselverbrauch sind Hin- und Rückfahrt enthalten. Bei einer konventionellen Reise muss der Energieverbrauch für PKW/Flugzeug/Bahn berücksichtigt werden, außer man ist mit dem Fahrrad oder zu Fuß vom Heimatort aus unterwegs. Berechnet man z.B. die Entfernung AC-Madrid, entfielen 3400 km bzw. 680 l auf Hin – und Rückweg. Mit dieser „Korrektur“ verändert sich das Verhältnis:
Verbrauch unterwegs vor Ort ca. gleich viel Diesel/Heizöl         610 l/ 630 l

Jeder Vergleich hinkt. Auch dieser!
Wir erlauben mal auf den Artikel der FAZ über Kobalt aus dem Kongo
aufmerksam zu machen: SCHNELLER SCHLAU Die dunkle Seite der Verkehrswende https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/kobalt-aus-kongo-der-dunkle-preis-der-verkehrswende-17731386.html Von MARTIN FRANKE, Grafiken: JOHANNES THIELEN, 17. Januar 2022.
Mit dem Finger auf Andere und ihre Lebensstile zeigen ist gelebte Intoleranz. Reisen ist Bewegung, Bewegung ist Leben, Leben ist Fortentwicklung – niemals Stillstand.

24.07.2022 Sonntagsfragen, sogar ich öffne dafür morgens früh Augen und Ohren. Erlebe uns, eingebettet zwischen Neuigkeiten aus der Region und der Welt sowie aufmunternder Musik. Es hätte noch so viel zu erzählen gegeben … mehr zu lesen und zu schauen gibt es im Buch, unserem Reiseverführer. Erste Rückmeldungen teils incl. Bestellungen gingen bereits ein. Und wieder sagen wir Danke!

zum WDR2 Podcast

Juli 2022 Gisela Steinhauer, u.a. Moderatorin mit eigener Sendung beim WDR, stellt uns Sonntagsfragen. majuemin on air: Exzellente Vorbereitung, Neugier, Tiefgang und Herzlichkeit, Gisela Steinhauer lässt aus Schreibern Geschichtenerzähler werden, macht Lesende zu Hörenden – und Lust auf mehr. Danke für diese besondere Erfahrung!
Wir sind gespannt, 
Sendedatum auf WDR2 ist Sonntag der 24. Juli, von 08:00 bis 09:00 Uhr. Ab dem 22. steht das Interview schon als Podcast bereit.

 

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