2019>GoSouth_NW_Afrika

Nordwestafrika: Marokko

Und wieder einige kurze Filme von unserer Reise:

Marokko Atlantikküste bei Agadir (31,1 MB; 117 sec) 08.12.19

Marokko Lac Iriki (31,8 MB; 120 sec) 26.11.19

Marokko Erg Chegaga (31,1 MB; 116 sec) 25.11.19

Marokko Hoher Atlas Oarzazate (28 MB; 105 sec)  23.11.19

Marokko Erg Chebbi Abschied (26,1 MB; 99 sec)  19.11.19

Marokko Erg Chebbi Motorrad Sandkasten (31,1 MB; 117 sec) 17.11.19

Marokko Erg Chebbi Ost Anfahrt (22,2 MB; 83 sec) 14.11.19

Marokko Erg Chebbi West (25,1 MB; 94 Sec) 13.11.19

Marokko Querung Todhra->Dades (32,3MB; 122sec) 11.11.19

Marokko Todhra Schlucht (29,4MB; 110sec) 10.11.19

Marokko Hoher Atlas (32MB; 120sec) 10.11.19

Marokko Meknes Marche Verte (20,6B; 77sec) 06.11.19

Marokko Rif-Gebirge Ost/West (30,9MB; 117sec) 04.11.19

 

MA,
03.12. – 07.12.2019 Das Tal der Ammeln, benannt nach dem dort lebenden Berberstamm, ist ein weiteres landschaftliches Kleinod bei TafraouteTypisch für Berberregionen des Maghreb gibt es auch hier kaum schriftlichAufzeichnungen. Gesprochene Sprache überliefert(e) Wissen um die Geschichte der Menschen, die im Tal teils bis in die heutige Zeit ein autarkes Leben führenFotos gibt es wenige – Regenwetter. Über den Kerdouspass entlang des Youssef Ben Tachfine Stausee in den Nationalpark Souss Massa aAtlantik. Atlantik? Ja, dennAgadir und der International Airport Al Massira liegen hier, Abflugort für deHeimaturlaub. Und: Der Nationalpark bietet neben phantastischer Küstenlandschaft seltene Flora und Fauna, so Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Souss_MassaFlora offeriert in meinen/Marions Augen nichts Essbares, Fauna lässt sich aufgrund des regnerischen Wetters auch nicht blicken – abgesehen von Straßenhunden, Schaf- und Ziegenherden.
Zunehmend macht sich Gefühlswirrwarr breit. Freude darüber, die Advents- und Weihnachtszeit mit Familie und Freunden zu verbringen, gespannte Erwartung ob der Dinge, die sich im Rentnerdomizil getan habendie Fotoreportagen, Danke dafür Simon, zeigen eine topp Küche und auch der Eingang ist auf gutem Wege, in Marokko würde man sagen: fertig! Stress, ob des Umstandmit Hund zu fliegen. Nicht dass Minouk fliegen muss, das kriegt er hin, aber gegen Bürokratenwahn- und Unsinn ist kein Kraut gewachsen und irgendwie spukt mir die Willkür, die wir auf der Nordreise in Russland erlebten, noch im Kopf herum, zudem hat sich auch die LH bislang nicht mit Ruhm bekleckert inshallah.
Böse Zungen behaupten, ich sei ein Schlitzohr! Seit heute kann ich nicht mehr das Gegenteil beweisen, verpasse ich doch neben meinen Haaren auch meinem Ohr einen Schnitt. So ein sch…. und ich kann nicht mal den Friseur zur Verantwortung ziehen. Einziger Trost: Ab Mittwoch wird UV-Strahlung nicht mehr den Heilungsprozess verzögern.

29.11. – 02.12.2019 Westlich von Imitek führt eine gute Piste über Bouzarif nach Izerbi durch die wunderbare Landschaft deAntiatlas. Bei Ait Abdelkader biegen wir jedoch ins Ait Mansourtal (P1927) abdas uns bereits auf unserer Reise 2005 begeisterte: Tiefe Schlucht, enges Tal, üppige Oasengärten, kleine Dörfer und freundliche Menschen. Ragten die Palmen damals auch soweit in den Verkehrsweg? Standen die Häuser so eng am StraßenrandIve´s Maße beanspruchen die volle Fahrspur, manchmal mehrAn sich nur was für Kamel und Esel, die miden Hufen, nicht die mit den Stollen. Was mögen die Bewohner wohl denken, wenn Touristen in riesigen Autos durch ihre engen Dorfgassen fahren? Meist scheinen sie sich über unseren Besuch zu freuen, Daumen hoch, winken. Gegenverkehr? Weicht meist aus, einzig der Schulbusfahrer ist stur. Nach ca. 30Km und mehreren Ortsdurchfahrten ist das Talende erreichtnoch einige Serpentinen hinauf und die Traumstraße ist befahren. Hoch oben auf dem Plateau bietet sich ein phantastischePanorama auf die Tiefebene von TafraouteNeben dem Staunen erledigen wir so profane Dinge wie duschen – muss irgendwann mal sein, die Beinwunde lässt es wieder zu. Tags drauf, unterwegs nachTafraoute, kommt uns ein Wohnmobil aus D entgegen. Ein kurzer Plausch: ´das Tal ist nicht so recht was für euren Weinsberg´. Doch die Grevenbroicher wollen nur bis zum Einstieg in diSchlucht, danach radeln, wir die Blauen Steine näher betrachten und so verabreden wir uns für den Abend auf einem Platz in Stadtnähe.
Wunderbare Landschaft, als hätte ein Riese sein Meisterstück im Steingartenbau gemacht. Jean Vérame, ein Belgier, fand die Landschaft mit bunten Felsen wohl schöner als in den Naturtönen. Sverteilte er 1984 etliche Tonnen Farbe, vornehmlich blau, in der Landschaft. Zuvor bereits in Frankreich, den USA und verschiedenen afrikanischen Staaten geschehen. Kunst? In jedem Fall Eigen Artdem Tal nebst Städtchen beschert es Besucherströme. Wir gehören dazu und kommen in den Genuss (?) des frischen Anstrichs. Während wir nach dem Besuch den verabredeten Platz suchen, überholen uns die Grevenbroicher, nehmen uns ins Schlepptau. Lange sitzen wir mit Bettina und Dietrich draußen, erleben einen kurzweiligeAbend. Naima, eine Frau aus dem nahen Dorf, bietet perfekten Wäscheservice und köstliche Tajine an, wir genießen, beides, für knapp 20 EUR. Noch ist Zeit bis zum Heimflugder Himmel ist blauwir bleiben; fahren mit den Betas ins Ait Mansourtal. Kehre um Kehre schrauben wir uns hinab und da kommt uns doch tatsächlich ein Hippo entgegen! So verbringen wir die nächsten kurzweiligen Abendin Tafraoute, diesmal mit Anja und Jörg.
Aus grauem Himmel fällt kalter Regen, die erste Kerze brennt, wir hören Simon´s Weihnachtsmusik….


23.11. – 28.11.2019 Zagora, der Besuch ruft zwiespältige Gefühle hervor. Einerseits parken wir Ive diesmal ohne Knolle, genießen Milchkaffee in der Sonne, der uns freundlich serviert wird, andererseits bettelt man uns recht aufdringlich an, EUR statt Dirham wären kein Problem, das Maskottchen im Führerhaus würde auch gerne genommen. Im Basar versucht man uns mit 60g Gewürz statt der 100g für 20 Dirham abzuspeisen, gelangweilt wirken die Gemüsehändler. Der Schuhverkäufer lässt mit sich handeln. Ich/Marion hatte mich zuvor bei Omar mal erkundigt, was denn seine neuen Schuhe gekostet hätten. 80 Dirham meinte er. Ok, die 120 Dh sind also überzogener Touripreis, gern sind wir bereit, für 100 Dh zu kaufen, ein guter Kompromiss, so finden wir. Wunderbare Stunden verbrachten wir mit Alex und Christiane zu Beginn des Jahres hier, das lässt sich nicht wiederholen – wir verlassen Zagora, fahren Richtung M´HamidLange sitzen wir draußen, warme, dunkle Nacht, klarer Sternenhimmel. Einheimische fahren vorbei, halten kurz an und meinen, wir sollten achtsam sein, es gäbe Skorpione und Scarabäen – sehr aufmerksam, völlig unaufdringlich – wunderbares Marokko! (Mehr Infos und Fotos in der Rubrik Vergangene Reisen/Winterreise, ich will mich nicht wiederholen und euch nicht langweilen.Nach reiflicher Überlegung entscheiden wir uns trotz Jürgens Verletzung für die Tour in den großen Sandkasten Marokkos – den Erg Chegaga, nehmen Kontakt zu Anja und Jörg auf, leider zunächst ohne Response, sie sind wohl im Datenloch. Die Piste gestaltet sich schwieriger als im letzten Winter. Sandstürme und heftige Regenfälle änderten den Verlauf, Fahrspuren sind kaum, teils gar nicht zu sehen. Betonharte tiefe Furchen, Schlaglochkanten. Besonders übel ist es, wenn uns der eigene Staub überholt. Immer wieder hohe Sandverwehungen, anhalten, zu Fuß erkunden, wo ein Durchkommen ist. Mein Stresspegel steigt, nur ja keinen Fahrfehler machen, der Jürgen zwingen würde, auf´s Dach zu klettern, Sandbleche abzuladen, zu schaufeln…. Wenige Kilometer pflüge ich teils im Blindflug durch den Sand, dann bin ich mental erschöpft – Fahrerwechsel. Hinein in Sackgassen, wieder raus… Reifendruck nochmals reduzieren auf jetzt 2,5 bzw. 3 bar. Entspannen, tief durchatmen…..die Sicht wird klarer, die Piste erkennbar. Mit der Zeit gewinne ich wieder zutrauen zu Ive und in meine Sandfahrkünste, es macht Spaß zu surfen…. Knapp 90 Km, dann stehen wir in dem kleinen Sandkessel, den wir vom letzten Winter kennen. Alex, Christiane, wir trinken Sundowner auf der Düne! Völlige Windstille, Schweigen der Wüste genießen, laue Sommerabendmit atemberaubendem Sternenhimmel. Im Nationalpark Lac Iriki entdeckten Anja und Jörg ein Fossilienfeld, auf Schritt und Tritt stolpert man quasi über die Zeugnisse uralter Vergangenheit. Vor allem im Licht des Abendrotes wirkt der Ort fast mystisch. Gemeinsam entscheiden wir, die südliche Piste entlang der algerischen Grenze Richtung Foum Zguid zu fahren. Die Hauptroute ist zwar deutlich kürzer aber wir haben sie als übel, mit viel Wellblech und zahlreichen, teils tiefeOuedpassagen in Erinnerung. Die Entscheidung ist goldrichtig. Die Landschaft, die Assoziationen an eher fremde Planeten aufkommen lässt, ist nicht minder phantastisch. Nach etwa 50 Km, weitergereicht von Militärposten zu Militärposten – vier an der Zahl – kommt die RN 17 westlich von Foum Zguid in greifbare Nähe (auch hier mehr Infos und Fotos in der Rubrik Vergangene Reisen/Winterreise). Wir bleiben über Nacht, die Akazien bieten bestes Brennholz für´s Lagerfeuer, über uns die Milchstraße, Sternschnuppen, in der Ferne die Lichter der Oase. Morgens, also ehrlich gesagt war es fast mittags, dann noch das Oued Zguid durchqueren, verabschieden, Luft in die Reifen pumpen, Schmiernippel fetten – die von Ive, unsere haben wir noch nicht gefunden, wär ´ne tolle Sache – und schon rasen wir mit knapp 80 km/h gen Tata. Die leeren Vorratskisten lassen sich hier gut bestücken und dann starten wir bei Imitek zur Durchquerung des Antiatlas. Last but not least: Jürgen´s Bein ist auf dem besten Wege der Heilung, nur noch eine dicke Schorfkruste ziert das Schienbein.

18.11. – 22.11.2019 Omar kommt abends vorbei, bringt Feuerholz, berichtet ein wenig vom Leben der Nomaden, von der Politik, gemeinsam schweigen ist Ruhe, kein Stress.
„Als Gott die Welt erschaffen hatte, schaute er sie sich an und alles, was vom Wesentlichen ablenkte, nahm er heraus. So entstand die Wüste…“ weiss ein beduinisches SprichwortZumindest in zwei Dingen gehen wir nicht konform: Schlangen stören den Blick auf das Wesentliche und Wasser wäre in größerem Umfang von Wert. Letzteres, also Mangel daran, vertreibt uns u.a. nach einer Woche aus dem Sandkasten ins Oasen-Dorf Hassilabied, als Gästvon Camping Haven Auberge La Chance, eineKombination aus Herberge und Camp. Jürgen braucht eine Ruhepause. Beim Spiel ´Fußraste gegen Schienbein´ haletzteres verloren. Die Wunde hat sich entzündet, so wollen/können wir nicht auf die Piste von Merzouga nach Zagora, besteht doch auf den rund 250 Km einerseits die Chance des Festfahrensandererseits ist professionelle medizinische Versorgung FehlanzeigeNoch fassen wir nicht die Straßenalternative ins Auge. Doch nach zwei Nächten im Camp und Medikation ist die Wunde weiterhin stark von unerwünschten Gästen besiedelt. Rot, gelb, grün sind Farben, die ´mann´ nicht gern am Körper sieht. Wir kehren der Piste den Rücken, wollen bei Ouarzazateinen Blick auf das Solarkraftwerk Noor (Licht) werfen, die größte Anlage dieser Art weltweit! Das allwissende Internet besagt, dass eine Besichtigung ca. vier Wochen im voraus angemeldet werden muss. Mal sehen was geht.
https://www.eib.org/de/projects/prioritis/climate-and-environment/climate-action/ouarzazate.htm
Langweilig, meist schnurgerade zieht sich das Asphaltband durch die wunderbare Landschaft des Djebel Sarhro. Über weite Strecken ist Jürgen in der Kabine, legt das Bein hoch. Nun kann ich mich für die tausende von Kilometern, die er >GoNorth allein abspulte, ein wenig revanchieren. Durch das Draatal, entlang üppig grüner Palmengärten, Datteln werden geerntet. Kurve um Kurve schrauben wir uns den Tizi-n-Tinififft hinauf, hinab. Bei Noor geht uns dann in zweierlei Hinsicht ein Licht auf! Erstens: Das Internet hat Recht. Zweitens: Der öffentlich bedienstete Torhüter besitzt das Aktivitätspotentials eines Rhodesien Ridgeback bei 35ºC im Schatten. Also bleibt es bei der Betrachtung von außen, auch nicht uninteressant. Das Energiepotential ist jedem vorstellbar, der einmal mittels einer kleinen Lupe einen Brennpunkt auf seine Haut gerichtet hat – Mutprobe aus Kindertagen; der Kollektorturm, auf den sich das Licht der Spiegel fokkussieren wird, die Brennpunkte im Himmel, die Ausmaße der Anlage, an der wir vorbei fahren – imposant. Offenbar finden Justagearbeiten statt, denn wir sehen am Turm hin und wieder Lichtbündel einzelner Spiegel. Am Rande bemerkt: Das kleine Solarkraftwerk auf Ives Dach erzeugte im Laufe der letzten 12 Monate 309 kWh.
Nach Tagen scheint Jürgens Wunde zu heilen. Wir wenden uns erneut gen Süden – evtl. fahren wir die Erg Chegaga – Piste, mal sehen. Ist es eine subjektive Beobachtung unsererseits und anderer Reisender, dass Verletzungen hier – wie auch immer „hier“ definiert sein mag – schlecht heilen? Selbst kleinste Verletzungen verschorfen stark, zeigen meist längere Zeit gerötete Wundränder, benötigen lange bis zum abheilen. Eine zugegeben oberflächliche Recherche im allwissenden Netz ergibt keine weiterführenden Informationen. Hat jemand von euch welche? Die würden uns sehr interessieren!

12.11. – 17.11.2019 Immer wieder bietet der Erg Chebbi, wenn auch mit den Jahren zunehmend touristischer geworden, einen faszinierendeAnblick. In der Sonne glänzende schwarze Steinfelder, Hammada, durchzogen von grünen Bändern, goldrote Sandberge, der eigentliche Erg – lasst eure Fantasie spielen. Am Dayet Srij reduziert Jürgen den Reifendruckwir fahren in den Sandkasten nach Ksar Tanamouste zu Anja und Jörg, schwatzen und Wunden lecken. Abseits der Touristenströme hält der Osten der Grand Dune die Stille der Wüste bereit, Wind und Licht verändern unentwegt das Gesicht der Landschaft, hoch oben am Firmament das helle Band deMilchstraße, langsam bewegt sich die Erde unter dem Sternenhimmel hinweg,Television Berber wärmt in eisig kalten NächtenAus weiter Ferne dringen die Klänge der Trommeln aus den Touristenzelten zu uns. Omar sieht und erkennt unser Auto, kommt zu Besuch, ein Kaffee, ein klein wenig Tauschhandel, leben und leben lassen, gar nicht so einfach am Rande der Sahara. Uns erreicht die Kunde von viel Schnee in den Bergen, Pässe im Mittlern wie Hohen Atlas sind gesperrt für den Verkehr. Welch ein Glück, war uns das Wetter vor wenigen Tagen dort noch hold.

09.11. – 11.11.2019 Mittlerer wie Hoher Atlas bescheren traumhafte Bergwelten. Karge, trotzdem abwechslungsreiche, fast wüstenartig anmutende Landschaft, unterbrochen von sattgrünen Winterweiden und Oasen, dem stahlblauen Wasser des Lac de Tislit. Auf 2500m schlagen wir am Ufer das Nachtlager auf. Über Imilchil und Agoudal verläuft die Straße durch den Hohen Atlas zum Einstieg in dasTal und die Schlucht des Todhra. Siedlungen in traditioneller Lehmbauweise, mehr oder weniger erhaltene Reste alter Kasbahs, Menschen die lachen, rufen und winken lockern immer wieder das Bild auf. Felsformationen, weich fließend wie Petticoats, mit klaren Kanten, an Plisséeröcke erinnernd, geschichtet wie luftiger Blätterteig, Busen der Natur, rund und weich wecken BegeisterungRichtung Tinerhir rücken die hohen Felsen der Schlucht immer enger zusammen, scheinen sich im Himmel zu treffen. Wir fahren bis in die Stadt tanken. Jürgen möchte mit vollen Tanks die steilen Passagen der Querung von der Todhra- zur Dadesschlucht angehen. Nahe des quirligen Dorfes Tamtattouchte finden wir mühelos den Einstieg in die Pistewas uns 2005, mit den Motorrädern unterwegs, nicht gelangAber ich/Marion hätte mich eh nicht getraut die Passage mit der  BMW zu fahren. Zahlreiche steile, enge Passagen, Hanglagen, Steilkehren, hinauf auf 2800m und wieder mehr als 1000 Höhenmeter hinunter, alles was frau so gar nicht braucht. So steht es geschrieben, so wird es erzählt. Wie war es wirklich? Auf zwei Rädern ganz klar nichts für mich, zu lang, zu anstrengend. Mit dem LKW? Es gab einige wenige Stellen, wo ein Fahrfehler fatale Folgen gehabt hätte – die habe ich Jürgen überlassen, dreimal mussten wir in Kehren reversieren. Ansonsten wurden wir durch wunderschöne Landschaft und ein nettes Treffen mit den von Klaus Kinigadner geführten KTM-Piloten belohnt. „Jungs, die fahren das mit dem LKW. Da beschwert ihr euch mit den Moppeds!“ Also ich für mein Teil: s.o.! Am Riad Bleu Afriqua, 29 Km nördlich von Boulmane Dades lassen wir den Abend mit einem leckeren marokkanischen Viergangmenü für unter 30€ ausklingen und rauchen durfte ich auch!
(Auf Drohenfilme müsst ihr leider verzichten, seit längerem ist es stürmisch.)

05.11. – 09.11.2019 Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Betrachter wie Betrachterin sind gerade mal weniger begeistert. Graue Wolken, Nebel und Regen verhüllen die Landschaft, unförmige lange Mäntel und Kopftücher das Gros der Weiblichkeit. Auch der Müll auf dem Parkplatz am Placeel Hedim bei der Medina von Meknes ist einer marokkanischen Königsstadt Stadt mit UNESCO-Welterbestatus unwürdigAber was schreibe ich! In Marokko versucht der König durch Energiekonzepte, die Realisierung erfahren, Verbot von Plastiktüten und Aufstellen von Mülleimern vordringlichen und sichtbaren Problem entgegen zu wirken. In D hingegen werden Müllberg und Ressourcenverbrauch in großem Stil unter dem Deckmantel des Umweltschutzes durch Regierungsmaßnahmen wie Abwrackprämien und Elektromobilität geschürt. Aber morgen, ja da scheint wieder die Sonne, dann sehen wir weiter.
Mehr zu Meknes bei https://de.wikipedia.org/wiki/Meknès oder auf dem Blog, vergangene Reisen https://majuemin.de/winterreise-2018-19-marokko/
Heute ist das Morgen von gestern und die Sonne scheint. Müll und Kopftücher sind noch da, aber auch das Lächeln und Grüßen, geschenkte Granatäpfel und Walnüsse. Zwei Seiten einer Medaille, ebenso wie der typische Geruch Marokkos: Ausdünstungen von Mensch, Tier und Schlachtvieh so wie der Duft orientalischeGewürze, von Rosen, Zedern- und Sandelholz, frischeKräutern, ZitrusfrüchtenNicht weniger bivalent ist der marokkanische Feiertag am 06.11., der 34. Jahrestag zum Grünen Marsch https://de.wikipedia.org/wiki/Grüner_Marschmit deeinerseits dem Wunsch nach Eigenständigkeit des Königreichs Marokko ohne spanisches Protektorat Ausdruck verliehen werden sollteder andererseits aber bis inGebiet von Spanischsahara (ehem. spanische Kolonie Westsahara) führteBis heute ist die endgültige völkerrechtliche Westsahara-Frage ungeklärt. Mehr dazu hier https://de.wikipedia.org/wiki/Westsahara
Bei Azrou im Mittleren Atlas bringt uns die Suche nach einem Nacht- und Reparaturplatz zufällig zur berühmten, doch längst abgestorbenen Cedre Gouraud im riesigen Zedernwald. Zufällig? Ich/Marion suche nach dem Besuch der Berberstadt nach nahegelegenen Pisten und lande den Treffer. Reparatur? Die Shureflowpumpe, die uns mit fließendem Wasser versorgt, ist undicht. Ein nasser Keller im WoMo ist mindestens so unangenehm wie im Haus. Aber nach der langen Zeit darf das sein, nur blöd, dass der Austausch auf ca. 1600m und bei Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt erforderlich wird. Kein Wunder, hier ist Wintersportgebiet, am nahen Michliffen gibt es sogar einen Skilift. Das nenn´ ich Murphy, aber eigentlich müsste es heißen: selber schuld. Was treiben wir uns auch jetzt in dieser Gegend rum!  Während Jürgen arbeitet durchstreife ich die Wälder mit den Baumgiganten, treffe auf ein englisches Paar und in the middle of nowhere wird die Weltpolitik, das Reiseleben, die Lebensreise und dies und das diskutiert.
Voller Faszination betrachte ich, wie Minouk seine Artenkenntnis erweitert. Die für ihn wohl irgendwie nach kleinen Menschen aussehenden Wesen, mit Fell und Händen, die geschwind auf Bäume klettern und spielerisch darin turnen, nennen wir Berberaffen, die sich hier wenig scheu bestaunen und füttern lassen. Der einzige Primat, der außer dem Menschen in Europa lebt (Gibraltar), jedoch leider vom Aussterben bedroht ist; also die Affen, der Homo sapiens sapiens wird wohl noch etwas länger den Planeten bevölkern. Nach eiskalter Nacht und als stolze Besitzer eines dreibeinigen Klapptisches aus Zedernholz, mit neuer Pumpe sowieso, verlassen wir den Zedernwald.

01.11. – 04.11.2019 In Algeciras ist die LKW-Verladung wenig professionell. Moderne LKW mit geringeBodenfreiheit und die Laderampe deSchiffvon Balearia passen nicht recht zueinander. Die Fahrer leisten Millimeterarbeit, trotzdem setzt der eine oder andere Sattelzug auf. Bodenfreiheit ist für uns kein Thema, aber Jürgen wird von drei Einweisern, die verschiedene Order geben, in eine Lücke eingewiesen, die nahezu kein Spiel hat und uns fast den rechten Außenspiegel kostet. Völlig unnötig, denn der Kahn ist fast halb leer. Mit 30 Minuten Verspätung verlassen wir Europa. Vor dem Hafen Tanger Med drehdie Fähre eine Ehrenrunde, legan und – nichts gehtIrgendwann ertönen die ersten Hupen, zunächst zaghaft, zunehmend mehr und länger. Können wir auch…. ein fast melodisches Konzert. Macht auch Spaß, hilft aber nicht, die Luft zu verbessern oder den Entladeprozess zu beschleunigen. Nach einer Ewigkeit sind wir draußen – atmen Frischluft! Die Immigration erfolgtbereits reibungslos auf dem Schiff, die Zollabfertigung geschieht im Hafen. Wir werden nicht kontrolliert, aber leider brauchdeImport unserer Betas als Sportgeräte ohne Zulassung deutlich länger als geplant, denn die Fahrgestellnummern müssen fotografiert und festgehalten werden, nicht einfach unter der Plane auf der Bühne vier Stunden nachdem wir das hochsommerliche Europa verließen nächtigen wir auf einem Parkplatz nahe Tanger in Marokko.
Dunkle Wolken, niedrige Temperaturen, ab und an Regen heben (noch) nicht die Stimmung. Wir haben fast sechs Wochen Zeit bis zum Flug von Agadir nach Deutschland und entscheiden uns zu eineAbstecher ins Rifgebirge, nördlichster der vier Gebirgszüge, die Marokko durchziehen. Dunkle, tief hängende Wolken, Nebelschwaden, fallendeTemperaturen, Licht, das von der tief stehenden Sonne ausgestrahlt wird, surreale Landschaft, hier und da Siedlungen, Wälder. Sturm kommt auf. Nahe Ketama, zur Zeit des französischeProtektorates Luftkurort, Skigebiet und Zentrum des Rif, heute eher runtergekommene Kleinstadt, endet der Fahrtag in einem Zedernwald.
Tonrote Felsen und Erde, blutrote Kaktusfeigen, goldgelbes Herbstlaub, sattes Immergrün, dazwischen weiß gekalkte Häuser. Das Bild der schönen Welt wird immer wieder von Müll und Schutt zerstört, viel mehr als wir es aus den anderen Landesteilen gewohnt sind. Beschwerlich und karg erscheint das Leben der Landbevölkerung, Handarbeit bestimmt das Bild. Mensch und Esel pflügen mit Müh und Not kleine, felsige Parzellen. Meist hat man für uns ein freundliches Winken und Lächeln. IAl Hoceima wird die Teepause zu einem zwanzigstündigen Aufenthalt, denn Anja und Jörg stehen auf dem Parkplatz am Mittelmeer, dessen Wasser von glasklar, türkis bis stahlblau in der Sonne glitzert; bleiben oder aufbrechen? Klar, bleiben! Wir bummeln durch´s nette Städtchen hoch oben auf einem Plateauberg über dem Meer. Erst 1926 als spanische Garnisonsstadt gegründet erscheint der Ort modern, würde nicht der Anblick von Mädchen und Frauen eine andere Sprache sprechen. Der erste Souk der Reiseda muss ich/Marion kaufen: frisches Obst und Gemüse, nach Weihnachten duftenden Zimt, süßes Sesamgebäck, Salzzitronen – ich denke an Christiane, sende Grüße nach Indien.
Schnell vergehen die Stunden und nach dem Frühstück trennen sich unsere Reisewege, man sieht sich, in sha´allah. Eine schmale, kurvige Straße führt durch das Rif hinauf zum Col du Nador. Wie aus der Vogelperspektive wandern unsere Augen über die weite Bergwelt,schauen hinab in tiefe Täler, erspähen in der Ferne noch das Mittelmeer, der Stausee Asfalou kommt in Sicht – wir bleiben.

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15 Gedanken zu „2019>GoSouth_NW_Afrika

  1. Hallo Ihr Wüstenrennmäuse,
    danke wiedermal für die tollen Bilder, bewegte Bilder und spannende Texte.
    Hier ist einfach jeder Tag grau und ich (Rainer) kann dem ganzen Adventsgetüttel auch nicht sooo viel abgewinnen.
    Was wären wir gerne mit Eich in Marokko.
    However, ich glaube die schlechtere Wundheilung hängt mit der starken Sonneneinstrahlung zusammen. Offene Wunden dürfen am besten gar keine UV Strahlung abbekommen. Bekommt man nach jeder OP zu hören….
    Liebe Grüsse und bis bald

    Karola und (Dr.) Rainer ;0)

    1. Hallo ihr Lieben,
      ja das wäre toll, zusammen mit euch in Marokko auf ner Wüstendüne….
      Also ich (Marion) für mein Teil finde das Adventsgedöne ganz toll, freue mich schon drauf, aber natürlich viel mehr auf alle Lieben daheim.
      Die Idee mit der UV-Strahlung ist interessant, wir werden das mal verfolgen, so als Sonnenanbeter 😉

  2. Hallo ihr drei,

    die Fotos und und Videos sind wirklich toll! Es macht großen Spaß eure Reise zu verfolgen. Die Texte sind natürlich auch top, aber ihr wisst ja wie ich zum Lesen stehe… Ich lese aber artig alle Beiträge und auch die sind sehr gut und informativ.

    Weiterhin alles Gute und bis bald,

    Sabine und Simon

    1. Danke ihr Lieben für den Besuch und die netten Worte,
      wir freuen uns auf euch, bald ist es soweit! Bis dahin gibt es auch nicht mehr so viel zu lesen 😉
      Liebe Grüße, majuemin

  3. Hallo ihr Wüstenfahrer,

    der Abend mit Omar, die Ruhe, Erinnerungen kommen auf… Wir wären gern dabei! Und wir werden auch wieder nach Marokko fahren. Haben extra Fes ausgelassen.
    Tolle Bilder mit der Drohne! Die Ergs sind ein Traum! Wäre die Todra-Dades-Querung bei schönster Witterung evtl. auch was für eine schleichende Minna?? 🙂
    Jetzt zum Ausklamg vor Weihnachten noch ein paar frische Austern in Qualidia?
    Denkt schon mal hin und wieder an Weihnachtsmärkte in D! Kühl, oft grau und viel Deko.

    Geniesst noch tüchtig die Wärme… Wir freuen uns sehr auf euch!
    Herzlichst
    Christiane, Alex und Namkha ohne Minna

    1. Hallo ihr Drei,
      Todhra-Dades mit der Minna? Lasst uns zu Hause drüber reden, denn wie heißt es: Ja, aber! Die Austern in Oualidia – traumhaft, dazu hatten wir kalten Weißwein, lassen wir aber diesmal aus, besuchen den Antiatlas….. ich träume vom Weihnachtsmarkt, der bevorstehenden Adventszeit, den Schnickschnack und Plätzchenduft. Wie schön, das und euch bald live und in Farbe zu genießen!
      majuemin

  4. Das Drohnen-Video ist ja mal richtig geil!! Da werde ich richtig neidisch! Das erinnert mich an VAE wo wir die Mopeds auf die „Big Red“ geprügelt haben.
    Ich habe Thorsten und Christoph B. schon davon erzählt. Wenn ich mal zu Geld komme, fliegen wir auch rüber, mieten uns Bikes und heizen durch die Wüste.

    LG,
    Simon

  5. Hallöchen,
    einfach geniale Bilder aus der Wüste und das Bild mit den KTM Jungs ist auch vollkommen genial. Glückwunsch, toller Bericht, berauschende Bilder.

    Danke dafür, …. wir freuen uns auf Euch

    Karola und Rainer

  6. Hallo Ihr Lieben,
    das erinnert mich stark an unsere Überfahrt nach Maroc. Beim Einschiffen hab ich mit unserem Setra sowas von aufgesetzt mit der Hängerkupplung, das es nur so funkte. Bei der anschließenden Lenkaktion, ohne Servo natürlich, bin ich so auf’s Lenkrad geknallt, dass ich mir die Rippen geprellt hatte.
    Beim Ausschiffen standen wir auch in der hintersten Ecke der Fähre und ausgerechnet der Brummifahrer vor mir schlief wohl mit Ohropax. Nur langanhaltendes Hupen und das wilde Geschreie der Einweiser konnten Prinzesschen aus dem Dornröschenschlaf wecken. Da war die Fähre, bis auf uns, schon komplett leer.
    Viel Spass weiterhin in Marokko.
    Bis bald
    Karola und Rainer

    1. Hallo ihr Beiden,
      ja, Fährfahrten sind immer ein kleines Abenteuer. Aber eine gewisse Bodenfreiheit und Servolenkung machen die Sache doch schon einfacher. Ausserdem lernt man die Spreu vom Weizen zu trennen, sprich bei drei Einweisern den auszumachen, der weis was er tut. Wie auch immer, auch in dieser Situation ist ein Presslufthorn mit dem sinnigen Namen ‚Highway‘ recht hilfreich.
      Wir genießen Marokko, jetzt unsere 4. Reise hier, Land und Leute sind immer wieder faszinierend.
      Viele Grüße, majuemin

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